
"Unser Ziel 2009 waren 25 Siege, davon waren wir mit neun Erfolgen weit entfernt, daher können wir auf dem Papier mit dieser Saison so nicht zufrieden sein", sagte van Gerwen am Donnerstag in Dortmund. "Vielleicht waren wir zu demokratisch, zu menschlich. Die Zügel werden angezogen. Wir fahren nicht mehr Rennen, nur um Rennen zu fahren, sondern um Leistung zu bringen", fuhr der Teammanager gegenüber dem SID fort. In der Weltrangliste sprang ein enttäuschender 18. Platz heraus. Den größten Erfolg fuhr Gerald Ciolek bei der Vuelta mit seinem Etappensieg ein. Daneben gewann Linus Gerdemann die Bayern-Rundfahrt und Fabian Wegmann beim Frankfurter Traditionsrennen am 1. Mai.
"In diesem Jahr war bei weitem nicht alles schlecht. Es war der bisher beste Auftritt des Teams bei der Tour de France, und wir haben uns bei den deutschen Rennen sehr gut präsentiert. Zudem haben wir mit dem Sieg von Gerald Ciolek bei der Vuelta ein weiteres großes Ziel erreicht: Einen Qualitätssieg bei einem großen Rennen. Das waren die Leistungen, auf denen wir aufbauen werden, und die wir 2010 bei jedem einzelnen Rennen zeigen müssen", sagte van Gerwen weiter.
Für die kommende Saison stehen den sechs Abgängen bisher fünf neue Fahrer gegenüber. In Wim De Vocht und Roy Sentjens (beide Belgien) wurden zwei Klassikerfahrer verpflichtet, außerdem tragen nächste Saison Roger Kluge (Cottbus), der Olympiazweite auf der Bahn, sowie Dominik Nerz (Wangen) und Luke Roberts (Australien) das Milram-Trikot.
Der Sponsor (Nordmilch AG) bestätigte seine vertraglich zugesicherte Unterstützung im August bis Ende 2010. Unklar ist, ob das jährlich mit rund acht Millionen Euro veranschlagte Engagement darüber hinaus verlängert wird.
Nicht unbedeutend dürfte dabei das Thema Doping sein. Und so betonte van Gerwen, dass die Vorwürfe gegen Gerdemann bezüglich auffälliger Blutwerte aus dessen T-Mobile-Zeit nicht zu den Akten gelegt seien. "Ich habe dem Manager von Linus Gerdemann empfohlen, sich das komplette Blutbild geben zu lassen. Dann lassen wir das von einem externen Experten prüfen und Interpretieren." Sollte der Experte dann negativ für Gerdemann entscheiden, wäre dies "verbindlich".
Die ARD hatte Anfang Oktober von auffälligen Blutwerten der deutschen Radsporthoffnung in dessen T-Mobile-Zeit berichtet, die aus einem von der Universität Hamburg erstellten und von der Freiburger Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen Blutgutachten hervorgehen.
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