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10.03.2012, 20:10

70. Paris-Nizza, 7. Etappe: Leipheimer nach Sturz ohne Chance

De Gendt kommt durch - Degenkolb Dritter

Endlich war bei der 70. Auflage von Paris-Nizza eine Flucht von Erfolg gekrönt: Der Belgier Thomas de Gendt krönte seine Alleinfahrt mit dem Sieg des siebten Teilstücks über 219,5 Kilometer von Sisteron nach Nizza. Auf Rang drei sprintete John Degenkolb, Mitfavorit Levi Leipheimer büßte durch eine Sturzserie alle Chancen ein. Vor dem abschließenden Bergzeitfahren am Sonntag führt in der Gesamtwertung weiter Bradley Wiggins vor Lieuwe Westra und Alejandro Valverde.

Rein Taaramae und Thomas de Gendt
Der entscheidende Antritt: Der spätere Sieger de Gendt (re.) distanziert Taaramae.
© Getty ImagesZoomansicht

Der Tag begann aus deutscher Sicht mit zwei negativen Meldungen. Marcus Burghardt (BMC) stieg wegen eines im Fahrerfeld grassierenden Magen-Darm-Virus zum siebten Tagesabschnitt gar nicht erst an, Christian Knees (Sky) stieg nach wenigen Kilometern aus.

Im Rennen passierte zunächst nicht viel. Zwar gab es immer wieder einzelne Attacken, doch diese wurden nur halbherzig vorgetragen. So fuhr das Feld rund 40 Kilometer geschlossen. Dann aber setzten sich de Gendt und Rein Taaramae (Cofidis) vom Peloton ab.

Da beide in der Gesamtwertung keine Rolle mehr spielen, verzichtete das Hauptfeld auf eine Nachführarbeit. So wuchs der Vorsprung des Duos schnell an, zwischenzeitlich fuhren die Ausreißer knapp eine Viertelstunde vor dem Feld.

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Im Aufstieg zum Col de Vence - dem einzigen Anstieg des Tages der Kategorie 1 - setzte sich dann de Gendt sogar von Taaramae ab und wagte eine Alleinflucht. Und wie! Der Belgier distanzierte seinen ehemaligen Mitstreiter umgehend und konnte sich seinerseits einen komfortablen Vorsprung erarbeiten.

Da sich das Feld mit allen Favoriten weiterhin für das entscheidende Bergzeitfahren am Sonntag schonte, war die Flucht de Gendts von Erfolg gekrönt. Nach 5:11,48 Stunden überquerte er als Erster den Zielstrich der französischen Mittelmeerstadt. Über sechs Minuten zurück folgte Taaramae, weitere drei Zeigerumdrehungen später war dann das Hauptfeld zur Stelle. Denn Sprint entschied Degenkolb für sich, der Project-Fahrer konnte sich so über Rang drei freuen.

Der große Verlierer am Samstag war Levi Leipheimer (OmegaPharma-Quick Step). Der US-Amerikaner stürzte mehrmals, verlor viel Zeit und musste seinen dritten Rang in der Gesamtwertung an Valverde (Movistar) abtreten. Der Spanier hat 18 Sekunden Rückstand auf Wiggins (Sky), Westra auf Rang zwei liegt sechs Sekunden zurück.

Am Sonntag wird das Bergzeitfahren über 9,6 Kilometer die Entscheidung bringen. Von Nizza aus geht es auf den Col d'Eze. Ein eher leichter Anstieg, nur rund 500 Meter sind zu überwinden. Allerdings bietet sich den Fahrern ein grandioser Ausblick auf Nizza und die Küstenlinie, den sie jedoch nicht genießen werden können.


7. Etappe, Sisteron - Nizza (220 km):

1. Thomas De Gendt (Belgien/Vacansoleil) 5:11:48 Stunden, 2. Rein Taaramae (Estland/Cofidis) 6:18 Minuten zurück, 3. John Degenkolb (Gera/Project-1t4i) 9:24, 4. Greg Henderson (Neuseeland/Lotto-Belisol), 5. Thor Hushovd (Norwegen/BMC), 6. Jose Joaquin Rojas Gil (Spanien/Movistar), ... 42. Grischa Niermann (Hannover/Rabobank), ... 47. Simon Geschke (Berlin/Project-1t4i), ... 78. Jens Voigt (Grevesmühlen/RadioShack), ... 95. Andreas Klöden (Mittweida/RadioShack) alle gleiche Zeit, ... 116. Dominik Nerz (Wangen/Liquigas) 12:42, ... 127. Tony Martin (Cottbus/QuickStep) 16:50, ... 136. Andreas Klier (München/Garmin) 20:26, 137. Marcel Kittel (Arnstadt/Project-1t4i), 138. Patrick Gretsch (Erfurt/Project-1t4i) alle gleiche Zeit; nicht gestartet: Marcus Burghardt (Zschopau/BMC); nicht im Ziel: Christian Knees (Bonn/Sky).

Gesamtwertung:

1. Bradley Wiggins (Großbritannien/Sky) 27:53:04 Stunden, 2. Lieuwe Westra (Niederlande/Vacansoleil) 0:06 Minuten zurück, 3. Alejandro Valverde (Spanien/Movistar) 0:18, 4. Simon Spilak (Slowenien/Katjuscha) 0:37, 5. Tejay van Garderen (USA/BMC) 0:39, 6. Maxime Monfort (Belgien/RadioShack) 0:46, ... 26. Voigt 5:06, 27. Klöden 5:13, ... 46. Nerz 9:38, ... 65. Martin 17:25, ... 67. Geschke 19:37, ... 96. Degenkolb 35:38, ... 110. Klier 40:41, ... 119. Niermann 47:43, ... 135. Gretsch 1:01:36, ... 143. Kittel 1:06:13

10.03.12
 
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