Berdych fliegt raus - Azarenka fällt um
Kohlschreiber sieht Steigerungsbedarf
Hauptsache weiter - das war das Fazit von Philipp Kohlschreiber nach seinem mühevollen Viersatzsieg gegen Landsmann Tobias Kamke. Während Andy Roddick und Tomas Berdych überraschend scheiterten, zog Andy Murray locker weiter. Wie auch Venus Williams und Kim Clijsters bei den Damen. Für den Schock des Tages sorgte Victoria Azarenka.

Durchgezogen - weitergezogen: Philipp Kohlschreiber bezwang bei seinem US-Open-Auftaktmatch Tobias Kamke.
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Zweieinhalb Stunden musste sich Philipp Kohlschreiber für sein Auftaktspiel bei den US Open nehmen, dann war der Einzug in die nächste Runde perfekt: Der Augsburger bezwang Landsmann Tobias Kamke wie erwartet, allerdings mit mehr Mühe als gedacht. Kein Wunder also, dass der einzige gesetzte deutsche Profi in New York nach dem 6:2, 4:6, 6:2, 6:4-Sieg bilanzierte: "Ich habe sicher nicht geglänzt, aber es war einfach nur wichtig durchzukommen. Ich muss mich auf jeden Fall steigern." Nächster Gegner des 26-Jährigen ist in jedem Fall Gilles Simon. Zwei von drei Duellen gegen den Franzosen hat Kohlschreiber bislang verloren. Die Motivation: In Runde drei würde es aller Voraussicht nach gegen Rafael Nadal gehen.
Im Einzel sind die Aussichten der Deutschen auf Silbermetall mehr als begrenzt, im Doppel hatte man sich zumindest insgeheim Außenseiterchancen ausgerechnet. Denn Philipp Petzschner hält zusammen mit dem Österreicher Jürgen Melzer immerhin aktuell den Wimbledon-Titel. Doch in New York ereilte das verschworene Duo das frühe Aus: Gegen das Doppel aus Südafrika und Rumänien, Kevin Anderson und Victor Hanescu, setzte es eine 6:4, 3:6, 6:7 (1:7)-Niederlage.
Berdych scheitert klar - Roddick erlebt eine böse Geburtstagsüberraschung
Was die Favoriten im Einzel angeht, hat Andy Murray nachgezogen: Der Schotte erreichte nach Roger Federer und Rafael Nadal ebenfalls locker-leicht die zweite Runde. Mit dem Slowaken Lukas Lacko hatte der Weltranglistenvierte überhaupt keine Probleme. Nach 111 Minuten war der 6:3, 6:2, 6:2-Sieg perfekt. Nun wartet der in Deutschland geborene Jamaikaner Dustin Brown auf Murray - das sollte kein Problem für den Briten werden.

Siegerfaust: Michel Llodra überraschte Tomas Berdych in der ersten Runde der US Open.
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Aber das dachte sicherlich auch Tomas Berdych von Michel Llodra! Doch am Ende flog der Wimbledonfinalist aus Tschechen in nur drei Sätzen gegen den Franzosen raus. Die erste dicke Sensation der diesjährigen US Open ist perfekt, Llodra, 35. der Weltrangliste, setzte sich mit 7:6 (7:3), 6:4, 6:4 durch, zwei Breakbälle (von acht) reichten dem Außenseiter. Berdych, dem als Siebtem der Setzliste in New York gar Außenseiterchancen auf den Titel attestiert wurden, setzte damit seine 2010 relativ enttäuschenden Leistungen auf Hartplatz fort.
Und auch der Liebling der einheimischen Fans ist bereits ausgeschieden: Andy Roddick, die Nummer neun der Welt, flog gegen Janko Tipsarevic überraschend raus, mit 3:6, 7:5, 6:3, 7:6 (7:4) setzte sich der ungesetzte Serbe in der Nightsession durch. Es war die erste Zweitrunden-Niederlage bei den US Open für Roddick, und das zwei Tage nach seinem 28. Geburtstag.
Clijsters mühelos - Venus wackelt nur anfangs - Azarenka legt die Hitze flach
Die Damen haben indes teilweise schon mit Runde zwei begonnen: So nahm Venus Williams bereits ihre zweite Hürde. Die US-Amerikanerin, Nummer vier der Welt, bezwang die kecke Qualifikantin Rebecca Marino mit 7:6 und 6:3. Zumindest im ersten Satz stellte die 19-Jährige Williams immer wieder vor Probleme. Gar keine Probleme hatte indes die ehemalige Nummer eins Ana Ivanovic (Serbien) mit der Chinesin Jie Zheng - 6:3, 6:0. In der Nacht zog auch Titelverteidigerin Kim Clijsters problemlos weiter: Gegen den australischen Teenager Sally Peers (19) erarbeitete sich die Belgierin ein 6:2, 6:1 - und damit den 16. US-Open-Einzelsieg in Folge.

Erste Hilfe nach dem Kollaps: "Hitze-Opfer" Victoria Azarenka wird auf dem Court versorgt.
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Das größte Thema der ersten Tage in Flushing Meadows war und ist die Hitze. Am dritten Turniertag hat sie das erste "Opfer" gefordert: Victoria Azarenka. Die Weißrussin klappte beim Zweitrundenmatch gegen Gisela Dulko (Argentinien) beim Stand von 1:5 und 15:30 zusammen - bis zu 35 Grad Celsius im Schatten zeigte das Thermometer. Nachdem ihr mehrere Ballkinder, medizinisches Personal sowie Dulko zur Hilfe geeilt waren, erholte sich Azarenka langsam wieder, musste am Ende aber mit dem Rollstuhl vom Court gebracht werden und das Spiel aufgeben. Schon bei den Australian Open 2009 hatte die 21-Jährige wegen Übelkeit und Schwindel ihre Achtelfinal-Partie gegen Serena Williams (USA) aufgeben müssen. "Wenn du so etwas siehst, denkst du nicht mehr an Tennis, sondern sorgst dich nur noch um das Wohl deiner Gegnerin", sagte Dulko.
Bilder aus Flushing Meadows
Der Auftakt der US Open
Ein bisschen Mühe
Nicht ganz glatt, aber immer noch souverän nahm Philipp Kohlschreiber bei den US Open seine Auftakthürde. Mit 6:2, 4:6, 6:2, 6:4 setzte er sich gegen Landsmann Tobias Kamke durch.
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