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05.09.2012, 17:07

17. Etappe, Santander - Fuente Dé (187,3 km)

Contadors Coup zum Vueltasieg?

Alberto Contador hatte aus den letzten Tagen, als Joaquin Rodriguez bei den Bergankünften immer eine Antwort parat hatte, gelernt. Auf der 17. Etappe von Santander nach Fuente Dé attackierte Contador bereits vor dem letzten Berg und überraschte das Team des Gesamtführenden. Nach packenden 187 Kilometern feierte Contador einen glanzvollen Tagessieg, der ihm das Rote Trikot bescherte und wahrscheinlich sogar den Gesamtsieg bringen wird.

Alberto Contador
Wurde für seine mutige Attacken belohnt: Alberto Contador lässt Joaquin Rodrgieuz hinter sich.
© picture allianceZoomansicht

Wer findet nach dem Ruhetag am schnellsten den Rhythmus wieder? Setzt sich eine Ausreißergruppe durch, weil alle schon ein bisschen müde sind? Die 17. Etappe, eigentlich nicht das schwerste Profil mit drei Bergen der dritten bzw. zweiten Kategorie, wird wohl die 67. Spanienrundfahrt entscheiden, damit hatte niemand gerechnet. Mit höllischem Tempo ging es los, das Stundenmittel lag in der ersten Stunde über 48 Kilometer. Zahlreiche Attacken wurden vom Feld stets wieder gekontert. Auch Alberto Contador (Saxo Bank) und Alejandro Valverde (Movistar) zeigten sich zwischenzeitlich mal kurz vorne. Natürlich hat das Katusha Team von Rodriguez sofort reagiert.

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Doch Contador und sein Team ließen nicht locker. Der Spanier platzierte zunächst seinen Teamkollegen Sergio Paulinho in der großen Fluchtgruppe, attackierte hinten selbst und fuhr dann plangemäß vorne auf. Die Rechnung ging auf. Rodriguez und Valverde, der auch noch mit einem Defekt zu kämpfen hatte, verloren schnell an Boden. Hinzu kam, dass Rodriguez mit Alberto Losada nur einen Helfer an seiner Seite hatte.

Vorne ging die Post ab. Contador machte weiter Druck, setzte sich zusammen mit seinem ehemaligen Teamkameraden Paolo Tiralongo (Astana) vorne ab und die aggressive Fahrweise zeigte schnell Wirkung, der Abstand wuchs. Losada gingen bereits 15 Kilometer vor dem Ziel die Kräfte aus. Rodriguez war damit schon früh völlig auf sich alleine gestellt - niemand der Windschatten spendet und die Nachführarbeit leistet.

Es kam noch schlimmer. Valverde nutzte die Gunst der Stunde und attackierte nun seinerseits. Rodriguez hatte nichts mehr entgegenzusetzen, während Valverde regelrecht nach vorne flog und im Ziel nur wenige Sekunden hinter dem Sieger landete.

Contador wollte sich nicht mehr in die Suppe spucken lassen. Mit letzter Kraft rettete er sich ins Ziel. Neben dem Tagessieg hat er bei der Siegerehrung auch das Rote Trikot von Rodriguez übernommen. Und auch Valverde macht einen Rang gut und liegt nun auf dem zweiten Platz (+1:52 Minuten), während Rodriguez den Gesamtsieg schon vor Augen auf den dritten Rang abrutschte (+2:28 Minuten). Es bleibt wohl nur noch eine Chance für eine Reaktion.

An dieser Reihenfolge wird sich auch auf der 18. Etappe nichts ändern. Die 204,5 Kilometer von Aguilar de Campoo nach Valladolid sind ohne große Schwierigkeiten, sodass die Stunde der Sprinter schlagen könnte. "Es gibt noch drei Flachetappen. Da wollen wir natürlich vorn dabei sein", sagte Degenkolb und hat dabei die Tagesabschnitte am Donnerstag, Freitag und Sonntag im Visier, um seinen bisher vier Siegen zumindest einen weiteren hinzuzufügen. In der Gesamtwertung gibt es lediglich am Samstag, wenn die letzte Bergankunft auf dem Programm steht, noch die Möglichkeit, den neuen Führenden entscheidend anzugreifen.


17. Etappe, Santander - Fuente Dé (187,3 km):

1. Alberto Contador (Spanien) - Saxo 4:29:20 Std.; 2. Alejandro Valverde (Spanien) - Movistar + 0:06 Min.; 3. Sergio Henao (Kolumbien) - Sky; 4. Gorka Verdugo (Spanien) - Euskaltel-Euskadi beide gleiche Zeit; 5. Rinaldo Nocentini (Italien) - Ag2r + 0:19; 6. Jan Bakelants (Belgien) - Radioshack-Nissan + 0:55; 7. Beñat Intxausti (Spanien) - Movistar + 1:13; 8. Alexandre Geniez (Frankreich) - Argos-Shimano + 1:40; 9. Paolo Tiralongo (Italien) - Astana + 2:13; 10. Joaquin Rodrigez (Spanien) - Katusha + 2:38; ... 85. Johannes Fröhlinger (Freiburg) - Argos-Shimano + 20:51; 91. Linus Gerdemann (Münster) - Radioshack-Nissan; 116. Grischa Niermann (Hannover) - Rabobank; 131. Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) - Omega-Quick Step; 140. Simon Geschke (Kelmis/Belgien) - Argos- Shimano; 145. John Degenkolb (Erfurt) - Argos-Shimano alle gleiche Zeit

Gesamtwertung, nach der 17. Etappe:

1. Alberto Contador (Spanien) - Saxo 68:07:54 Std.; 2. Alejandro Valverde (Spanien) - Movistar + 1:52 Min.; 3. Joaquin Rodriguez (Spanien) - Katusha + 2:28; 4. Christopher Froome (Großbritannien) - Sky + 9:40; 5. Daniel Moreno (Spanien) - Katusha + 11:36; 6. Robert Gesink (Niederlande) - Rabobank + 12:06; 7. Laurens ten Dam (Niederlande) - Rabobank + 12:55; 8. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp + 13:06; 9. Igor Anton (Spanien) - Euskaltel-Euskadi + 13:49; 10. Beñat Intxausti (Spanien) - Movistar + 14:10; ... 76. Linus Gerdemann (Münster) - Radioshack-Nissan + 1:57:04 Std.; 84. Simon Geschke (Kelmis/Belgien) - Argos-Shimano + 2:04:27; 93. Johannes Fröhlinger (Freiburg) - Argos-Shimano + 2:14:39; 97. Grischa Niermann (Hannover) - Rabobank + 2:18:14; 115. Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) - Omega-Quick Step + 2:31:09; 139. John Degenkolb (Erfurt) - Argos-Shimano + 2:45:54

Bilder zur Vuelta 2012
Der Coup und die Materialprobe
Alberto Contador
Uneinsichtig

Bei der Zieleinfahrt in Madrid verwies Alberto Contador auf seine sieben Siege bei großen Rundfahrten. Sieben? Der Tour-Sieg 2010 sowie der Giro-Sieg 2011 wurden ihm aberkannt. "Was auf dem Papier steht, kann man so oder so sehen", so der umstrittene Spanier.
© Getty Images

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