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18.01.2013, 12:55

"Minimalgeständnis" sorgt für Unmut

Enttäuschung nach Armstrongs Geständnis

Lance Armstrong hat gedopt. Er hat so ziemlich alles genommen, was es Ende der 90er Jahre und Anfang des 21. Jahrhunderts auf dem Markt gab, das hat er im Gespräch mit Oprah Winfrey zugegeben. Mitwisser, Namen, Ärzte, Helfer nannte der US-Amerikaner nicht. Die Reaktionen auf dieses Geständnis fielen entsprechend unterschiedlich aus. Beim Weltverband UCI begrüßte man die Worte. Bei den meisten anderen herrschte aber Enttäuschung vor, er habe gerade so viel gesagt, wie nun eben nötig war.

Alles nur Kalkül? Lance Armstrong gab wenig Neues preis.
Alles nur Kalkül? Lance Armstrong gab wenig Neues preis.
© picture allianceZoomansicht

Die UCI hatte sich die ganze Woche noch mit Kommentaren zurückgehalten, man wolle erst die Aussagen im Interview abwarten. Nun begab man sich aus der Deckung. Der umstrittene UCI-Präsident Pat McQuaid sprach von "einem wichtigen Schritt auf dem langen Weg, den Schaden zu reparieren, den der Radsport erlitten hat, und um das Vertrauen in den Sport zurückzugewinnen".

Der Ire sah in den Aussagen Armstrongs auch eine Bestätigung dafür, dass es nie eine "geheime Absprache oder Verschwörung" zwischen Armstrong und der UCI gegeben habe. Auch an der 125.000 Dollar Spende im Jahr 2002 sei nichts Verwerfliches gewesen. "Es gab keine positiven Tests, die vertuscht wurden und er hat bestätigt, dass die Spenden an die UCI als Unterstützung im Kampf gegen Doping gedacht waren", sagte McQuaid. "Diese Geschichte ist nicht wahr, es gab dort keinen positiven Test. Ich bin kein Fan der UCI, aber das ist nicht passiert", hatte Armstrong gesagt.

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McQuaid, der seit 2005 der UCI vorsitzt und im Zuge des Falls Armstrong stark in der Kritik steht, unterstrich auch Armstrongs Aussage, dass der Radsport heute ein "komplett veränderter Sport" sei und verwies neuerlich auf die Einführung des biologischen Passes.

Ansonsten fielen die Reaktionen aber eher negativ aus und Enttäuschung machte sich am Freitagmorgen schnell breit. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat die Interview-Aussagen stark kritisiert. "In seinem Dopinggeständnis hat Lance Armstrong nur zugegeben, was durch die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA ohnehin längst belegt ist. In weiten Teilen war es viel heiße Luft, denn er hat nichts zur Erhellung und weiteren Aufklärung dieser Zeit beigetragen", schrieb der BDR am Freitag in einer Stellungnahme.

Nachdem er die Rollen des perfekten Krebs-Bekämpfers und des perfekten Radprofis gespielt hat, spielt er nun die Rolle des perfekten Doping-Gestehers. Es war alles Kalkül.Sylvia Schenk (Transparency International)

Ex-Radprofi und Doping-Kronzeuge Jörg Jaksche vermisste noch etwas anderes. Armstrong habe bei seiner TV-Dopingbeichte "keine Reue gezeigt". Jaksche vermutet, dass für das mit tagelangem Ballyhoo angekündigte Gespräch mit der Talk-Queen Winfrey viel Geld geflossen sein muss. Der ebenfalls dopinggeständige Ex-Profi Rolf Aldag setzt hingegen noch große Hoffnungen "auf den dritten Teil" der Armstrong-Ausführungen. "Das war der erste Teil, morgen kommt der zweite und hoffentlich bald der dritte, nicht öffentliche, vor der Polizei, der Justiz, der USADA oder WADA", sagte der jetzt im Management der Tony-Martin-Mannschaft Omega Pharma Quickstep arbeitende Aldag nach dem ersten Part des zweigeteilten Interviews.

Große Enttäuschung herrschte bei Sylvia Schenk von Transparency International und den Anti-Dopingkämpfern Fritz Sörgel und Werner Franke. "Er hat nur das bestätigt, was längst auf dem Tisch lag. Es war ein letztes Zugeben, kein Geständnis. Er hat nichts über das System gesagt", bedauerte Schenk, ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), dem SID: "Nachdem er die Rollen des perfekten Krebs-Bekämpfers und des perfekten Radprofis gespielt hat, spielt er nun die Rolle des perfekten Doping-Gestehers. Es war alles Kalkül."

Gewohnt deutlich wurde auch der Heidelberger Molekularbiologe Franke, der von einem "Minimalgeständnis" sprach und daran erinnerte, dass Armstrong Kronzeugenaussagen zufolge "Kollegen physisch bedroht und alle möglichen Tricks angewandt" habe: "Ich glaube dem grundsätzlich gar nichts. Er tut nur das, was nötig ist, um die eine oder andere seiner Millionen noch behalten zu dürfen."

Sörgel, Dopingexperte und Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Heroldsberg, bezeichnete das Geständnis gerade im Vergleich zu den Kronzeugenaussagen gegen Armstrong als "gar nichts, eine einzige Enttäuschung."

18.01.13
 
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