Roger Federer kann Ivan Lendls "Comeback" wiederholen
Nadal: Schnappt er sich Platz 1?
Roger Federer war über vier Jahre hinweg der unangefochtene Dominator des ATP-Zirkus. Am 2. Februar 2004 schwang sich Federer auf Position eins, nachdem er den Russen Marat Safin im Finale der Australian Open besiegt hatte. Am 18. August 2008 dann die Wachablösung durch Rafael Nadal. Mit dem Olympiasieg in Peking kletterte Nadal sprichwörtlich auf den Olymp - bis zum 6. Juli 2009 blieb der Linkshänder aus Mallorca ganz oben, ehe er wegen seiner chronischen Knieprobleme kürzer treten und so Federer wieder vorbeiziehen lassen musste.
Sollte der Baseler beim anstehenden Turnier in London seine Position verteidigen können, hätte der 15-malige Grand-Slam-Sieger eine weitere Bestleistung eingestellt. Denn bisher gelang es nur einem Spieler, nach der Ablösung als Nummer 1 der Welt auf diese Position zum Jahresende zurückzukehren. Der damals tschechoslowakische Tennisprofi Ivan Lendl beendete die Saison von 1985 bis 1987 jeweils als Nummer 1, doch musste er 1988 dem Schweden Mats Wilander den Vortritt lassen. Im Folgejahr 1989 rangierte Lendl wieder ganz oben - das will ihm Federer nun nachmachen.
Paris öffnete Nadal die Tür
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Dass Nadal nach seiner Verletzungspause - zwischen dem schmerzhaften Achtelfinalaus bei "seinen" French Open am 31. Mai und dem Comeback beim Masters in Montreal am 13. August absolvierte er individuelles Training ohne Wettkämpfe - überhaupt noch in rechnerischer Reichweite von Federer liegt, verdankte er den Ergebnissen beim jüngsten Masters in Paris. In der französischen Hauptstadt schied der Schweizer in der 2. Runde gegen Benneteau aus, während sich Nadal erfolgreich durch ein schwieriges Match gegen Almagro kämpfte und erst im Halbfinale von Djokovic gestoppt wurde.
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Aktuell liegt Nadal 945 Punkte hinter Federer, was nicht gerade wenig ist. Doch werden in London im besten Falle 1500 Punkte vergeben, so dass eine erneute Ablösung an der Spitze theoretisch möglich ist, auch wenn hierfür der Schweizer gehörig "mithelfen müsste". Da der Einzug ins Halbfinale des Masters Cup zunächst in einer Gruppenphase ausgespielt wird, können die beiden frühestens im Halbfinale aufeinandertreffen. Gegebenfalls wäre dies dann ein echtes Endspiel um Platz 1 in der Weltrangliste.
Das ist die Ausgangslage des Duells um Platz 1
- Sollte Nadal alle fünf Spiele des ATP Masters Cup gewinnen, sammelt er 1500 Punkte. Um Platz eins zu verteidigen, müsste Federer entweder seine drei Gruppenspiele gegen del Potro, Murray und Verdasco gewinnen oder zumindest bis ins Finale vorstoßen.
- Sollte Nadal sich in der Gruppenphase mit 2:1-Siegen für das Halbfinale qualifizieren und schlussendlich das Turnier gewinnen, erhält er 1300 Punkte. Dann müsste Federer zwei Gruppenspiele gewinnen oder wenn er nur ein Gruppenspiel gewinnt, zumindest ins Finale kommen, um Weltranglistenerster zu bleiben.
- Sollte Nadal alle drei Gruppenspiele gegen Djokovic, Davydenko und Söderling gewinnen, das Halbfinale überstehen und im Finale scheitern, erhält er 1000 Punkte. Dann würden Federer zwei gewonnene Siege in der Gruppenphase ausreichen, um Weltranglistenerster zu bleiben.
Federer ist klar im Vorteil
Unter dem Strich stehen Federers Chancen natürlich gut, Platz 1 zu verteidigen. Nicht nur wegen seiner bisherigen Bilanz bei diesen inoffiziellen Weltmeisterschaften: Federer kann auf 27:5 Siege, sowie vier Titelgewinne und eine weitere Finalteilnahme zwischen 2003 und 2007 zurückblicken. Zudem sind alle Duelle beim ATP Masters Cup von der Güte der jeweiligen Gegner mit einem Halbfinale oder Endspiel eines der großen Turniere während des Jahres vergleichbar. Spaziergänge wird es für beide also vom ersten Aufschlag an nicht geben.















