"Uns tut das Herz weh, aber für die Bank war das eine unvermeidliche Entscheidung", sagte Bert Bruggink von der Rabobank. "Wir sind nicht mehr überzeugt, dass der Profiradsport zu einem sauberen und fairen Sport werden kann."
"Unsere Entscheidung steht: Wir ziehen und aus dem professionellen Radsport zurück", führte Bruggink weiter aus. "Es ist schmerzhaft. Nicht nur, aber vor allem für die Fans und die Radfahrer, die sich nichts zu Schulden haben kommen lassen".
„"Ihr wart Teil des Problems. Wie kann man sich erdreisten, sich jetzt von euren jungen, sauberen Fahrern abzuwenden, die Teil der Lösung sind"“David Millar zum Rabobank-Ausstieg
Grund seien die neuesten Erkenntnisse durch den Bericht der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur (USADA), der letzte Woche unter anderem an den Radsport-Weltverband übergeben wurde. Darin wird dem siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong und seinen ehemaligen Teams vorgeworfen, das "hochentwickeltste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm durchgeführt zu haben, das die Sportwelt jemals gesehen hat".
Zudem geriet zuletzt auch Rabobank-Fahrer Carlos Barredo unter Verdacht. Dem Spanier wurden Unregelmäßigkeiten in seinem Blutpass nachgewiesen, am Donnerstag wurde er vorläufig suspendiert. Allerdings bezog sich Rabobank in seinem Statement nicht auf diesen Vorfall.
Mit Rabobank verliert der Radsport einen langjährigen und verlässlichen Sponsor. Die Entscheidung dürfte zudem alleine auf die aktuellen Entwicklungen zurückzuführen sein, denn noch zum 1. Oktober reichten die Niederländer fristgerecht ihre Unterlagen für die Lizenz 2013 ein. Ein positiver Zuschlag seitens der UCI galt angesichts der Verdienste, die Rabobank sich im Radsport erworben hat, als sicher.
Nun muss sich der deutsche Fahrer Paul Martens also eine neue Mannschaft suchen. Der Rostocker fährt seit 2008 für Rabobank. Auch Sarah Düster ist ihren Job los, denn das Profiteam der Frauen wird ebenfalls nicht mehr unterstützt. Grischa Niermann, der erst nach der Vuelta 2012 seine aktive Karriere beendete und nahtlos ins Trainerteam der Junioren wechselte, kann bei Rabobank bleiben. Denn die Amateur-Abteilung soll weiterhin unterstützt werden, darunter fällt neben dem Jugend-Sport auch der Cross-Sport.
Der Radsport-Weltverband UCI hat den Rückzug in einer Stellungnahme bedauert und sich gleichzeitig für "viele erfolgreiche Jahre der Partnerschaft" bedankt. Radprofi David Millar, der sich nach seiner Verurteilung 2004 zu einem ernstzunehmenden Anti-Doping-Aktivisten gewandelt hatte, kritisierte die Entscheidung des alt eingesessenen Radsport-Sponsors Rabobank dagegen scharf. "Ihr wart Teil des Problems. Wie kann man sich erdreisten, sich jetzt von euren jungen, sauberen Fahrern abzuwenden, die Teil der Lösung sind", twitterte der Garmin-Profi.
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