Bei noch sommerlichen Temperaturen von rund 25 Grad an der spanischen Mittelmeerküste nahe Barcelona begann der 11. Tagesabschnitt. Im Ziel in der knapp 2000 Meter hoch gelegenen Skistation Pal in Andorra waren es aber nur kühle neun Grad.
Zu Beginn des Rennens schlug das Peloton ein hohes Tempo an. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in der ersten Stunde belief sich auf 44 Kilometer. Ausreißer hatten so natürlich schwer, sich vom Hauptfeld abzusetzen. Lediglich beim ersten Sprint nach 45 Kilometer sprangen die schnellen Männer kurz davon.
Danach sank aber das Tempo. Und nach rund 50 Kilometer gelang es Johann Tschopp (Bbox Bouygues) und Mikael Cherel (Fdjeux) endlich, sich vom Feld abzusetzen.
Das Peloton verzichtete auf Nachführarbeit, so dass die Lücke zwischen den Führenden und dem Hauptfeld schnell größer wurde. Zwischenzeitlich fuhr das Duo über eine Viertelstunde vor dem Peloton.
Besonders Tschopp konnte sich Hoffnungen machen, die Etappe siegreich zu beenden. Denn der Schweizer ist ein ganz passabler Bergfahrer, der bereits einige Erfolge vorzuweisen hat. So gewann er beim Giro in diesem Jahr die Königsetappe über fünf Berge. Mit dem Passo die Gavia (2678 Meter) war er auf dem "Dach" des Giro damals Erster.
Doch aus einem Ausreißer-Sieg wurde es nichts. Verantwortlich war dafür hauptsächlich das Team Rabobank. Die Niederländer spannten sich vor das Peloton und hielten das Tempo hin. Der Rückstand auf das Führungsduo wurde mehr und mehr verringert, als in der Hauptstadt Andorras der Schlussanstieg begann, waren es gerade noch knapp über eine Minute.
Aus dem Feld heraus löste sich dann Dimitri Fofonov. Der Astana-Profi schloss relativ schnell zum Führungsduo auf. Dort zog er nochmals das Tempo an, Cherel musste abreißen lassen. Doch auch Fofonov und Tschopp konnte sich nicht lange verteidigen, sieben Kilometer vor dem Ziel wurden sie von der Verfolgergruppe mit den Favoriten eingeholt.
Dann begann das Ausscheidungsrennen der Favoriten. Zunächst attackierten Joaquin Rodriguez (Caisse d'Epargne), Vincenzo Nibali (Liquigas) und Ezequiel Mosquera (Xacobeo-Galicia), Igor Anton (Euskaltel) fehlte zunächst.
Doch es wurde schnell klar, dass sich Rodriguez übernommen hatte. Der Mann im Roten Trikot musste abreißen lassen und wurde nach und nach durchgereicht. Und von hinten schnappte sich Anton einen Fahrer nach dem anderen. Rund einen Kilometer vor dem Ziel überholte er Mosquera und gewann die Bergankunft im Skiort Pal.
Durch seinen Sieg und die Zeitgutschriften hat sich der 27-Jährige in der Gesamtwertung nun einen Vorsprung von 45 Sekunden auf Nibal erarbeitet, Xavier Tondo (Cervelo) liegt nun bereits über eine Minute zurück, Rodriguez folgt als Fünter (+ 1:17 Min.). Anton übernahm nicht nur das Rote, sondern auch das Grüne Trikot als bester Sprinter.
Am Donnerstag verlassen die Fahrer wieder Andorra. Auf den 172,5 Kilometer bis ins Ziel nach Lleida geht es hauptsächlich bergab.
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