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13.04.2014, 16:49

Paris-Roubaix: Terpstra gewinnt

Degenkolb wird in "Hölle des Nordens" Zweiter

Den großen Cancellara im Sprint geschlagen, den ersten deutschen Sieg seit 1896 aber verpasst. John Degenkolb musste sich beim 112. Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen. Trotzdem ein großer Erfolg - Niki Terpstra siegte. Doch Degenkolb dachte gleich an die Zukunft und kündigte an, dass Rennen irgendwann zu gewinnen.

Beendete einen Tag voller Qualen mit dem Sieg: Niki Terpstra.
Beendete einen Tag voller Qualen mit dem Sieg: Niki Terpstra.
© Getty ImagesZoomansicht

John Degenkolb sprintete mit letzter Kraft auf der Betonpiste im alten Velodrome von Roubaix vor Fabian Cancellara ins Ziel und reckte die Faust in den Himmel. Zum ersten deutschen Sieg beim berüchtigten Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix nach 118 Jahren reichte es aber trotzdem nicht. Degenkolb musste sich nach 257 Kilometern, davon 51,1 Kilometer über die berüchtigten Kopfsteinpflaster-Passagen aus den Zeiten Napoleons, mit dem eigentlich undankbaren zweiten Platz begnügen. Denn der Niederländer Niki Terpstra, der sieben Kilometer vor dem Ziel eine erfolgreiche Attacke gestartet hatte, erwies sich als der große Spielverderber und markierte nach Platz drei im Vorjahr den größten Erfolg seiner Karriere.

"Es ist ein großartiges Gefühl. Ein Traum ist wahr geworden, bei einem großen Radsport-Monument auf dem Podium zu stehen. Irgendwann will ich dieses Rennen gewinnen, ich bin noch jung. Die Zukunft gehört mir, ich werde älter und erfahrener", sagte Degenkolb nach seiner Galavorstellung mit Dreck verschmiertem Gesicht.

John Degenkolb
Im Ziel reichte die Kraft noch für eine Kampfansage: John Degenkolb.
© picture allianceZoomansicht

Platz zwei in der "Hölle des Nordens" hatte sich für Degenkolb fast wie ein Sieg angefühlt. Mit einer bärenstarken Leistung war der Frankfurter bei seinem Lieblingsrennen immer im Vorderfeld vertreten und hatte schließlich im Sprint einer zehnköpfigen Gruppe das größte Stehvermögen. So muss der deutsche Radsport vorerst weiter auf den zweiten Sieg seit der ersten Auflage des Rennens im Jahre 1896 warten, als einst Josef Fischer triumphierte.

In einem spektakulären Rennen fiel die Entscheidung sieben Kilometer vor dem Ziel, als Terpstra aus einer elfköpfigen Spitzengruppe ausriss und einen taktischen Vorteil - drei Omega-Pharma-Quickstep-Fahrer fuhren in der Spitzengruppe - nutzte. Zuvor war es immer wieder zu Attacken gekommen, die dem großen Favoriten Cancellara offensichtlich schwer zu schaffen machten.

Damit fiel die programmierte Fahrt in die Geschichtsbücher für Cancellara aus. Mit einem vierten Triumph hätte der Schweizer Ausnahmefahrer zu den belgischen Rekordsiegern Tom Boonen und Roger De Vlaeminck aufschließen können und als erster Radprofi zum dritten Mal das begehrte Double aus Flandern-Rundfahrt und "La Roubaix" gewinnen können. Doch es reichte nicht.

Es war nicht der Tag des Schweizers. Gut 80 Kilometer vor dem Ziel kam unmittelbar vor ihm sein Trek-Teamkollege Hayden Roulston (Neuseeland) spektakulär zu Fall. Cancellara entging nur knapp einem Sturz. Ansonsten ging es im Gegensatz zur Sturzserie bei der "Ronde" aber glimpflich zu, auch weil das Wetter mitspielte. Bei rund 15 Grad und trockenen Bedingungen war es bei der schier endlosen Fahrt durch die tristen Rübenäcker Nordfrankreichs insbesondere eine staubige Angelegenheit.

Die Konkurrenz machte Cancellara dabei das Leben schwer. Insbesondere Boonen wollte seinem großen Gegenspieler nicht kampflos den Sieg überlassen, nachdem er in der Vorwoche noch zu den großen Geschlagenen gehört hatte. 64 Kilometer vor dem Ziel startete der Belgier eine überraschende Attacke, aus der sich eine sechsköpfige Spitzengruppe mit dem norwegischen Ex-Weltmeister Thor Hushovd bildete.

Ein geschickter Schachzug von Boonen, hatte er Cancellara dadurch in die Bredouille gebracht. Schnell wuchs das Loch zu Cancellara und dem Rest des Topfahrer auf bis zu 50 Sekunden an, was auch daran lag, dass sich hinten kaum einer an der Nachführarbeit beteiligen wollte. So war es Cancellara, der mit seinem letzten verbliebenen Helfer die meiste Arbeit verrichten musste. 25 Kilometer vor dem Ziel kam es trotzdem zum Zusammenschluss, dann attackierte Peter Sagan.

Doch Cancellara war erneut Herr der Lage und führte eine kleine Gruppe mit Degenkolb wieder heran. Schließlich schlossen noch weitere Hochkaräter wie Boonen und Ex-Toursieger Bradley Wiggins auf, so dass elf Fahrer Richtung Roubaix fuhren. Dann schlug die Stunde von Terpstra .(dpa)


112. Paris - Roubaix über 257 km:

1. Niki Terpstra (Niederlande/Quick Step) 6:09:01 Stunden, 2. John Degenkolb (Gera/Giant) 00:20 Minuten zurück, 3. Fabian Cancellara (Schweiz/Trek), 4. Sep Vanmarcke (Belgien/Belkin), 5. Zdenek Stybar (Tschechien/Quick Step), 6. Peter Sagan (Slowakei/Cannondale), 7. Geraint Thomas (Großbritannien/Sky), 8. Sebastian Langeveld (Niederlande/Garmin), 9. Bradley Wiggins (Großbritannien/Sky), 10. Tom Boonen (Belgien/Quick Step) alle gleiche Zeit, ... 22. Marcus Burghardt (Zschopau/BMC) 01:05, ... 44. Roger Kluge (Eisenhüttenstadt/IAM) 06:42, ... 65. Christian Knees (Bonn/Sky) 07:06, 66. Andreas Schillinger (Kümmersbruck/NetApp) gleiche Zeit, ... 77. Robert Wagner (Magdeburg/Belkin) 09:55, ... 100. Nikias Arndt (Buchholz/Giant) 13:16, ... 119. Dominic Klemme (Lemgo/IAM) 18:39, ... 124. Jasha Sütterlin (Freiburg/Movistar) 18:54, ... 136. Rüdiger Selig (Zwenkau/Katjuscha) 27:46, ... 138. Robert Förster(Markkleeberg/United Healthcare), ... 143. Ralf Matzka (Villingen-Schwenningen/NetApp) alle gleiche Zeit. - ausgestiegen u.a.: Marcel Sieberg (Castrop-Rauxel/Lotto), Björn Thurau (Frankfurt/Europcar), Michael Schwarzmann (Kempten/NetApp)

 

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