Verdasco dreht ein unglaubliches Match
Nachtarbeiter Nadal bedankt sich bei den Fans
Lange mussten die Zuschauer bei den US Open auf die Abendpartien warten, zu lange hatte Stanislas Wawrinkas Krimi-Sieg gegen Sam Querrey gedauert. Doch sie wurden fürs Ausharren belohnt: Fernando Verdasco war bei seinem Fünfsatzerfolg gegen David Ferrer Teil des wohl besten Matches des Turniers, auch Kim Clijsters machte es ungewohnt spannend. Und Rafael Nadal zeigte seine ganze Klasse.

Auch zu später Stunde zu Höchstleistungen fähig: Rafael Nadal.
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"Als erstes möchte ich mich bei den Fans bedanken, die zu so später Stunde noch geblieben sind": So lautete Rafael Nadals erster Kommentar nach seinem lockeren Dreisatzsieg - 6:3, 6:4, 6:4 - im spanischen Linkshänderduell gegen Außenseiter Feliciano Lopez. In der Tat hatten die Zuschauer bis 1:16 Uhr Ortszeit ausharren müssen, bis der Weltranglistenerste seinen Matchball verwandelt hatte: "Ich denke, es war viel härter für die Fans, so lange hierzubleiben." Noch immer ist Nadal beim laufenden Turnier ohne Satzverlust - aber das könnte sich bereits im Viertelfinale ändern.
Denn dort wartet ein weiterer Landsmann: Fernando Verdasco. Der Weltranglistenachte hat zwar gegen Nadal alle zehn Duelle verloren, unvergessen ist aber sein Viertelfinaldrama bei den Australian Open 2009, als Nadal erst in fünf Sätzen gewann. Apropos: Auch im US-Open-Achtelfinale zeigte Verdasco sein unglaubliches Kämpferherz. 4:22 Stunden haute er sich mit Landsmann David Ferrer die Bälle um die Ohren, und das auch noch auf richtig hohem Niveau. Das beste Match des bisherigen Turnieres, waren sich die Experten hinterher einig. Denn der Verlauf passte auch noch: Verdasco hatte bereits mit zwei Sätzen zurückgelegen, drehte das Ganze noch in einen 5:7, 6:7 (8:10), 6:3, 6:3, 7:6 (7:4)-Erfolg und fiel danach erleichtert auf den Court.
Ein Drama in fünf Sätzen: Wawrinka kämpft Querrey nieder

Wechselbad der Gefühle: Stanislas Wawrinka gewann den Krimi gegen Sam Querrey.
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Der letzte Lokalmatador ist draußen - doch er hat sich würdig verabschiedet und den Zuschauern ein echtes Spektakel geboten: Sam Querrey wehrte sich gegen Stanislas Wawrinka nach zweimaligem Satzrückstand tapfer, verlor den viereinhalbstündigen Fight letztlich aber doch mit 6:7 (9:11), 7:6 (7:5), 5:7, 6:4 und 4:6. Im entscheidenden fünften Satz, einem reinen Nervenspiel, das aber kurioserweise mit den besten Ballwechseln aufwartete, hatte Querrey früh mehrfach die Chance zum Break, doch Wawrinka kämpfte und holte sich am Ende das Viertelfinalticket - es ist sein allererstes bei einem Grand-Slam-Turnier.
Sein nächster Gegner ist Mikhail Youzhny. Und der hofft zumindest für das kommende Match, dass sich Geschichte wiederholt. Denn 2006, als er mit dem Halbfinaleinzug seinen bislang größten Grand-Slam-Erfolg feierte, nahm er im Achtelfinale die Hürde Tommy Robredo - so wie diesmal: In 3:04 Stunden bezwang der Russe am Dienstag Robredo, einen von sechs Spaniern im Achtelfinale, mit 7:5, 6:2, 4:6 und 6:4.
Damen: Venus weiter - Stosur bringt Clijsters' Serie ins Wanken
Bei den Damen steht bereits das erste Halbfinale: Venus Williams gegen Kim Clijsters! Erstere gewann auch das achte Aufeinandertreffen mit French-Open-Siegerin Francesca Schiavone und hält in Abwesenheit ihrer verletzten Schwester Serena die Williams-Fahne weiter hoch. Nach dem 7:6 (7:5), 6:4 steht Venus erstmals seit 2007 wieder im Semifinale in Flushing Meadows.

Ein Küsschen zum Abschied: Kim Clijsters (l.) hatte viel Mühe mit Samantha Stosur.
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Clijsters dagegen hatte zum ersten Mal viel, viel Mühe, gegen French-Open-Finalistin Samantha Stosur (Australien) gab sie nicht nur ihren ersten Satz im Turnierverlauf ab, sondern war auch nah dran, erstmals seit sieben Jahren wieder ein Match in New York zu verlieren. Ein finaler Kraftakt bescherte der Titelverteidigerin aus Belgien einen 6:4, 5:7, 6:3-Sieg. "Ich habe mich selbst nach dem Match gefragt, wie ich es eigentlich gewonnen habe", war Clijsters trotz des Halbfinaleinzugs nicht zufrieden: "Im nächsten Spiel muss alles viel besser werden."
Das Achtelfinale bei den US Open
Der Abend der Dramen
Glücksmoment
Was aussieht wie eine Schwalbe beim Fußball, ist das pure Glück: Fernando Verdasco lässt sich nach seinem ebenso dramatischen wie spektakulären Sieg gegen David Ferrer auf den Court fallen.
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