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07.01.2016, 16:44

Team-Präsentation von Giant-Alpecin

Degenkolb: "Der Druck wird größer"

An Bewährtem festhalten - nach dieser Devise verfuhren die Verantwortlichen der deutschen Radsport-Equipe Giant-Alpecin und wählten nach einer blendend verlaufenen Saison 2015 wie im vergangenen Jahr zum gleichen Datum Berlin als Ort, um ihre Mannschaft vor den Augen von Bundesjustizminister Heiko Maas und rund 150 geladenen Gästen zu präsentieren. Mit einem kleinen Unterschied: Bildete im vergangenen Jahr die französische Botschaft die Bühne für die Vorstellung, so ist es an diesem Donnerstag die italienische gewesen.

John Degenkolb
Hoffnungsträger des Teams: John Degenkolb.
© Getty ImagesZoomansicht

Weitaus größer ist da schon die Veränderung der Mannschaft, auch wenn sie sich im Kern weitestgehend unverändert präsentiert hat. Was nach einem Widerspruch klingt, ist mit einem Namen schnell geklärt: Marcel Kittel. Mit dem Abgang des Weltklasse-Sprinters zum belgischen Team Etixx-Quick Step geht auch ein grundlegender Wandel einher. Hatte sich die Vorgänger-Equipe Skil Shimano ihren Weg in die Weltspitze einst als reines Sprinter-Team geebnet, so entwickelt sich die heute unter der Flagge des deutschen Hauptsponsor Alpecin fahrende Mannschaft Stück für Stück in Richtung einer Equipe, die mit Ambitionen in die großen Rundfahrten geht.

Laurens ten Dam: Einer fürs Gesamtklassement

Laurens ten Dam
Der neue Mann fürs Gesamtklassement: Laurens ten Dam.
© picture alliance

Die Verpflichtung des in den USA lebenden Niederländers Laurens ten Dam ist dafür ein klares Indiz. Der kletterstarke 34-Jährige, zuletzt bei LottoNL-Jumbo unter Vertrag, bringt die Erfahrung von zwölf Grand-Tour-Teilnahmen mit und wurde 2014 bei der Tour de France Neunter. Der Routinier soll unter anderem das französische Rundfahrttalent Warren Barguil (24) unterstützen, das 2014 bei der Vuelta Achter und im vergangenen Jahr bei seiner ersten Tour-Teilnahme 15. wurde.

Und selbstredend Tom Dumoulin, der sich in der vergangenen Saison als große Rundfahrt-Entdeckung entpuppte. Dass es der 25-jährige, 1,85 Meter große Schlacks im Zeitfahren mit der Weltelite aufnehmen kann, das wusste die sportliche Leitung. Dass der Niederländer aber auch das Potenzial hat, um bei großen Landesrundfahrten am Ende auf dem Podest zu landen, hatte sie so nicht auf dem Schirm. Bei der Vuelta gewann Dumoulin neben einem Einzelzeitfahren auch eine Bergankunft und fuhr lange Zeit um den Sieg im Gesamtklassement mit. Erst auf der 20. Etappe, der letzten Bergetappe, musste er sein Leader-Trikot an den Italiener Fabio Aru abtreten - am Ende wurde er Sechster. Und wer weiß, wie das ganze ausgegangen wäre, wenn er bei jener 20. Etappe die Unterstützung eines Laurens ten Dam gehabt hätte? Einerlei, Dumoulin hat But geleckt. "Die vergangene Saison hat mir neue Möglichkeiten eröffnet", meint der Niederländer, der in dieser Saison seinen Fokus auf den Giro d'Italia und die Olympischen Spiele legen wird.

Doch ungeachtet aller Rundfahrt-Ambitionen will Giant-Alpecin selbstredend auch bei Sprintankünften weiterhin ein ernstes Wort mitreden. Womit John Degenkolb ins Spiel kommt, das in Frankfurt lebende Aushängeschild des 27-köpfigen Teams. Im vergangenen Frühjahr gelang ihm der ganz große Coup, indem er mit den Eintagesklassikern Mailand-San Remo und Paris-Roubaix gleich zwei Radsport-Monumente gewinnen konnte. Dass sein Vertrag am Ende des Jahres ausläuft, macht ihn selbstredend auch für andere Mannschaften attraktiv.

Die "DNA des Teams" soll verlängern

John Degenkolb
Zeigte sich trotz der hohen Erwartungen gut gelaunt: John Degenkolb.
© picture alliance

Geht es nach der Führung von Giant-Alpecin, soll sich dies alsbald ändern. "John ist die DNA des Teams. Wir sollten besser nicht solange warten", betont Teamchef Iwan Spekenbrink in Berlin. Die Verhandlungen laufen bereits, und Geburtstagskind Degenkolb - er wurde am Tag der Mannschaftspräsentation 27 Jahre alt - lässt durchblicken, dass er in Kürze seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag setzen könnte. "Die Gespräche waren bislang sehr positiv. Und es ist bekannt, dass ich mich in dem Team sehr wohlfühle", so der nunmehr alleinige Giant-Alpecin-Kapitän für Sprintankünfte, der ein ganz anderer Typ als Kittel ist.

Was die reine Endgeschwindigkeit anbelangt, kann er es nicht mit seinem ehemaligen Kollegen aufnehmen. Dafür ist er als tempofester Weltklasse-Allrounder deutlich vielseitiger. "Ein klassischer Sprinter, der die langen, flachen Zielankünfte mag, bin ich nicht. Für mich ist es gut, wenn es leicht bergauf geht oder andere Schwierigkeiten warten", sagt er. Dass der gebürtige Geraer nunmehr der einzige Ausnahmesprinter im Team ist, sieht er mit einem weinenden und lachenden Auge. "Mit Marcel haben wir einen Fahrer verloren, der für etliche Siege gut ist", so "Dege", wie ihn seine Freunde nennen. Dass sich der Sprintzug ausschließlich auf ihn konzentriert, und er auch nicht mehr wie in der Vergangenheit das eine oder andere Mal für Kittel den Sprint anziehen muss, ist ein für ihn positiver Aspekt - mit einer allerdings negativen Fußnote. "Der Druck, der auf meinen Schultern lastet, wird größer, keine Frage. Doch ich sehe das auch positiv - es ist eine zusätzliche Motivation für diese Saison."

Frühjahrsklassiker sind wieder das große Ziel

Eine Saison, die für ihn am 3. Februar in Dubai startet, und deren erster Höhepunkt die Frühjahrsklassiker sein werden. "Mein Ziel ist es, in der gleichen Form wie im vergangenen Jahr dort an den Start zu gehen." Welche Erwartungen er mit seinen Triumphen im vergangenen Jahr weckte, hat er unlängst erfahren. Als ein großes Ziel nannte er vor kurzem, die Flandern-Rundfahrt zu gewinnen, um den Triple der Radsport-Monumente des Frühjahres perfekt zu machen. "Viele legten mir das so aus, als wäre es mein Ziel, nun alle drei Rennen zu gewinnen. Doch das wäre vermessen, auch wenn ich natürlich alles daran setzen werde, meine Siege zu verteidigen."

Bei diesem Vorhaben werden ihn wohl mit Niklas Arndt und Simon Geschke zwei der insgesamt fünf deutschen Fahrer des Teams als Helfer unterstützen. Ersterer wird in dieser Saison aber auch eine andere Rolle einnehmen: Die Teamleitung will ihn als Sprinter aufbauen und hat dementsprechend sein Training umgestellt. "Kurze, intensive Intervalle und mehr Besuche im Kraftraum", erklärt Arndt diese Umstellung. Der 24-Jährige kommt zudem in den Genuss eines Anschauungsunterrichts, wie er besser nicht sein könnte. Er lebt wie André Greipel in der Nähe von Bonn und dreht mit dem fürs Team Lotto Soudal in die Pedale tretenden deutschen Weltklasse-Sprinter des Öfteren gemeinsame Trainingsrunden in der Eiffel.

Geschke: "Es war der Tag des Jahres"

Simon Geschke
Karrierehöhepunkt: Simon Geschke bei seinem Tour-Etappen-Sieg.
© imago

Arndt wird nach den Frühjahrs-Klassikern den Giro d'Italia bestreiten, bei dem er dann in der einen oder anderen Etappe seine Chance suchen soll. Welche große Landesrundfahrt hingegen der Berliner Simon Geschke unter die Reifen nehmen wird, ist noch offen. Unvergessen bleibt, wie der Mann mit dem Rauschebart bei der letztjährigen Tour de France die schwere Bergetappe in den Pyrenäen nach Pra Loup gewinnen konnte. "Es war der Tag des Jahres für mich", erinnert sich der 29-Jährige, dem sein Mannschaftskapitän in dieser Saison ein ähnliches Husarenstück zutraut. "Das Profil der Olympia-Strecke in Rio ist mir leider nicht auf den Leib geschneidert. Ich wäre dennoch sehr gerne dabei, um den anderen zu helfen. Simon zum Beispiel, dem der Kurs sehr gut liegen müsste", sagt John Degenkolb.

Chris Biechele

John Degenkolbs traumhafter Aufstieg
Vuelta, Giro, Monumente und ein Traum
Steiler Aufstieg

John Degenkolb ließ schon in seinen jungen Jahren wenig Zweifel über sein großes Potenzial zu. Mittlerweile gehört er zu den Stars der Szene. Der große Durchbruch gelang mit Seriensiegen bei der Vuelta. Es folgte weitere Triumphe beim Giro und in diesem Jahr dominierte er die Monumente im Frühjahr. Doch ein Traum blieb bisher unerfüllt.
© imago/picture alliance

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