David Zabriskie (Garmin) initierte den ersten Angriff des Tages. Romain Zingle (Cofidis), Davide Malacarne (Europcar) und Karsten Kroon (Saxo Bank) vervollständigten das Quartett. Das Feld gestattete wie schon an den Vortagen einige Minuten Vorsprung. Im Peloton ging es eng wie immer zu und so gab es erneut einen Massensturz. Zahlreiche prominente Namen erwischte es diesmal. Auch Greipel ging zu Boden. Robert Gesink (Rabobank) oder auch Alejandro Valverde (Movistar) waren weitere prominente Opfer der Karambolage.
"Greipel scheint nicht unerhebliche Verletzungen zu haben, dazu hat er eine Wunde am Finger. Er muss sehr hart auf den Asphalt gefallen sein", sagte Tour-Chefärztin Florence Pommerie noch während der Etappe. Nach dem Zieleinlauf ließ er sich in der Klinik behandeln, wie am Abend Marc Sergeant, Manager von Greipels Lotto-Team, dem SID bestätigte. "Er hat sehr große Schmerzen am Handgelenk und an der Schulter", sagte Sergeant. Beim ersten Sturz hatte sich Greipel die linke Schulter ausgekugelt, an der er zuvor bereits operiert worden war. Am Abend folgte jedoch die Entwarnung: "André hat schmerzhafte Prellungen und Hautabschürfungen erlitten, aber er wird am Samstag am Start stehen", sagte ein Teamsprecher von Lotto-Belisol.
Auch 24 Kilometer vor dem Ziel waren viele Fahrer zu Boden gegangen und diesmal waren einige Klassementfahrer dabei. Der Luxemburger Frank Schleck (Radioshack-Nissan), erneut Gesink und der Kanadier Ryder Hesjedal (Garmin-Sharp) verloren nicht nur viel Zeit, sondern vielleicht schon alle Chancen auf das Podium in Paris.
Vorne waren noch die vier Ausreißer, die erst zwei Kilometer vor dem Ziel vom verbliebenen Feld geschluckt wurden. Den Zielsprint zog einmal mehr das Lotto-Team von Greipel an.
Doch der letzte Punch fehlte dem Deutschen nach seinem schweren Sturz, sodass er Sagan (Liquigas) auf den letzten Metern den Vortritt lassen musste. Für den Slowaken war es bereits der dritte Sieg bei der diesjährigen Tour. Damit verteidigte er auch seine Führung im Kampf um das Grüne Trikot souverän. Greipels britischer Rivale Mark Cavendish (Sky) hatte nach dem Massensturz erneut nicht in den Showdown der Sprinter eingreifen können.
Der Schweizer Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara (RadioShack) kam mit dem Hauptfeld ins Ziel und behauptete das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Dagegen bekam Schleck einen Rückstand von gut zwei Minuten aufgebrummt. Andreas Klöden verbessert sich um einen Platz auf Position neun (+ 0,19 Minuten).
Als Folge der schweren Massenstürzen haben vier Fahrer das Rennen aufgeben müssen. Mikel Astarloza (Spanien/Euskaltel), Tom Danielson (USA/Garmin), Davide Vigano (Italien/Liquigas) und Wouter Poels (Niederlande/Vacansoleil) stiegen noch vor dem Ziel in Metz aus. Damit sind noch 190 von 198 gestarteten Fahrern im Rennen.
Das war's erstmal für die Sprinter. Auf der 7. Etappe von Tomblaine nach La Planche des Belles Filles geht es zunächst noch gemächlich dahin, ehe am Ende der 199 Kilometer langen Etappe ein Anstieg der 1. Kategorie ansteht, zuvor stehen zwei Berge der 3. Kategorie im Weg. 5,9 Kilometer geht es mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,5 % hoch zur Skistation (1035 Meter). Das Gesamtklassement wird jedenfalls ordentlich durchgeschüttelt werden und die Tour-Favoriten haben die Möglichkeit, die Form der Gegner auszutesten.
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