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15.06.2012, 23:45

Vorwürfe gegen Teamchef Johan Bruyneel

RadioShack-Nissan droht das Tour-Aus

Johan Bruyneel, Teamchef der luxemburgischen Equipe RadioShack-Nissan, sieht sich neuen Dopingvorwürfen ausgesetzt, bestreitet aber die gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen. Das Team-Management reagierte in einer ersten Stellungnahme eher reserviert. In Frankreich wird nun sogar über ein mögliches Aus der Mannschaft bei der bevorstehenden Tour de France (30. Juni bis 22. Juli) spekuliert.

Johan Bruyneel
Johan Bruyneel, Teamchef bei RadioShack-Nissan, weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.
© Getty ImagesZoomansicht

Die US-amerikanische Anti-Doping-Agentur (USADA) hat nach langen Ermittlungen mehrere Personen formal des Dopings sowie des Handels mit Dopingmitteln angeklagt. Darunter befindet sich neben dem siebenmaligen Toursieger Lance Armstrong auch sein ehemaliger Intimus Johan Bruyneel.

Der 47-Jährige, seit der Fusion von Leopard und RadsioShack Teamchef bei RadioShack-Nissan ist, wies die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen am Freitag zurück. "Ich bin unschuldig in allen Anklagepunkten", heißt es auf einer Stellungnahme auf seiner Website. Er habe nie mit Doping zu tun gehabt. Der Belgier äußerte sich "enttäuscht" über die neuerlichen Anschuldigungen.

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Bei Zeugenaussagen im Fall Armstrong, der laut USADA auch den Verlust seiner sieben Toursiege zwischen 1999 und 2005 riskiert, tauchte der Name Bruyneel immer wieder auf. Die USADA droht ihm mit lebenslanger Sperre, der Weltverband UCI forderte ihn zu einer Stellungnahme auf.

Unter diesen Umständen erscheint es fraglich, ob Bruyneel seinem Team bei der am 30. Juni beginnenden Tour de France vorstehen wird. In Frankreich wird mittlerweile sogar über einen kompletten Ausschluss des Teams diskutiert. "Ich hoffe, die Fahrer, die damit nichts zu tun haben, müssen das jetzt nicht ausbaden", sagte Routinier Jens Voigt der Nachrichtenagentur dpa.

Sponsor geht bereits auf Distanz

In einer am Freitagabend verbreiteten Mitteilung unternahm Sponsor Leopard dann auch keinerlei Versuch, dem Teamchef seines Rennstalls den Rücken zu stärken. "Die Vorwürfe beziehen sich ausschließlich auf Geschehnisse vor der Zusammenarbeit zwischen Herrn Bruyneel und Leopard S.A.", hieß es. Das Unternehmen sei mit einer Null-Doping-Toleranz im Radsport aktiv geworden. "In diesem Zusammenhang und in Anbetracht der möglichen Entwicklungen in dieser Sache wird Leopard S.A. alle adäquaten Maßnahmen ergreifen, um seine sportliche Integrität und die Interessen des Radsports zu wahren."

15.06.12
 
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