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30.08.2010, 12:13

US Open: Clijsters setzt neue Prioritäten

Federer schielt aufs Tafelsilber und auf Nadal

So schnell kann sich das Blatt wenden: Noch Anfang Juli wurde Roger Federer eine tiefe Krise angehängt, jetzt, da die US Open 2010 beginnen, kann sich kaum jemand einen anderen Titelträger vorstellen als den Schweizer - ihn selbst mit eingeschlossen.

Roger Federer, Kim Clijsters und Rafael Nadal beim Arthur-Ashe-Kids-Day in New York
Locker ins letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres: Roger Federer, Kim Clijsters und Rafael Nadal.
© picture-allianceZoomansicht

"Ich bin sicher der Favorit für die Open", sagt Federer voller Selbstbewusstsein. "Ich fühle mich mental und physisch so gut, wie man sich vor einem Grand-Slam-Turnier nur fühlen kann." Vergessen scheinen die frustrierenden Erlebnisse bei den French Open und Wimbledon, wo Federer jeweils bereits im Viertelfinale die Koffer packen musste. Woher der plötzliche Stimmungswandel?

Nun, erst einmal ist New York nicht Paris oder London. Federer hat bei den US Open eine 51:5-Siegesbilanz, stand seit 2004 immer im Finale; nur im Vorjahr scheiterte er dort an Juan Martin del Potro - der nächste Grund für die neu gewonnene Zuversicht beim Basler, ist der Argentinier doch dieses Jahr verletzungsbedingt nicht dabei. Außerdem scheint Federer seine Akkus bei seinem zweiwöchigen Yacht-Urlaub vor der Küste Korsikas wieder aufgeladen zu haben, belegt nicht zuletzt am Masters-Triumph in Cincinnati, dem zweiten Turniersieg seiner Saison.

Weltranglisten

Und Dauer-Rivale Rafael Nadal? Kann erst im Finale am 12. September auf Federer treffen, hat in New York noch nie gewonnen und ist noch nicht ganz in Hartplatz-Form. Das sagen zumindest seine jüngsten Ergebnisse - Halbfinale in Toronto (Niederlage gegen Andy Murray), Viertelfinale in Cincinnati (Niederlage gegen Marcos Baghdatis) - und das sagt auch Kontrahent Federer: "Rafael Nadal mag den schnellen Belag in New York nicht so gern."

Trotzdem ist sich der spanische Weltranglistenerste analog zu Federer sicher: "Ich fühle mich mental und körperlich topfit." Um gleichzeitig einzuschränken: "Aber wenn es diesmal wieder nicht klappt, versuche ich es eben in den nächsten Jahren weiter." Gelingt der erste Triumph in Flushing Meadows, wäre Nadal der siebte Profi, der alle Grand-Slam-Turniere mindestens einmal gewonnen hat. Federer peilt derweil Nummer 17 insgesamt an - und langfristig die 20: "Ich glaube absolut, dass ich das erreichen kann. Die Siege bei diesen großen Turnieren machen mich sehr glücklich. Das Tafelsilber mit nach Hause zu nehmen, das ist das beste Gefühl."

Ich hoffe, wir treffen diesmal aufeinander.Federer träumt von einem Finale gegen Nadal

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Vielleicht mit einem Finalsieg gegen Nadal? "Solch ein Endspiel wäre großartig. Wir haben bei allen Grand-Slams gegeneinander gespielt, nur hier noch nicht. Ich hoffe, wir treffen diesmal aufeinander", blickt Federer nach vorne. Nadal meinte hingegen: "Das ist noch so weit weg. In fünf Jahren treffen wir uns vielleicht schon mal in Runde drei." Sein Rezept 2010: "Es ist doch immer dasselbe. Du musst dein bestes Tennis im richtigen Moment spielen."

Clijsters: Jada im Kopf, den Titel vor Augen

Frag nach bei Kim Clijsters. Die Belgierin krönte im Vorjahr ihr Comeback mit dem Sensationssieg bei den US Open, und das nach zwei Jahren Abstinenz. In diesem Jahr ist sie, die inzwischen schon wieder an Position drei der Weltrangliste geklettert ist, erst recht Favoritin: Serena Williams, die Nummer eins der Welt, fehlt verletzt. Und geht es nach der Statistik, kann Clijsters schon jetzt feiern: Seit ihrer Finalniederlage 2004 gegen Justine Henin kam sie nur noch zweimal nach New York (2005, 2009) - und trat jeweils mit der Trophäe die Heimreise an.

"Wenn ich gut spiele, kann ich jeden besiegen. Aber die Leute rechnen diesmal mit mir, deshalb ist schon ein wenig Druck da", sagt Clijsters. Die Prioritäten haben sich nach ihrem Comeback und der Geburt ihrer Tochter Jada jedenfalls verschoben: "Ich bin zu allererst Mutter und dann Tennis-Spielerin."

Caroline Wozniacki
Titeljägerin: Caroline Wozniacki reist mit bester Laune nach New York.
© picture-alliance

Wie das Duell "Rafa gegen Roger" bei den Herren sehen die Experten auch bei den Damen zwei große Titelaspirantin. Die eine, Clijsters, ist als Titelverteidigerin ganz logisch weit oben auf dem Zettel; die andere, Caroline Wozniacki, schob sich in den vergangenen Wochen Position um Position nach oben. Weil Serena fehlt, ist die Dänin, die im Vorjahr erst- und letztmals ein Grand-Slam-Finale erreichte, gar an Position eins gesetzt. Drei von vier gespielten Vorbereitungsturnieren (New Haven, Montreal und Kopenhagen) gewann die 20-Jährige: "Ich fühle mich großartig, es läuft derzeit perfekt bei mir." Wohl wahr: Holt sie am "Big Apple" ihren ersten Major-Titel, wäre sie auch an anderer Stelle ganz oben angekommen: an Position eins der Weltrangliste.

30.08.10
 
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Vorname:Roger
Nachname:Federer
Nation: Schweiz
Profi seit:1998
Weltranglistenplatz:3

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Vorname:Rafael
Nachname:Nadal
Nation: Spanien
Profi seit:2001
Weltranglistenplatz:2

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Vorname:Kim
Nachname:Clijsters
Nation: Belgien
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Nachname:Wozniacki
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US Open

Austragungsort:New York
Land: USA
Modus:Grand Slam
Die letzten Sieger:
2011  Novak Djokovic
2010  Rafael Nadal
2009  Juan del Potro
2008  Roger Federer
2007  Roger Federer

US Open

Austragungsort:New York
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2011  Samantha Stosur
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