Martin ging als Vorletzter auf die Strecke und lag nach der Hälfte schon deutlich in Führung. Diese baute er bei sommerlichen Temperaturen weiter aus und gewann nach 40,7 Kilometern in 47:21 Minuten souverän. Titelverteidiger Grbasch konnte als Letzter nichts mehr entgegensetzen und musste sich mit dem zweiten Platz und über einer Minute Rückstand begnügen. Bronze sicherte sich der 41-Jährige Teutenberg.
"Heute hat alles astrein geklappt. Ich bin zwar noch nicht bei einhundert Prozent, aber die Grundform ist definitiv da", sagte Martin dem SID. "Jeder Sieg gibt Selbstvertrauen, so viele hatte ich in diesem Jahr ja noch nicht. Und das Teilnehmerfeld war mit Grabsch und Patrick Gretsch stark." Martin wird künftig weiter das Regenbogentrikot des Weltmeisters tragen, das er im September 2011 in Kopenhagen gewonnen hatte. Das Jersey mit dem Schwarz-Rot-Goldenen Brustring bleibt daher im Schrank.

Judith Arndt stellte indes erneut ihre ganze Klasse unter Beweis. Für die Olympiazweite von 2004, die sich nun gestärkt auf die Spiele in London vorbereiten kann, war es der dritte DM-Zeitfahrsieg in Folge. Die 35-Jährige vom Team GreenEdge verwies auf der 34,6 Kilometer langen Strecke Trixi Worrack (Cottbus) und die deutsche Straßenmeisterin Ina-Yoko Teutenberg (Düsseldorf/beide Lululemon) in 44:28 Minuten auf die Plätze.
"Natürlich freue ich mich über die Titelverteidigung, aber 44 Minuten Vollgas tun nach wie vor ganz schön weh", sagte Arndt nach ihrem ersten Zeitfahrsieg der Saison: "In Hinblick auf die Spiele ist das natürlich gut."
Ex-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel (Rusvelo) erlebte dagegen ein Debakel. Die 38-Jährige aus Gera stürzte an der Wende und kam mit über zwei Minuten Rückstand als Sechste ins Ziel.
Am Samstag war Arndt auch beim Straßenrennen nicht zu schlagen. Einen Tag nach ihrem Sieg im Zeitfahren setzte sich die 35-Jährige in Grimma kurz vor dem Schlussanstieg von Ex-Meisterin Charlotte Becker aus Berlin ab und siegte mit 51 Sekunden Vorsprung. Platz drei belegte Trixi Worrack aus Dissen. Arndt benötigte für die 116,6 Kilometer eine Fahrzeit von 3:09,28 Stunden.
Arndt und Becker hießen die Protagonistinnen auf dem hügeligen Rundkurs durch das Muldental. Das Duo setzte sich frühzeitig ab und fuhr einen Vorsprung von mehr als 13 Minuten auf die Verfolgerinnen hinaus. Um Platz drei kam es zu einer Sprint-Entscheidung, die Worrack vor Claudia Häusler (München) und Hanka Kupfernagel (Stauffen) zu ihren Gnsten entschied.
Die Männerelite startet ihre Titeljagd am Sonntag um 11 Uhr ebenfalls mit einem hochkarätig besetzten Feld.
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