
"Ich verdiene es, bestraft zu werden, aber ich bin nicht sicher, ob ich die Todesstrafe verdiene", sagte Armstrong am Freitag (Ortszeit) in der TV-Sendung Winfreys.
Armstrong hofft durch seine Doping-Beichte auf die Reduzierung seiner lebenslangen Sperre und ein Wettkampfcomeback. "Möchte ich wieder in den Wettkampf? Dann sage ich ja! Ich bin Wettkämpfer. Ich liebe das Training, ich liebe Wettkämpfe", sagte der 41-jährige Amerikaner. "Aber ich habe die Todesstrafe! Ich sage nicht, dass es unfair ist, aber es ist eine Andersbehandlung."
Armstrong wünscht sich, seine Geschichte gegen eine mildere Sperre einzutauschen, rechnet aber nicht damit. "Was haben andere Sportler bekommen?", fragte der ehemalige Radprofi und spielte damit - ohne den Namen zu nennen - zum Beispiel auf Marion Jones an. Der frühere Leichtathletik-Star musste wegen zweimaligen Meineides 2008 für sechs Monate ins Gefängnis.
Einen Tag nach der Ausstrahlung des ersten Teils, in dem der Texaner Dopingmissbrauch bei all seinen sieben Tour-de-France-Siegen gestanden hatte, betonte Armstrong, dass sein Rücktritt als Vorsitzender seiner Krebsstiftung der "erniedrigendste Moment" seiner Karriere war. Er hatte "Livestrong" 1997 in seiner Heimatstadt Austin gegründet. Nachdem die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA umfangreiches Beweismaterial gegen ihn gesammelt hatte, gab er seinen Posten im Herbst auf.
"Die Stiftung war so etwas wie mein sechstes Kind. Ich würde nicht sagen, ich bin rausgedrängt worden, aber es war für die Organisation das Beste. Es tat weh, das war der Tiefpunkt", so Armstrong.
Auch die finanziellen Verluste, die er erlitten habe, seien beträchtlich gewesen, gerade in den Tagen, als ihn reihenweise Sponsoren verlassen hatten. Er habe jedes zukünftige Einkommen verloren, sagte Armstrong. "Ein Tag hat mich wohl 75 Millionen Dollar gekostet. Das kommt nie wieder."
Konfrontiert wurde Armstrong auch mit dem Vorwurf, versucht zu haben, die US-Anti-Doping-Behörde USADA während ihrer Ermittlungen gegen ihn zu bestechen. Dabei sei es um 150.000 Dollar gegangen. "Das ist nicht wahr", entgegnete Armstrong.
Zudem gab Armstrong an, dass er sich zu dem Interview entschieden habe, damit seine fünf Kinder nicht länger unter der Sache leiden müssten.
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