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02.03.2016, 22:55

Bahnrad-WM: Zweimal Platz drei für deutsche Teamsprinter

"Golden Girls" freuen sich über Bronze

Der Auftakt der Bahnrad-WM in London fiel für die deutsche Mannschaft mit zweimal Bronze zufriedenstellend aus. Vor allem die "Golden Girls" schlugen wieder zu. Der Vierer blieb hinter den Erwartungen. Superstar Wiggins ließ dagegen die Briten jubeln.

Zufrieden mit dem dritten Rang bei der Bahnrad-WM: Miriam Welte und Kristina Vogel.
Zufrieden mit dem dritten Rang bei der Bahnrad-WM: Miriam Welte und Kristina Vogel.
© Getty ImagesZoomansicht

Bronzener Auftakt für die deutschen Bahnradasse bei der WM in London: Die "Golden Girls" Kristina Vogel und Miriam Welte durften am Ort ihres Olympia-Triumphes nach einer bislang enttäuschenden Saison mit dem dritten Platz wieder jubeln. Und auch die männlichen Kollegen Rene Enders (Erfurt), Max Niederlag (Heidenau) und Joachim Eilers (Chemnitz) wendeten mit Bronze im Männer-Teamsprint am Mittwoch eine Enttäuschung gerade noch ab.

So hellten sich die Gesichter im deutschen Lager zum Ende des ersten Tages doch noch auf. Denn zunächst lief es nicht nach Plan. Das betraf insbesondere den Vierer, der in der Qualifikation in einer mäßigen Zeit von 4:00,127 nicht über den sechsten Platz hinausgekommen war. Die beste Zeit (3:55,664) hatten Superstar Bradley Wiggins, der nach acht Jahren sein WM-Comeback gegeben hatte, und seine britischen Kollegen auf das Holzoval hingelegt.

Im nichtolympischen Scratch fuhr Titelverteidiger Lucas Liß (Bergkamen) auf den siebten Platz. Außerdem belegte Mieke Kröger (Bielefeld) in der 3000-Meter-Einerverfolgung in 3:38,002 Minuten den fünften Platz. Vogel und Welte, die vor vier Jahren in London völlig überraschend die Goldmedaille im Teamsprint gewonnen hatten, sorgten schließlich für den ersten Lichtblick aus deutscher Sicht. Im kleinen Finale setzten sie sich in 32,740 Sekunden gegen Australien (32,871) durch. Mehr war gegen die starke Konkurrenz nicht drin.

Für mich ist das ein kleiner Sieg.Miriam Welte

Zumal schon die ganze Wintersaison schwierig verlief, nachdem Welte lange ausgefallen war. "Unser großer Traum ist es, noch einmal Olympiasieger zu werden. Dafür reiße ich mir jeden Tag im Training den Arsch auf", sagte Welte, die überglücklich war: "Für mich ist das ein kleiner Sieg. Ich wollte zeigen, dass ich es kann und ins Team gehöre." Auch Vogel sprach von einer "ganz wichtigen Medaille", schließlich sei es der letzte ernsthafte Wettkampf vor den Spielen gewesen. Den WM-Titel holte sich Russland (32,679), nachdem die siegreichen Chinesinnen (32,575) wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert wurden.

Die deutschen Teamsprinter machten es Vogel/Welte anschließend nach. Im Lauf um Platz drei hatte das Trio in 43,536 Sekunden gegen Frankreich (43,577) die Nase knapp vorn. Zuvor hatte es in der Qualifikation für Enders, Niederlag und Eilers einen herben Dämpfer gegeben, als der vorzeitige K.o. mit einer Tausendstelsekunde auf Australien mit Ach und Krach abgewendet wurde.

Trotzdem wird es mit Blick auf die Olympischen Spiele in Rio wohl noch Diskussionen über die Team-Besetzung geben. Bundestrainer Detlef Uibel hatte sich gegen einen Start des Keirin-Olympiazweiten Maximilian Levy entschieden. Der Cottbuser könnte noch ein Thema werden, wenn er in den Einzeldisziplinen mit Podestplatzierungen überzeugen kann. Den WM-Titel in London holte Neuseeland (43,257) vor der vom Deutschen Rene Wolff trainierten niederländischen Mannschaft (43,469).

Ausdauer-Bundestrainer Sven Meyer musste nach dem sechsten Platz des Vierers eingestehen, dass «wir weit weg vom Optimum sind». Immerhin sei die Erleichterung groß, dass die Mannschaft trotzdem vorne dran sei, auch wenn es nicht laufe. Am Donnerstag haben Leif Lampater (Rosenheim), Nils Schomber (Grevenbroich), Kersten Thiele (Sinsheim) und Domenic Weinstein (Bad Dürrheim) in der ersten Runde noch einmal eine Chance.

dpa

 

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