Keine Ursachen für Schwächesymptome gefunden

"Brauche Ruhe": Kittel beendet Saison vorzeitig

Rad - 08.09. 17:40

Marcel Kittel zieht die Konsequenzen aus seinen angeschlagenen Gesundheitszustand und beendet die Saison 2018 vorzeitig. Dies gab der Katusha-Alpecin-Profi am Samstag bekannt.

Für Marcel Kittel ist die Saison vorzeitig beendet. © picture alliance

Kittel war zuletzt bei der Deutschland Tour ausgestiegen und hatte sich anschließend in medizinische Behandlung begeben, um Gründe für sein anhaltendes Formtief zu erhalten. Zwar sei bei den eingehenden ärztlichen Untersuchungen in Berlin keine eindeutige Ursache für seine Erschöpfungs- und Müdigkeitssymptome gefunden worden, "aber es ist klar, dass mein Körper im Moment einfach Ruhe braucht", gab der 30-Jährige über seine sozialen Medien bekannt.

"Die Ursachen für mein mieses Gefühl auf dem Rad sind leider nicht so einfach zu benennen. Es ist zum Glück nicht irgendein Virus im Spiel", sagte der 14-malige Tour-de-France-Etappensieger. Kittel fuhr in diesem Jahr erst zwei Siege im Frühjahr bei Tirreno-Adriatico ein, blieb ansonsten aber hinter den Erwartungen zurück. Bei der Tour ging er komplett leer aus, zudem kam es in Frankreich zu atmosphärischen Misstönen im Team. Sein russischer Katusha-Sportchef Dimitri Konyschew hatte ihn während der Tour als Egoisten bezeichnet, den er nie im Team gewollt habe.

Kittel beklagte, seit seinem Sturz bei der Tour de France 2017 "nie so richtig in den Ruhemodus gekommen" zu sein. Das wolle er nun nachholen und sich "ein paar ruhige Wochen" gönnen, um dann früher als üblich in die Vorbereitung auf das kommende Jahr einzusteigen.

Kittel denkt an Vogel: "Mein Frust wirkt auf einmal lächerlich"

In seinem Statement ging Kittel auch auf das Schicksal der Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel ein, die am Freitag ihre Querschnittslähmung nach einem Unfall öffentlich gemacht hatte. "Wenn ich darüber nachdenke, werden meine Probleme so winzig klein und jeder Frust über meine Saison 2018 wirkt auf einmal lächerlich", sagte er.

Vogel sei "die größte Inspiration", betonte Kittel. "Was für eine Powerfrau! Wenn sie nach so einem tragischen Erlebnis so viel Kämpferherz und Optimismus zeigt, dann kann ich ja wohl mal 2018 schnell vergessen und 2019 wieder voll angreifen."

jer/sid/dpa