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09.04.2013, 16:10

Auch Kohl und Teamarzt Schmid geladen

Schumachers Wiedersehen mit Holczer

Ab Mittwoch werden sich Radprofi Stefan Schumacher und Hans-Michael Holczer vor dem Stuttgarter Landgericht wiedersehen. Schumacher wird vorgeworfen, seinen ehemaligen Chef bei Gerolsteiner durch die Einnahme von Dopingmitteln hintergangen zu haben. In der letzten Woche aber gestand Schumacher nach jahrelangem Leugnen die Einnahme von Dopingmitteln und belastete dabei Holczer schwer.

Stefan Schumacher und Hans-Michael Holczer
Die einstigen Kollegen Stefan Schumacher und Hans-Michael Holczer werden sich ab Mittwoch in Stuttgart vor Gericht gegenüberstehen.
© picture allianceZoomansicht

Vordergründig geht es "nur" um 150.000 Euro, die Holczer von seinem ehemaligen Schützling zurückfordert. Diese Summe resultiert aus drei Monatsgehältern, die Schumacher betrügerisch von Holczer erworben habe. Doch der Prozess zwischen den beiden ehemaligen Weggefährten birgt viel Zündstoff.

Da wären zum einen die Vorwürfe von Schumacher Richtung Holczer. Schumacher, der im Jahr 2008 der Einnahme des EPO-Mittels Cera überführt und gesperrt wurde, bestritt anschließend Doping und machte für die positive Probe Verfahrensfehler geltend. Doch letzte Woche legte er dann eine umfassende Dopingbeichte ab: "Ich habe Epo genommen, auch Wachstumshormone und Kortikosteroide", sagte Schumacher gegenüber dem Magazin "Der Spiegel".

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Gerolsteiner-Bus als "Apotheke mit Selbstbedienung?"

Schumacher belastete mit seinen Aussagen auch Holczer. "Der hat schon mitbekommen, was um ihn herum passiert ist", so der 31-Jährige. "Die meisten Sachen konnte sich jeder aus der Medikamentenbox nehmen. Das war völlig verrückt. Einen so laxen Umgang mit Medikamenten habe ich nur bei Gerolsteiner erlebt", berichtete er. Im Bus des Teams Gerolsteiner sei es zugegangen "wie in einer Apotheke mit Selbstbedienung". Schumachers Anwalt Michael Lehner sprach bereits von einem "Heiligenscheinteam Gerolsteiner".

Holczer, der sich während seiner Zeit als Teamchef als konsequenter Vorreiter im Anti-Doping-Kampf positionierte und mittlerweile als Berater des russischen Verbands arbeitet, wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Mitwisserschaft als haltlos zurück: "Das ist vollkommen aus der Luft gegriffen", hatte er zuletzt dem SID gesagt. Es werde Aufgabe des Landgerichts sein, "diesen Sachverhalt zu klären".

Eine Verurteilung Schumachers würde den dopenden Sportler als "Sünder" oder "schwarzes Schaf" in den Mittelpunkt der Ermittlungen stellen. Allerdings ist dazu nötig, dass es eine eindeutig Betrogene Seite gibt: "Er (der Betrugstatbestand, die Red.) setzt voraus, dass der Geschädigte ein echtes Opfer ist, einer, der nichts mit der Sache zu tun hat", sagte Dieter Rössner, der zweite Anwalt Schumachers. Sollten die Richter also den Ausführungen Schumachers Glauben schenken, wonach Holczer in seiner Funktion als Gerolsteiner-Teamchef von den Vorgängen zumindest gewusst habe, so könnte Holczer im juristischen Sinn nicht als Betrogener gelten. Denn Mitwisser können nicht betrogen werden.

Präzedenzfall mit Auswirkungen

Auch aus sportpolitischer Sicht ist der Fall brisant. Erstmals steht ein Sportler im Zusammenhang mit Doping in einem Betrugsverfahren vor Gericht. Bisher gab es zwar immer wieder Ermittlungen, doch zu einer Verhandlung ist es wegen der schwierigen Beweisführung noch nie gekommen.

Die Verhandlung Holczer gegen Schumacher ist also ein Präzedenzfall. Im Endeffekt wird es auch darum gehen, ob die bestehende Rechtssprechung dem Thema Doping gerecht wird: "Die Frage ist, reicht das normale Sportrecht aus, um Doping mit all seinen Mehrschattierungen mit Ärzten, Funktionären und Betreuern abzudecken", umschrieb Lehner die Bedeutung des Verfahrens.

Gegner und Befürworter eines Anti-Doping-Gesetzes werden gleichermaßen gespannt nach Stuttgart schauen, das Urteil könnte Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Diskussionen haben. Anhänger eines umfassenden Anti-Doping-Gesetzes dürften von einem Freispruch profitieren, Fürsprecher der bestehenden Rechtsauslegung dürften sich von einer Verurteilung Schumachers bestätigt fühlen.

Auch Kohl und Schmidt im Zeugenstand

Laut Lehner und Rössner sind der geständige ehemalige Gerolsteiner-Fahrer Bernhard Kohl sowie der ehemalige Teamarzt Mark Schmidt als Zeugen geladen. Auch Holczer selbst muss in den Zeugenstand, und zwar am 18. April, den zweiten von insgesamt acht anberaumten Verhandlungstagen. Dann wird sich Holczer wohl einige unangenehme Fragen gefallen lassen müssen. Mit einem Urteil ist im Juni zu rechnen.

09.04.13
 
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