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16.08.2012, 16:00

67. Vuelta: Wer folgt auf Cobo?

Froome fordert Contador

Am Samstag beginnt die 67. Ausgabe der Vuelta mit einem Zeitfahren in Pamplona. Ein Mann könnte dabei endlich den lang ersehnten großen Triumph einfahren: Christopher Froome startet als einer der Topfavoriten auf den Gesamtsieg am 9. September in Madrid. Der Brite sieht sich besonders einer spanischen Armada gegenüber.

Christopher Froome
Sky-Kapitän Christopher Froome gilt als einer der großen Favoriten auf den Vuelta-Sieg.
© Getty ImagesZoomansicht

Der 27-jährige Froome führt das Aufgebot des britischen Teams Sky bei der diesjährigen Spanien-Rundfahrt an. Froome kann sich bei seiner Titeljagd auf hervorragende Helfer verlassen. Rigoberto Uran, immerhin Silbermedaillengewinner von London, und Sergio Henao setzen die Tradition der "kolumbianischen Bergziegen" im Radsport fort und werden Froome über die zahlreichen Anstiege ziehen.

Mit den Spaniern Juan Antonio Flecha und Xabier Zandio bekommt Froome viel Erfahrung zur Seite gestellt. Richie Porte und Danny Pate gelten als tempohart, können sowohl Lücken zufahren als auch Fluchtgruppen führen. Ben Swift ist für die Sprints zuständig, allerdings wird er dabei mehr oder weniger auf sich alleine gestellt sein.

"Ich werde im Gesamtklassement auf Sieg fahren, aber wenn einer meiner Teamkollegen stärker sein sollte als ich, werde ich gerne für ihn arbeiten", sagte Froome. Besonders Uran und Henao sowie Porte traut auch der Bronzemedaillengewinner im Olympischen Zeitfahren eine Menge zu.

Froome gilt im Peloton derzeit als einer der stärksten Fahrer. Bereits im letzten Jahr wurde er in Spanien Zweiter, einen Erfolg, den er in diesem Jahr bei der Tour wiederholte. Nicht wenige Experten waren allerdings der Meinung, dass Froome bereits in Frankreich stärker war als sein siegreicher Kandidat Bradley Wiggins. Auch mit Olympia-Bronze unterstrich er seine derzeitige Form.

Neben Froome gilt das Hauptaugenmerk Alberto Contador. Nach abgesessener Dopingsperre kehrte der Spanier zur Benelux-Rundfahrt wieder in den Sattel zurück. Der Vuelta-Sieger von 2008 für das Aufgebot von Saxo Bank an, sein Ziel ist ganz klar Platz eins. "Ich erwarte Alberto zurück in alter Form", stellte der sportliche Leiter Bradley McGee fest. Zwar fehlen dem 29-Jährigen die Rennkilometer, dafür fuhr er die Anstiege der Vuelta während seiner Auszeit gleich mehrmals ab. Und knüppelharte Bergwertungen gibt es bei der 67. Auflage zur Genüge ein Umstand, der für Contador sprechen könnte.

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Cobo und Valverde - geht das gut?

Ein Wörtchen mitreden will natürlich auch Juan José Cobo. Dem Vorjahressieger und Movistar-Kapitän erwächst aber im eigenen Lager große Konkurrenz. Denn auch Alejandro Valverde wurde für den Kader nominiert, der traditionell bei der Vuelta starke Vladimir Karpets ist bisher Ersatzmann. Cobo geht zwar mit der Startnummer eins ins Rennen, doch die Rolle des Leaders dürfte erst während der Etappen verteilt werden.

Anderen Fahrern werden nur Außenseiterchancen eingeräumt. Der Giro-Zweite Joaquin Rodriguez (Katusha) brach im letzten Jahr komplett ein, Fredrik Kessiakoff (Astana) dürfte die Unterstützung in den Bergen fehlen, gleiches gilt für den Tour-Vierten Jürgen van den Broeck (Rabobank). Igor Anton wird von Euskaltel als Siegfahrer gehandelt, doch bei den großen Rennen konnte der 29-Jährige sein zweifelsohne vorhandenes Potenzial nie richtig ausschöpfen. Zudem kamen dem Basken in den entscheidenden Momenten immer wieder Stürze bzw. Verletzungen in die Quere.

Gerdemann mit Ambitionen

Ambitionen im Gesamtklassement dürfte von den in den vorläufigen Kadern gemeldeten deutschen Profis lediglich Linus Gerdemann haben. Der RadioShack-Nissan-Fahrer zeigte eine starke Benelux-Rundfahrt und ist einer der Anführer im ausgeglichen besetzten Kader der Luxemburger.

Tony Martin dürfte sich bei OmegaPharma-Quickstep besonders auf das Team-Zeitfahren zum Auftakt sowie das Zeitfahren auf der 11. Etappe konzentrieren. Er nutzt die Vuelta besonders zur Vorbereitung auf die Straßen-WM vom 15. bis 23. September in Limburg.

Bei Rabobank dürfte Grischa Niermann wie üblich treue Helferdienste für Robert Gesink und Bauke Mollema verrichten. Argos-Shimano schickt mit John Degenkolb, Simon Geschke und Johannes Fröhlinger das größte deutsche Kontingent ins Rennen.

16.08.12
 
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