Lisicki kommt rechtzeitig in Schwung - Serena Williams ist raus
Die "Rampensau" beißt sich ins Viertelfinale
Sabine Lisicki "ist einfach eine Rampensau", sagte Andrea Petkovic, und das war durchaus respektvoll gemeint. In Wimbledon hat sie die Bühne aus deutscher Sicht für sich allein und nutzte ihren Soloauftritt. Im Achtelfinale hatte sie zunächst zwar etwas Anlaufschwierigkeiten, fegt ihre Gegnerin dann aber schnell vom Platz und darf sich jetzt ein Duell mit Marion Bartoli freuen, die Serena Williams entzaubert hat.

Nach Anlaufschwierigkeiten nicht mehr zu bremsen: Sabine Lisicki.
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Sabine Lisicki steht zum zweiten Mal in ihrer Tennis-Karriere wie schon 2009 im Viertelfinale von Wimbledon. Die 21-Jährige setzte bei den 125. All England Championships am Montag mit einem 7:6 (7:3),6:1 gegen die Weltranglisten-81. Petra Cetkovska aus Tschechien ihren Siegeszug fort. In der Runde der letzten Acht trifft Lisicki am Dienstag auf Marion Bartoli. Die Französin hat die US-amerikanische Vorjahressiegerin Serena Williams 6:3, 7:6 (7:3) geschlagen. "Es ist einfach ein tolles Gefühl. Vor der Rasen-Saison wusste ich nicht, wo ich stehe, und jetzt bin ich wieder im Viertelfinale", jubelte die überglückliche Lisicki.
Die ganz große Bühne war es zwar noch nicht als Lisicki zur Mittagszeit Court 12 betrat, aber im Viertelfinale ist ihr die dann sicher. Gegen die Weltranglisten-81. aus Tschechien war der 21-Jährigen zu Beginn die große Nervosität auf dem kleinen Nebenplatz anzumerken. Ihr Service, sonst der beste Schlag, ließ sie anfangs im Stich, die Power-Frau agierte ungewohnt passiv. Eine verschossene Rückhand, eine Vorhand ins Netz - schon lag Lisicki ein Break zurück. "Ich habe den Anfang verschlafen", gab Lisicki zu. Es spricht aber für ihr neues Vertrauen in die eigene Stärke, dass sie den 2:4-Rückstand schnell wegsteckte und sich zurückkämpfte. Und im Tiebreak war Lisicki dann die klar bessere Spielerin. Nach einem leichten Vorhandfehler von Cetkovska war der erste Zitterakt beendet, mit einem lauten "Come on" schritt Lisicki zur Bank.
Beflügelt von dem umkämpften Satzgewinn, legte die einstige Nummer 22 der Tennis-Welt anschließend den Turbo ein. Zwei frühe Breaks zum 1:0 und 3:0 brachten die Entscheidung, die schwache Cetkovska war demoralisiert. Nach 68 Minuten konnte Lisicki die Faust ballen und Küsschen ins Publikum verteilen - der neunte Rasen-Sieg in Serie war unter Dach und Fach.
Schon jetzt ist Lisicki die zweiterfolgreichste Spielerin der Wimbledon-Geschichte, die nur dank einer Wildcard ins Rennen ging. Vor drei Jahren zog die Chinesin Zheng Jie sensationell ins Halbfinale ein, dies scheint auch für Lisicki möglich zu sein. Dank des Viertelfinal-Einzugs, der ihr 137.500 Pfund (154.727 Euro) garantiert, macht Lisicki in der Tennis-Weltrangliste einen riesigen Sprung nach vorn. Von Rang 62 wird sie unter die Top 35 vorstoßen.
Sharapova locker weiter, Wozniacki raus
Derweil wird Maria Sharapova ihrer Rolle als Mitfavoritin vollauf gerecht. Die Russin hatte in ihrem Match gegen Peng Shuai keine Probleme. Sharapova gewann ihr Match gegen die Chinesin 6:2, 6:2. In der nächsten Runde winkte ein Duell mit Caroline Wozniacki. Doch die Weltranglisten-Erste zog gegen Dominika Cibulkova, die zuvor die Deutsche Julia Görges aus dem Turnier geworfen hatte, überraschend den Kürzeren. Den ersten Satz hatte die Dänin noch klar mit 6:1 zu ihren Gunsten entschieden. Im zweiten Satz ließ die Dominanz Wozniackis allerdings nach, sodass dieser aus ihrer Sicht mit 6:7 (5:7) verloren ging. Auch den dritten Satz gestalte die Slowakin knapp mit 7:5 erfolgreich und bewerkstelligte so die vorzeitige Abreise einer Turnierfavoritin, die damit weiter ohne Grand-Slam-Titel bleibt.
Wenig später war auch für Venus Williams der prestigereiche Wettbewerb an der Church Road zu Ende. Nach dem Ausscheiden ihrer jüngeren Schwester Serena steht für die fünfmalige Wimbledon-Siegerin nun ebenfalls Kofferpacken auf dem Programm. Vorrausgegangen war eine glatte Niederlage (2:6, 3:6) gegen die Bulgarin Tsvetana Pironkova.
Wimbledon, Achtelfinale
Königlicher Besuch und Lisickis "unglaubliches Gefühl"
Ansturm auf Wimbledon
Die 125. All England Championships sind wieder einmal gut besucht: Bei Temperaturen um die 28 Grad strömten zahlreiche Zuschauer nach Wimbledon.
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