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08.02.2010, 14:45

Medaillen werden nicht aberkannt

Ullrich bleibt Olympiasieger

Jan Ullrich darf sein Olympia-Gold und -Silber von Sydney vorerst behalten. "Das Verfahren ist aus. Es kann nur noch einmal aufgenommen werden, wenn neue Beweise gegen ihn vorliegen. Aber das zeichnet sich nicht ab", sagte Kommunikations-Direktor Mark Adams vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nach der Tagung der 15-köpfigen Exekutive vor dem Auftakt der Winterspiele (12. bis 28. Februar) in Vancouver.

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Jan Ullrich
Darf seine Goldmedaille vorerst behalten: Jan Ullrich gewann das Straßenrennen in Sydney.
© imago Zoomansicht

Die Disziplinarkommission hatte die Akten der Bonner Staatsanwaltschaft, den Untersuchungsbericht der Freiburger Uniklinik und die wenigen freigegeben Unterlagen der "Operación Puerto" um den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes lange studiert. "Wir werden sicher eines Tages mehr wissen. Am ehesten sollte noch etwas aus Spanien kommen", meinte Oswald. Ullrich hat Doping stets bestritten.

IOC-Vizepräsident Thomas Bach war schon zuvor klargewesen, dass die seit September 2009 vorliegenden 2000 Seiten umfassenden Unterlagen des Bundeskriminalamtes keine neuen Indizien enthalten. "Sie geben nichts her in der Frage, was 2000 war. Nach wie vor wissen wir nicht, was die Spanier noch an zusätzlichen Akten haben. Sie scheinen ja nicht gewillt, sie herauszugeben", meinte Bach mit Hinweis auf entscheidende Unterlagen aus der "Operacion Puerto" um den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes.

Laut Bach betreffen alle Ergebnisse des BKA, die den Untersuchungsbericht der Uni Freiburg enthielten, die Zeit vor dem Jahr 2000. Aus dem Zeitraum danach gibt es keine Indizien dafür, dass der ehemalige Telekom-Profi bei Olympia auf dem Weg zu Gold (Straße) und Silber (Zeitfahren) gedopt haben könnte. Auch die wenigen Unterlagen aus dem Besitz von Fuentes, die ausgewertet werden konnten, halfen der IOC-Disziplinarkommission nicht weiter. Sie betrafen nur den Zeitraum 2003 bis 2006, in dem der Tour-de-France-Sieger von 1997 mehr als 20-mal von Fuentes behandelt worden war. Über Zahlungen, die Ullrich an den Dopingarzt leistete, liegen Dokumente vor.

So oder so bleibt der 36-Jährige im Visier der Fahnder. In der Schweiz läuft noch ein Verfahren gegen ihn, und der Prozess vor dem Hamburger Landgericht gegen den Molekularbiologen Werner Franke wegen angeblicher Falschaussage des Wissenschaftlers ist ebenfalls weiter anhängig.

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