Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
10.04.2011, 17:15

109. Paris-Roubaix: Viel Staub in Nordfrankreich

Van Summeren feiert im Velodrom

Johan van Summeren (Garmin-Cervelo) hat die 109. Auflage des Radklassikers Paris-Roubaix gewonnen. Der Belgier setzte sich nach 258 Kilometern und insgesamt 27 der berüchtigten Kopfsteinpflaster-Passagen in 6:07,26 Stunden vor dem Vorjahressieger und Favoriten Fabian Cancellara (Leopard-Trek) sowie Marten Tjallingii (Rabobank) durch. Van Summeren krönte mit dem Sieg in der "Hölle des Nordens" eine mutige Alleinfahrt.

Johan van Summeren
Innige Beziehung zu den Pflastersteinen: Paris-Roubaix-Sieger Johan van Summeren.
© Getty ImagesZoomansicht

Bei trockenem Frühlingswetter und mehr als angenehmen Temperaturen machte sich das Peloton auf die Reise. Durch die Wetterbedingungen war die diesjährigen Schwierigkeit bereits ausgemacht: Auf den insgesamt 27 Kopfsteinpflaster-Passagen mit einer Länge von über 50 Kilometern mussten die Fahrer viel Staub schlucken, der von den Rädern aufgewirbelt wurde. Als kleiner Vorteil erwies sich die Tatsache, dass durch die Trockenheit die Bankette wo möglich benutzt werden konnten.

Wie üblich prägten etliche Defekte und Stürze die Szenerie, auch prominente Fahrer waren unter den Opfern. So zum Beispiel der zweimalige Sieger (2005, 2008) Tom Boonen, der nach Sturz und Defekt aufgeben musste.

Es dauerte bis zu den ersten Pavés, ehe sich eine Spitzengruppe bilden konnte. Zuerst waren es acht Mann, wenig später schloss ein weiteres Trio auf. Mit dabei waren mit André Greipel (OmegaPharma-Lotto) sowie Timon Seubert (NetApp) auch zwei deutsche Fahrer. Wenig später stieß auch noch John Degenkolb (HTC-Highroad) hinzu. Allerdings gestattete das Peloton den Ausreißern nicht viel Vorsprung, sondern hielt die Fluchtgruppe an der "langen Leine".

Kurz nach dem berüchtigten "Wald von Arenberg", einer der härtesten Kopfsteinpflaster-Passagen, konnte sich eine Verfolgergruppe bilden, in der sich auch van Summeren befand. Die Verfolger konnten dann die Ausreißer einholen, insgesamt 15 Fahrer fuhren vorneweg.

In der Passage Mons-en-Pévèle, ebenfalls eine der härterten Abschnitte, lancierte dann Thor Hushovd (Garmin-Cervelo) eine Attacke. Folgen konnten neben Cancellara auch Juan-Antonio Flecha (Sky) und Alessandro Ballan (BMC). Das Quartett holte einige der ehemals Führenden ein, doch van Summeren, Gregory Rast (RadioShak) sowie Lars Yitting Bak (HTC-Highroad) konnten sich vorne absetzen.

Und auf der letzten schweren Passage setzte sich dann van Summeren ab. 15 Kilometer vor dem Ziel eine durchaus mutige Attacke. Doch der 30-Jährige, dessen einziger nennenswerter Profi-Erfolg der Gewinn der Polen-Tour im Jahr 2007 war, zog unwiderstehlich davon. Eine gute halbe Minute Vorsprung erarbeitete er auf seine ehemaligen Mitstreiter, die Verfolger kamen auch nicht mehr so richtig ran.

Man kann nicht immer gewinnenFabian Cancellara

109. Paris-Roubaix
Staubige Angelegenheit: Das Peloton auf einer der Kopfsteinpflaster-Passagen bei Paris-Roubaix.
© picture alliance

Und so konnte van Summeren die letzte Runde im Velodrome von Roubaix genießen und sich den verdienten Applaus der tausenden Radsportfans abholen. Cancellara biß nochmals auf die Zähne und jagte Tjallingii im Spurt noch Rang zwei ab.

"Ich war so motiviert, ich wollte das Maximum herausholen", sagte der Sieger. "Als ich in der Spitzengruppe war, wusste ich, ich kann gewinnen."

Auf der Jagd nach Van Summeren konnten sich Cancellara und Co. bei der Nachführarbeit nicht einigen und gingen leer aus. "So läuft das eben", meinte Cancellara, der nach Platz zwei bei Mailand-San Remo und Rang drei in Flandern erneut den Sprung nach ganz oben auf dem Podest verpasste. "Ich habe sehr, sehr viel gearbeitet. Aber Garmin hatte einfach die bessere Taktik. Man kann nicht immer gewinnen."

Deutsche Fahrer hatten mit der Entscheidung einmal mehr wieder nichts zu tun. Dabei begann es doch eigentlich ganz gut, als Greipel, Seubert und Degenkolb dem Rennen in der ersten Phase noch mit den Stempel aufdrückten. Degenkolb war als 19. noch bester deutscher Fahrer.


109. Paris-Roubaix (258 km):

1. Johan van Summeren (Belgien) - Garmin-Cervélo 6:07:28 Std.; 2. Fabian Cancellara (Schweiz) - Leopard Trek + 19 Sek.; 3. Maarten Tjallingii (Niederlande) - Rabobank; 4. Gregory Rast(Schweiz) - Radioshack beide gleiche Zeit; 5. Lars Bak (Dänemark) - HTC-Highroad + 21; 6. Alessandro Ballan (Italien) - BMC + 36; 7. Bernhard Eisel (Österreich) - HTC-Highroad + 47; 8. Thor Hushovd (Norwegen) - Garmin-Cervélo; 9. Juan Antonio Flecha (Spanien) - Sky; 10. Matthew Hayman (Australien) - Sky alle gleiche Zeit; ... 19. John Degenkolb (Erfurt) - HTC-Highroad + 2:10 Min.; 21. André Greipel (Hürth) - Omega Pharma-Lotto + 3:43; 32. Marcus Burghardt (Steinmaur/Schweiz) - BMC + 4:46; 49. Andreas Klier (Denderwindeke/Belgien) - Garmin-Cervélo + 9:16; 57. Marcel Sieberg (Bocholt) - Omega Pharma-Lotto + 10:10; 64. Timon Seubert (Aachen) - Netapp + 10:16; 70. Robert Retschke (Chemnitz) - Netapp + 12:58; 87. Gerald Ciolek (Köln) - Quick Step + 13:06; 98. Danilo Hondo (Cottbus) - Lampre-ISD + 17:42; 108. Andreas Schillinger (Haselmühl) - Netapp gleiche Zeit; Dominic Klemme (Bielefeld) - Leopard Trek; Andreas Stauff (Köln) - Quick Step; Marcel Kittel (Erfurt) - Skil - Shimano; Roger Kluge (Cottbus)- Skil - Shimano; Martin Reimer (Cottbus) - Skil - Shimano; Eric Baumann (Leipzig) - Netapp; Alexander Gottfried (Nettetal) - Netapp alle ausgeschieden

 

Community

Die aktuellsten Forenbeiträge
Re (2): Ausverkauf des Fußballs von: acker1966 - 17.11.18, 15:35 - 10 mal gelesen
Re: Zu lang am Sack gerochen von: rauschberg - 17.11.18, 15:33 - 17 mal gelesen

Schlagzeilen

Facebook

Livescores Live

kicker

Lesen Sie die aktuelle kicker-Ausgabe vor allen anderen auf Ihrem Tablet oder Smartphone!
noch vor Verkaufsstart verfügbar: Lesen Sie die Montagsausgabe schon Sonntagabend
mit unserem Abo-Service verpassen Sie garantiert keine Ausgabe
bequeme und sichere Bezahlung über Ihren Appstore-Account
mühelos und in Sekunden-
schnelle geladen!
   

TV Programm

Zeit Sender Sendung
16:00 SDTV Sheffield United - Sheffield Wednesday
 
16:00 SKYBU Fußball: Bundesliga Kompakt
 
16:00 EURO Skispringen
 
17:00 SKYBU Fußball: Bundesliga
 
17:00 SKYS1 Fußball: UEFA Champions League
 

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine