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20.07.2012, 19:25

Disziplinarisches Verfahren wahrscheinlich

Positive B-Probe: Schleck beteuert weiter seine Unschuld

Auch die B-Probe von Franck Schleck wies Spuren des Diuretikums Xipamid auf. Trotz des zweiten positiven Befunds will Schleck von Doping nichts wissen und beteuert weiterhin seine Unschuld. Der Radsport-Weltverband (UCI) forderte den luxemburgischen Verband gemäß den Statuten nun zu einer Eröffnung eines Verfahrens auf. Im Falle einer Verurteilung droht Schleck eine lange Sperre.

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Franck Schleck
Sieht sich trotz positiver B-Probe weiter als Opfer an: Franck Schleck.
© imago Zoomansicht

"Das Ergebnis der B-Probe war positiv", teilte der Luxemburger am Freitag mit. Schleck war selbst Zeuge der Öffnung. "Aber für mich ändert sich nichts: Ich weiß, dass ich nichts falsch gemacht habe!" Wenig später bestätigte auch die UCI den positiven Befund.

Beim 32-Jährigen wurde am 14. Juli ein Test entnommen, bei dessen A-Spuren das Diuretikum Xipamid gefunden wurde. Das Mittel selbst wirkt nicht leistungssteigernd, doch hilft es durch seine harntreibende Wirkung, die Einnahme illegaler Substanzen zu verschleiern. Als "Maskierungsmittel" steht es deshalb auf der Dopingliste.

Von Beginn an beteuerte Schleck, der von seinem Team RadioShack-Nissan aus dem Tour-Team genommen wurde, seine Unschuld. Auch nach der positiven B-Probe bleibt der ältere der Schleck-Brüder bei seiner Version, dass er vergiftet worden sei. "Momentan gehen wir Minute für Minute durch, was ich an den Tagen vor der Kontrolle und am 14. Juli gemacht, gegessen und getrunken habe, wen ich getroffen habe, womit ich in Kontakt war, welche Nahrungsergänzungsmittel ich genommen habe...", sagte er gegenüber der luxemburgischen Tageszeitung 'Wort'. Schleck kündigte an, seinerseits Klage gegen Unbekannt wegen Vergiftung einreichen zu wollen.

"Entweder es wurde mir von jemandem untergejubelt, oder es passierte durch eine zufällige Kontamination, oder der Befund ist auf etwas zurückzuführen, wovon wir noch nichts wissen", teilte er mit.

Von solchen Theorien hält der Nürnberger Dopingexperte Dr. Fritz Sörgel wenig: "Xipamid wird von pharmazeutischen Firmen hergestellt, die strengsten Auflagen unterliegen und in der Regel überhaupt kein Nahrungsergänzungsmittel herstellen", sagte der Pharmakologe der Nachrichtenagentur dpa. "Da kann keine Kontamination stattfinden."

Seine These wird Schleck auf jeden Fall vor der Sportgerichtsbarkeit vertreten können. Denn die UCI forderte den luxemburgischen Verband gemäß den Anti-Doping-Statuten zur Eröffnung eines Verfahrens auf. Im Falle einer Verurteilung droht Schleck eine lange Sperre. Zumindest seine Olympia-Teilnahme ist vom tisch.

20.07.12
 
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