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15.03.2016, 17:20

Keine "Prognose" für Degenkolbs Rückkehr

Greipel muss Mailand-San Remo absagen

Die deutschen Hoffnungen auf einen Sieg beim Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo haben einen weiteren Dämpfer erhalten. Nachdem bereits Vorjahressieger John Degenkolb infolge seiner Unfallverletzungen nicht an den Start gehen kann, musste nun auch André Greipel absagen. Der deutsche Topsprinter laboriert noch an den Folgen seines Sturzes bei der Algarve-Rundfahrt. Ein Termin für das Comeback Degenkolbs steht immer noch nicht fest.

André Greipel
Sah zunächst nicht so schlimm aus: André Greipel (re.) nach seinem Sturz bei der Algarve-Rundfahrt.
© imagoZoomansicht

Bereits auf der 4. Etappe der Algarve-Rundfahrt Mitte Februar hatte sich Greipel bei einem Sturz Blessuren im Rippenbereich zugezogen. Trotz dieser Verletzung ging Greipel zuletzt noch bei der Fernfahrt Paris-Nizza an den Start, auf der vierten Etappe sprintete er mit Rang drei auf das Podest. Einen Tag später stieg er aus dem "Rennen zur Sonne" aus.

Am Dienstag kündigte nun sein belgisches Team Lotto-Soudal an, dass der 33-Jährige wegen der Sturzfolgen eine zehntägige Trainingspause einlegen muss. Denn die Schmerzen im Brustbereich ließen nicht nach, sodass bei Greipel eine weitere Untersuchung im Krankenhaus von Herentals vorgenommen wurde. Dabei kam zutage, dass sich Greipel drei Rippen gebrochen hat, weshalb eine längerfristige Erholungsphase notwendig ist. Mindestens zehn Tage lang darf Greipel nicht auf das Rad steigen, Mailand-San Remo am kommenden Samstag wird ohne den Rostocker ausgetragen.

"Keine Prognosen": Degenkolb peilt Tour de France an

Damit kann nach Vorjahressieger Degenkolb ein zweiter deutscher Sieganwärter nicht an den Start gehen. Degenkolb hatte sich bei dem Trainingsunfall seines Teams Giant-Alpecin im Januar, als eine Autofahrerin im spanischen Calpe in eine Gruppe gefahren war, schwere Verletzungen zugezogen. Unter anderem verlor er fast einen Finger und erlitt einen Unterarmbruch, zudem zog er sich mehrere tiefe Schnittverletzungen zu.

Auch zwei Monate nach dem Horrorunfall kann Degenkolb noch keine Prognosen über sein mögliches Comeback geben. "Das erste große Saisonziel, die Frühjahrsklassiker, ist abgehakt. Ich konzentriere mich jetzt auf das zweite große Ziel, die Tour de France", sagte Degenkolb am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Oberursel bei Frankfurt.

Für den zweimaligen Klassikersieger war es der erste öffentliche Auftritt nach seinem Unfall. "Die Verletzungen sind enorm schwer gewesen und nach wie vor beeinträchtigend", sagte Degenkolb: Der Heilungsprozess nehme "wahnsinnig viel Zeit in Anspruch. Die Brüche sind nach wie vor nicht vollständig ausgeheilt, das alles sind große Belastungen für den Körper."

Ob der lädierte Zeigefinger jemals wieder seine alte Funktionsfähigkeit erlangen wird, steht noch nicht fest. Mental befürchtet Degenkolb aber keine Spätfolgen: "Ich glaube, dass ich den Unfall gut verkraftet habe. Ich habe versucht, viel darüber zu sprechen und es zu verarbeiten", sagte er. Vor der Situation, sich auf das Rad zu setzen und sich im Straßenverkehr zu bewegen, habe er keine Angst.

jer/sid

 

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