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13.07.2018, 10:55

"Tour-Buch" vom Sunweb-Fahrer

Arndt: "...da geht es drunter und drüber"

Nikias Arndt nimmt die Leser mit auf die 105. Tour de France. Er berichtet für den kicker direkt aus dem Fahrerfeld über die Tage in Frankreich und gibt Einblicke, was hinter den Kulissen abläuft. Diesmal erzählt Arndt vom hohen Fieber von Michael Matthews, einem unglücklichen Defekt im Finale und erklärt, wie wichtig der Teamfunk dabei ist.

Nach Defekt: Nikias Arndt (links) und seine Teamkollegen geben Tom Dumoulin (Mitte) Windschatten.
Nach Defekt: Nikias Arndt (links) und seine Teamkollegen geben Tom Dumoulin (Mitte) Windschatten.
© picture allianceZoomansicht

"Auf der 5. Etappe habe ich leider meinen Zimmerkollegen und Sprintkapitän Michael Matthews verloren. Er musste sich nachts mehrmals übergeben, was sich bis zum Start der Etappe hingezogen hat. Am Morgen hatte er immer noch 39 Grad Fieber, sodass das Team entschieden hat, ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht starten zu lassen. Sehr schade für uns, aber das Rennen geht natürlich weiter.

Hektik und Defekt im Finale

Die 6. Etappe war einmal mehr sehr hektisch, und es ist viel passiert. Im Finale hatte Tom Dumoulin, unser Fahrer für die Gesamtwertung, leider einen Defekt. Sein Vorderrad ist sechs Kilometer vor dem Ziel in der Schaltung eines vorausfahrenden Fahrers hängengeblieben. In dieser Rennsituation kurz vor dem Ziel ist das natürlich extrem blöd. Wir mussten sofort reagieren, auf ihn warten und probieren, den Schaden so gering wie möglich zu halten und ihn möglichst dicht ans Feld ranzubringen.

Extrem wichtiger Funkverkehr

In der Situation, als Tom einen Defekt hatte, geht es bei uns im Team natürlich drunter und drüber, und es wird viel mit dem Auto kommuniziert. Alle Fahrer haben Funk, können nicht nur mit dem Teamfahrzeug, sondern auch untereinander kommunizieren, was in dieser Situation extrem wichtig war. Wo ist Tom? Hat er schon das Rad gewechselt? Wo hat jeder einzelne Fahrer zu warten? Letztlich wurde entschieden, dass ein Fahrer im Feld bleibt, und alle anderen haben hinten auf Tom gewartet, probiert, ihn wieder in Position zu bringen, um möglichst wenig Zeit zu verlieren.

Die Zielankunft war heute mit der Mur de Bretagne am Ende sehr schwer, es ging zwei Kilometer bergan. Dort hat Tom alles rausgeholt, um den Abstand so gering wie möglich zu halten. Am Ende hatte er einen Rückstand von 53 Sekunden (hinzu kam eine Zeitstrafe von 20 Sekunden wegen Fahrens hinter dem Teamfahrzeug, Anm.d.Red.). Der Rückstand ist zwar ärgerlich, aber zum Glück ist er nicht gestürzt und hat sich nur das Vorderrad ausgespeicht.

Materialschlacht Tour de France

Für alle Fälle gewappnet: Auf den Teamwägen sind die Ersatzräder schnell zur Hand.
Für alle Fälle gewappnet: Auf den Teamwägen sind die Ersatzräder schnell zur Hand.
© imagoZoomansicht

Für alle, die sich im Radsport nicht ganz so gut auskennen, ist es vielleicht ganz interessant zu wissen, dass hinter dem Feld zwei vollbeladene Teamwagen vom Team Sunweb fahren. Zunächst fährt natürlich jeder Fahrer auf seinem Wettkampfrad, hinzu kommen zwei komplette Ersatzräder, die auf den Fahrzeugen sind. Des Weiteren hat jedes Materialfahrzeug noch sechs Sätze Laufräder dabei, falls wir einen Platten oder einen anderen Defekt - wie bei Tom - haben. Bei Tom war es so, dass er zunächst von Simon Geschke das Vorderrad bekommen hat, weil es einfach schneller ging und er damit sofort weiterfahren konnte."


Nikias Arndt
Nikias Arndt
© imagoZoomansicht

Nikias Arndt ist gebürtiger Niedersachse, war in seiner Jugend vornehmlich auf der Bahn unterwegs und auch erfolgreich. 2010 wechselte er dann auf die Straße zum Team LTK Brandenburg, das sich die Ausbildung von U-23-Fahrern auf die Fahnen geschrieben hat. 2013 zog es ihn dann zur damaligen Equipe Argos-Shimano. Arndts Stärken liegen bei Eintagesrennen sowie im Sprint. Im Massenspurt feierte er auch seine bisher größten Erfolge. So im Jahr 2016, als er die 21. Etappe des Giro für sich entscheiden konnte. Ein Jahr später gewann er ebenfalls im Spurt mit dem Cadel Evans Ocean Road Race sein erstes Eintagesrennen auf der UCI-WorldTour. Bei der Tour de France, bei der er in diesem Jahr zum zweiten Mal dabei ist, war ein 2. Rang auf der 19. Etappe im vergangenen Jahr sein bisher bestes Ergebnis.

Video zum Thema
Tour de France - 6. Etappe- 13.07., 00:50 Uhr
Irrer Antritt vom Iren Martin und Pech bei Dumoulin
Mit einem unwiderstehlichen Antritt sicherte sich der Ire Daniel Martin auf der sechsten Etappe der Tour de France den Tagessieg und stahl damit den ausgemachten Favoriten die Show. Pech hatte Mitfavorit Tom Dumoulin, der in der Schlussphase einen Defekt hatte und wichtige Zeit verlor.
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