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26.07.2010, 14:45

Ära Armstrong endgültig beendet?

"Das Comeback 2.0 ist vorbei"

Nach der enttäuschenden Tour de France hat Lance Armstrong angekündigt, seine Saison vorzeitig zu beenden. "In diesem Jahr werde ich keine Rennen mehr fahren", sagte der siebenmalige Toursieger am Schlusstag in Paris. Ob damit das Kapitel Profi-Radsport für ihn endgültig beendet sei, ließ er allerdings noch offen. Am Sonntag sorgte er nochmals für Aufmerksamkeit, als er und sein komplettes Team mit einem eigens entworfenen Trikot an den Start gingen.

Lance Armstrong
Ist der Abschied Lance Armstrongs von der Tour de France auch das Ende seiner Karriere als Profi-Radsportler?
© picture allianceZoomansicht

Auf den schwarzen Shirts seiner Stiftung Livestrong prangte die Zahl "28". Damit wollte der Texaner auf die aktuell 28 Millionen Krebskranken weltweit aufmerksam machen. Doch die Tour-Organisatoren der A.S.O. blieben hart und verwiesen auf das Reglement, wonach nur in offiziellen Tour-Trikots gestartet werden darf. Erst als sie dem RadioShack-Team mit einer Disqualifikation drohten, zogen die Fahrer ihr gewohntes Outfit an.

Erst auf der Siegerehrung in Paris als bestes Team der Frankreich-Rundfahrt durften Armstrong und Co. die ganz in Schwarz gehaltenen Livestrong-Leibchen anziehen. "Es ging uns mit der Aktion darum, auf diese Krankheit aufmerksam zu machen", erklärte Armstrong, der die mediale Aufmerksamkeit sichtlich genoss.

Es war auch so ziemlich das einzige Mal, dass die Kameras in den letzten drei Wochen auf den siebenmaligen Toursieger gerichtet waren. Selbst der einzige "Tourminator" musste mit knapp 39 Jahren einsehen, dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann und auch seine Zeit vorbei ist. Vor dem Start in Rotterdam war noch vom achten Toursieg die Rede, doch bereits nach dem Prolog war klar, dass der Texaner nicht an alte Leistungen würde anknüpfen können.

Ich habe noch nicht endgültig entschieden, was ich im nächsten Jahr mache.Lance Armstrong

Dies bestätigte sich dann auch, Armstrong sorgte nicht für positive Schlagzeilen. Stürze, mäßige Ergebnisse, keine Attacken - der Tiefpunkt war am Samstag erreicht, als er in seiner ehemaligen Paradedisziplin Zeitfahren mit über sieben Minuten als 67. regelrecht gedemütigt wurde.

Und noch in Paris zog er die Konsequenzen aus seinem schlechten Abschneiden und kündigte sein sehr frühes vorzeitiges Saisonende an. "Ich werde dieses Jahr nur noch bei Hobbyrennen fahren. Und in Austin seht ihr mich mit meinen Kindern auf dem Rad", sagte der siebenmalige Tour-Sieger: "Das Comeback 2.0 ist vorbei. Ich baue jetzt Sandburgen, bin bei meiner Familie und will sorgenfrei leben."

Allerdings ließ er offen, ob er damit seine Radsport-Karriere komplett an den Nagel hängen wird. Denn bei seiner zweiten Rückkehr im Jahr 2008 kündigte er an, seine Karriere erst 2011 beenden zu wollen. "Ich habe noch nicht endgültig entschieden, was ich im nächsten Jahr mache", sagte der Texaner aber in Paris.

Mit Lance Armstrong würde sich eine der größten Sportpersönlichkeiten überhaupt verabschieden. Sein Rekord von sieben Tourerfolgen am Stück wird wohl ewig Bestand haben. Hinzu kommt seine außergewöhnliche Vitae. Im Jahr 1996 erkrankte er an Hodenkrebs, die Mediziner gaben ihm kaum Überlebenschancen. Doch Armstrong überwand die schreckliche Krankheit nicht nur, sondern kehrte sogar in den Profisport zurück.

Allerdings gehörte er auch zu den umstrittensten Sportlern seiner Zeit. Seine Teams führte er mit eiserner Hand, Widersprüche oder gar gleichwertige Kollegen duldete er nicht. Seine zunehmende Macht spielte er nicht nur im Peloton gekonnt aus, auch Veranstalter und Funktionäre wagten es selten, gegen Armstrongs Wünsche zu entscheiden.

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Lance Armstrong in Bildern
Lance Armstrong
Aufstieg und Fall des Lance Armstrong

Lance Armstrong, lange Jahre dominierender Radsportler und siebenmaliger Tour-Sieger, hat im Rahmen der US-Talkshow mit Oprah Winfrey offenbar erstmals eine Doping-Beichte abgelegt. Damit würde sich ein dunkles Radsport-Kapitel schließen. Der 41-jährige Texaner will nun jedoch nachlegen und auch gegen Funktionäre des Weltverbandes UCI aussagen.
© Getty Images

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Vielleicht auch deshalb, weil er seine ganze Kraft zunächst den juristischen Auseinandersetzungen gegen die gegen ihn erhobenen Doping-Verdächtigungen brauchen wird. Das Menetekel des Betrugs lastete bereits seit seinem ersten Comeback im Jahr 1997 auf den Schultern des Texaners. So wurden zum Beispiel bei nachträglichen Analysen seiner Tourproben aus dem Jahr 1999 Spuren von EPO festgestellt. Verurteilt wurde er deshalb aber nicht, die Proben wurde lediglich zu wissenschaftlichen Zwecken geöffnet, sportrechtliche Konsequenzen hatte dies nicht. Eine nachträgliche Analyse der Proben durch ein lizenziertes Labor lehnte Armstrong mit dem Hinweis, die Proben sei nicht sachgemäß gelagert und deshalb beschädigt worden, ab.

Auch gegen andere Doping-Vorwürfe konnte sich Armstrong dank seiner Anwälte immer wieder erfolgreich wehren, vor Gericht verwertbare Beweise konnten die Zeugen nicht erbringen. Juristische Unterstützung wird er auch jetzt brauchen, denn in seiner Heimat hat sein ehemaliger Team-Kollege Floyd Landis schwere Geschütze gegen ihn aufgefahren. Der überführte Dopingsünder, dem sein Toursieg aus dem Jahr 2006 aberkannt wurde, berichtete in seinem Geständnis im Mai von systematischem Doping beim ehemaligen Team US-Postal und nannte dabei unter anderem Armstrong namentlich.

Die Aussagen Landis' haben die Ermittlungen gegen Armstrong in den USA befeuert. Angeblich sollen ehemalige Teamkollegen wie Tyler Hamilton oder George Hincapie zur Kooperation mit den Ermittlungsbehörden bereit sein.

 

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