
Auf den ersten Kilometern der Etappe ging es fast nur bergab. Ein Quartett nutzte sofort die Chance und fuhr dem Peloton davon. Allerdings war das Stundenmittel enorm hoch, sodass Manuele Boaro (Saxo Bank), Stef Clement (Rabobank), Pier Paolo de Negri (Farnese-Vini) und Angelo Pagani (Colnago) nur wenige Minuten zwischen sich und das Feld brachten.
Bereits 66 Kilometer vor dem Ziel war die Flucht beendet. Denn es war von vornherein klar, dass dieser Abschnitt die letzte Chance für die Sprinter war, einen Tageserfolg einzufahren. Entsprechend engagiert ging vor allem das Sky-Team von Cavendish zu Werke. Dennoch versuchten sich weitere Fahrer mit einem Fluchtversuch. Aber auch dieses Unterfangen war zum Scheitern verurteilt, weil sich die schnellen Männer nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollten.
Erwartungsgemäß spannte sich nun ein Sky-Zug vors Feld, der den vierten Sieg von Cavendish vorbereiten sollte. Doch daraus wurde nichts, weil Guardini nicht mitspielte und sich den Sieg vor dem Briten sicherte. Der Youngster vom Team Farnese-Vini hatte in diesem Jahr mit sechs Etappensiegen bei der unterklassigen Tour de Langkawi auf sich aufmerksam gemacht. Dritter wurde Guardinis Landsmann Roberto Ferrari, während Cavendish beim Zieldurchlauf laut schimpfte.
In der Gesamtwertung blieb alles beim Alten: Joaquim Rodriguez aus Spanien verteidigte das Rosa Trikot vor dem Kanadier Ryder Hesjedal (+30 Sekunden) und dem zweimaligen italienischen Giro-Sieger Ivan Basso (+1:22 Minuten).
An den nächsten beiden Tagen stehen nochmal zwei schwere Bergankünfte auf dem Programm, was den Fahrern, die um das Gesamtklassement kämpfen, nochmal alle Reserven kosten wird. Der letzte Berg, das Stilfser Joch, ist mit über 2700 Metern zugleich auch der höchste Punkt der diesjährigen Rundfahrt. Die endgültige Entscheidung wird aber erst beim 30 Kilometer langen Zeitfahren am letzten Tag durch Mailand fallen.
1. Andrea Guardini (Italien) - Farnese Vini - Selle Italia 3:00:52 Std.; 2. Mark Cavendish (Großbritannien) - Sky; 3. Roberto Ferrari (Italien) - Androni Giocattoli; 4. Robert Hunter (Südafrika) - Garmin-Barracuda; 5. Lucas Sebastian Haedo (Argentinien) - Saxo; 6. Giacomo Nizzolo (Italien) - Radioshack-Nissan; 7. Alexander Kristoff (Norwegen) - Katusha; 8. Francesco Chicchi (Italien) - Omega-Quick Step; 9. Geoffrey Soupe (Frankreich) - FDJ-Big Mat; 10. Dennis Vanendert (Belgien) - Lotto-Belisol; ...28. Grischa Niermann (Hannover) - Rabobank alle gleiche Zeit; 157. Timon Seubert (Kelmis/Belgien) - NetApp + 0:43 Min.; 160. Andreas Schillinger (Amberg) - NetApp + 1:36
1. Joaquin Rodriguez (Spanien) - Katusha 77:47:38 Std.; 2. Ryder Hesjedal (Kanada) - Garmin-Barracuda + 0:30 Min.; 3. Ivan Basso (Italien) - Liquigas-Cannondale + 1:22; 4. Michele Scarponi (Italien) - Lampre-ISD + 1:36; 5. Rigoberto Urán (Kolumbien) - Sky + 2:56; 6. Benat Intxausti Elorriaga (Spanien) - Movistar + 3:04; 7. Domenico Pozzovivo (Italien) - Colnago-CSF Inox + 3:19; 8. Paolo Tiralongo (Italien) - Astana + 4:13; 9. Thomas de Gendt (Belgien) - Vacansoleil-DCM + 4:38; 10. Sergio Luis Henao Montoya (Kolumbien) - Sky + 4:42; ...53. Grischa Niermann (Hannover) - Rabobank + 1:19:31 Std.; 160. Timon Seubert (Kelmis/Belgien) - NetApp + 3:42:03; 162. Andreas Schillinger (Amberg) - NetApp + 3:46:42
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