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12.10.2012, 18:22

Auch UCI unter Druck

RadioShack trennt sich von Bruyneel

Das durch die USADA-Akten öffentlich gemachte Dopingsystem im ehemaligen Team US Postal um den siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong hat die Radwelt einmal mehr erschüttert. Die Beweislage ist eindeutig, die Aberkennung der Siege des US-Amerikaners erscheint unausweichlich. Doch der Texaner ist bei weitem nicht der einzige Name, der in dem Bericht erwähnt wird.

Johan Bruyneel
Nicht mehr Teamchef bei RadioShack-Nissan: Johan Bruyneel.
© Getty ImagesZoomansicht

In den Unterlagen, mit denen das Urteil gegen Lance Armstrong Ende August begründet wurde und die nun dem Radsport-Weltverband (UCI) übergeben wurde, nahm die US-amerikanische Doping-Agentur (USADA) keine Blatt vor den Mund und entlarvte Lance Armstrong als Dopingsünder. Der 41-Jährige habe aber nicht alleine gehandelt. "Er hatte eine kleine Armee von Helfern, einschließlich Doping-Ärzten, Drogenschmugglern und anderer Personen", heißt es in den Berichten.

Zu den Personen, die neben Armstrong namentlich genannt werden, gehört besonders Johan Bruyneel. Der Belgier arbeitete von 1999 bis 2007 für die Teams US Postal bzw. Discovery Channel und begleitete Lance Armstrong bei dessen sieben Toursiegen zwischen 1999 und 2005.

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Laut der USADA war der Ex-Profi maßgeblich an dem "hochentwickeltsten, professionellsten und erfolgreichsten Dopingprogramm", dass die Sportwelt je gesehen hat, beteiligt: "Bruyneel war in alle Details eingeweiht und an der Beschaffung und Organisation von Bluttransfusionen beteiligt", heißt es in dem USADA-Bericht.

Cancellara erwägt Abschied - Bruyneel gefeuert

Das Pikante daran ist, dass Bruyneel bis Freitag Teamchef bei RadioShack-Nissan war. Im selbsternannten "Super-Team" sollte er eigentlich Andy Schleck zum Toursieg führen, ein Ziel, das in diesem Jahr deutlich verfehlt wurde. Und einige Fahrer bei der luxemburgischen Equipe machen sich zunehmend Gedanken, unter welchem Chef sie fahren.

"Johans Name wird in dem Bericht 129 Mal genannt. Ich weiß nicht, ob ich noch mit ihm zusammenarbeiten kann. Wir werden sehen, was als nächstes passiert. Ich will wissen, was da gelaufen ist"Fabian Cancellara

"Johans Name wird in dem Bericht 129 Mal genannt. Ich weiß nicht, ob ich noch mit ihm zusammenarbeiten kann. Wir werden sehen, was als nächstes passiert. Ich will wissen, was da gelaufen ist", wird Fabian Cancellara in der belgischen Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" zitiert. Der viermalige Zeitfahrweltmeister Cancellara zählt zu den prominentesten Namen in der Equipe, für die auch die deutschen Radprofis Jens Voigt und Andreas Klöden fahren. Voigt und Klöden äußersten sich bisher nicht öffentlich.

Und am Abend zog dann RadioShack-Nissan die Konsequenzen. Der Rennstall und der umstrittene Belgier beendeten am Freitag ihre Zusammenarbeit. Dies geschehe in "beiderseitigen Einvernehmen", teilte das Team, bei dem auch die deutschen Radprofis Jens Voigt und Andreas Klöden unter Vertrag stehen, auf seiner Internetseite mit.

Auch Ferrari in Armstrongs System involviert

Auch der Name Michele Ferrari findet sich in dem Bericht - wie auch sonst. Der umstrittene Mediziner ist in Italien nach massiven Dopingvorwürfen eigentlich seit dem Jahr 2004 mit einem Berufsverbot in Sachen Radsport belegt. Dennoch gab es immer wieder Spekulationen um Kontakte in die Profiszene. Laut dem USADA-Bericht soll der 59-Jährige massiv in das Dopingsystem Armstrongs involviert gewesen sein. Dies lassen Geldtransfers sowie der Email-Verkehr vermuten.

"Heute kann man sagen, dass wir alle die Opfer von Lance Armstrong und (dessen Teamchef) Johan Bruyneel waren"Rudy Pevenage

Und Ferrari sieht sich auch in seiner Heimat neuen Beschuldigungen ausgesetzt. So soll der im Sommer nach einem Dopingverfahren zurückgetretene Ex-Profi Leonardo Bertagnolli bei seiner Vernehmung durch die italienischen Behörden zugegeben haben, seit 2007 mit Ferrari zusammengearbeitet zu haben. Bertagnolli nannte auch Namen von Kollegen, die er bei Ferrari antraf.

Selbst die Spitze der UCI gerät durch den Bericht mehr und mehr unter Druck. Sowohl der momentane Präsident Pat McQuaid als auch dessen Vorgänger Hein Verbrugge gaben im Anti-Doping-Kampf bisher keine gute Figur ab. Eher hat es den Anschein, als wenn das "System Armstrong" über Jahre hinweg geschützt und gestützt wurde. Zumindest eine positive Probe von der Tour de Suisse im Jahr 2001 soll von der UCI unter den Teppich gekehrt worden sein. Dies zumindet berichtete Tyler Hamilton.

Pevenage versucht, sich reinzuwaschen

Andere Personen nutzen die Veröffentlichungen, um sich selbst reinzuwaschen. Rudy Pevenage, ehemaliger sportlicher Leiter beim Team Telekom bzw. T-Mobile und langjähriger persönlicher Betreuer von Jan Ullrich, sieht sich und seinen ehemaligen Schützling gar als "Opfer des Systems Armstrong": "Heute kann man sagen, dass wir alle die Opfer von Lance Armstrong und (dessen Teamchef) Johan Bruyneel waren", klagte Pevenage gegenüber der französischen "L'Equipe". Sich selbst bezeichnete er als "kleinen Dieb", im Gegensatz zur "Höllenmaschine" Armstrong und dessen Umfeld.

Prudhomme gegen Neuvergabe der Armstrong-Siege

Im Falle der - wahrscheinlichen - Aberkennung der Tour-Siege Lance Armstrongs durch die UCI plädiert Renndirektor Christian Prudhomme dafür, die vakanten Titel nicht neu zu vergeben. "Wir würden uns wünschen, dass es gar keinen Gewinner gibt", sagte er - die endgültige Entscheidung treffe aber die UCI.

12.10.12
 
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