Für Armstrong ging die Tour nach 3459,5 Kilometern mit einem Podestplatz zu Ende. Für den einstigen Seriensieger zwar ein ungewohnter Platz, aber er stellte immerhin den Rekord von Raymond Poulidor mit acht Podiumsplätzen ein. Und auch sonst stand der US-Amerikaner bei seinem Comeback im Mittelpunkt der Medien. Und mit einem neuen Team wird man ihn vermutlich im nächsten Jahr wieder durch Frankreich fahren sehen. Die Kampfansage an die Konkurrenz steht jedenfalls: "Meine Vorbereitung für 2010 beginnt im August."

Gegen den überragenden Contador, der sich anschickt, seinem Landsmann und fünffachen Tour-Champion Miguel Indurain nachzueifern, hatte er ebenso wie Andy Schleck nichts auszurichten. Angesichts der Dominanz des Spaniers darf er sich nicht wundern, wenn ihm kritischen Fragen gestellt werden. Zudem war sein Name auch im Zusammenhang mit dem Blutdopingskandal um Eufemiano Fuentes aufgetaucht, was er stets bestritten hat. Wird der 26-Jährige auf die unbequemen Themen angesprochen, schweigt er beharrlich. Andreas Klöden, bester Deutscher auf Rang sechs, ignoriert die deutschen Medien schon länger konsequent. Der 34-Jährige steht nach Recherchen der Freiburger Untersuchungskommission unter Dopingverdacht, weist aber alle Vorwürfe zurück.
Und so wurde wenig über das Thema Doping bei der Frankreich-Rundfahrt gesprochen. Die Proben bleiben acht Jahre eingefroren, dann steht der endgültige Sieger fest. Bis dahin heißt es: Positives Denken.
Und aus deutscher Sicht gab es tatsächlich positive Nachrichten. Tony Martin war vor der Tour nur den wenigsten bekannt. Das dürfte sich mittlerweile geändert haben. Der 24-Jährige fuhr tagelang im Weißen Trikot des besten Nachwuchsprofis und verlor auf dem Mont Ventoux nur um Haaresbreite gegen den Spanier Juan Manuel Garate. Die Tour sei für ihn "wie ein Traum" gewesen, sagte der Columbia-Profi: "Ich habe mehr erreicht, als ich mir ausgerechnet habe."

Für den einzigen deutschen Etappensieg sorgte mit Heinrich Haussler dann ein anderer. Auf der 13. Etappe wurde seine Solofahrt im Dauerregen belohnt. Im kommenden Jahr darf sich der australische Verband über seine Erfolge freuen: Trotz des Buhlens des BDR will Haussler künftig für sein Geburtsland starten.
Und dann war da noch Jens Voigt. Der 37-Jährige gehört seit Jahren dem Tour-Tross an. Diesmal kam er allerdings nicht ins Ziel. Auf der 16. Etappe stürzte der Berliner bei Tempo 80 auf den Asphalt. Man musste mit dem Schlimmsten rechnen. "Ich habe um sein Leben gefürchtet", sagte Cofidis-Teammanager Eric Boyer.
Der unverwüstliche Voigt, der sich einen Jochbeinbruch und eine Gehirnerschütterung zuzog, erholte sich aber schnell und kündigte vom Krankbett aus bereits an: "So kann ich ja schlecht aufhören. Ich will auf jeden Fall im nächsten Jahr die Tour fahren."
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