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26.05.2013, 17:17

21. Etappe: Mark Cavendish zum fünften

Nibali feiert historischen Giro-Sieg

Vincenzo Nibali hat sich durch eine der schwierigsten Italien-Rundfahrten der letzten Jahrzehnte zum Gesamtsieg gekämpft. Der 28-jährige Sizilianer, der Eis- und Schnee-Etappen überstand, hat sich im Kreis der besten Rundfahrer der Welt etabliert.

Sieger des Giro 2013: der Italiener Vincenzo Nibali (Astana).
Sieger des Giro 2013: der Italiener Vincenzo Nibali (Astana).
© picture allianceZoomansicht

Vincenzo Nibali hat sich durch dichtes Schneetreiben, Dauerregen und große Hitze in einem denkwürdigen Giro d'Italia zum größten Triumph seiner Karriere gekämpft. Am Sonntag sicherte sich der 28-jährige Sizilianer zum ersten Mal den Gesamtsieg in seinem Heimatland und verwies nach 21 Etappen den Kolumbianer Rigoberto Uran mit 4:43 Minuten Rückstand auf den zweiten Platz.

Nach Platz drei bei der Tour de France 2012 und dem Vuelta-Sieg 2010 hat sich Nibali im Kreis der stärksten Rundfahrer der Welt etabliert. Allerdings wird es ein Kräftemessen bei der 100. Tour, die am 29. Juni auf Korsika beginnt, nicht geben. Der Astana-Kapitän aus dem Winokurow-Team bevorzugt die Vuelta als WM-Vorbereitung und freut sich nach dem Giro-Triumph erst einmal auf seinen Porsche, den er sich zulegen will. Seine Teamkollegen beschenkte er mit teuren Uhren.

Den Etappensieg auf dem letzten Tageabschnitt sicherte sich am Sonntag in Brescia Mark Cavendish. Der Brite, der sich bravourös durch den Tiefkühl-Giro der Alpen kämpfte, feierte nach 197 Kilometern seinen fünften Etappensieg. Die Belohnung dafür: das Rote Trikot des Punktbesten, das er im vergangenen Jahr um einen Zähler verfehlt hatte.

Die 96. Giro-Auflage, die auch nicht ohne die obligatorisch scheinenden Dopingfälle auskam, die Danilo di Luca und Sylvain Georges trafen, war in der letzten Woche geprägt vom Winterwetter im Frühsommer. Die Streckenführung dreier Etappen musste einschneidend modifiziert werden, die 19. Etappe in den Dolomiten war am Freitag komplett dem Schneefall und Minustemperaturen zum Opfer gefallen. Aber trotz aller Weitsicht der Veranstalter - die Profis mussten bei dieser Rundfahrt außergewöhnliche Opfer bringen.

Nibali feierte seinen zweiten Etappensieg am Stück im Schneetreiben auf den 2304 Meter hohen Drei Zinnen und war auf dem Zielstrich als Solosieger kaum zu erkennen. «Es war sehr hart, ein historischer Tag», sagte der schmale Sizilianer. Cavendish hatte nach der ersten Schnee-Etappe in Bardonecchia getwittert: «So etwas möchte ich nie mehr erleben». Ähnliche Bilder hatte es vom Giro zuletzt 1988 gegeben, als sich der US-Profi Andy Hampstean durch den Winter auf dem Gavia-Pass zum Gesamtsieg gequält hatte. 65 Giro-Starter erreichten das Ziel in Brescia nicht.

Auf der Pressekonferenz nach seinem großen Sieg am Samstag hatte der Mann im Rosa Trikot nicht in den Chor der di Luca-Kritiker eingestimmt. «Es scheint, er hat die Ideale seines Lebens verloren - das ist mehr eine Existenzfrage als ein Problem des Radsports», hatte Nibali zum Dopingfall seines zum wiederholten Mal positiv getesteten ehemaligen Teamkollegen erklärt.

Für das große Ausrufezeichen der deutschen Giro-Starter hatte John Degenkolb mit seinem Etappensieg in Matera gesorgt. Altmeister Danilo Hondo (39) und Paul Martens hatten durch Top-Ten-Plätze auf sich aufmerksam gemacht. Christian Knees war wie immer loyaler Helfer seiner Kapitäne. Erst strampelte er selbstlos für den schnell als Topfavoriten entzauberten Bradley Wiggins, der mit einer schweren Erkältung aussteigen musste.

Nach dessen Demission legte sich der lange Bonner für Uran ins Zeug. Der kleine Kolumbianer mit der Mick-Jagger-Frisur war als Wiggins' Edelhelfer gestartet. Den Sprung an die Teamspitze vollzog er mit Bravour und verwies den ehemaligen Toursieger Cadel Evans auf der vorletzten Etappe noch auf den dritten Platz.

(dpa)

 

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