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11.05.2009, 20:43

Spanier war nicht anwesend

Valverde geht vor den CAS

Das Sportgericht des Nationalen Olympischen Komitees von Italien (CONI) hat am Montagnachmittag den Spanier Alejandro Valverde für zwei Jahre für alle Rennen auf italienischem Boden gesperrt. Da die 16. Etappe der Tour de France am 21. Juli über Italien führt, ist ein Start des Caisse d'Epargne-Kapitäns bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt fraglich. Valverde will nun vor den CAS ziehen.

Alejandro Valverde
Über den spanischen Radprofi Alejandro Valverde brauen sich dunkle Wolken zusammen.
© picture-allianceZoomansicht

Mit seinem Urteil folgten die Richter dem Antrag von Chefankläger Ettori Torri. Der Anwalt wirft Valverde "Doping oder versuchtes Doping" mit Hilfe des mutmaßlichen spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes vor.

"Der sichergestellte Blutbeutel mit der Nummer 18 gehört Valverde. Wir besitzen Dokumente, wonach Valverde in Zahlungen an Fuentes und Medikamentenlieferungen involviert war", sagte der Staatsanwalt.

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Dem 29-Jährigen vom Team Caisse d'Epargne wurde das Italien-Gastspiel der Tour de France 2008 am 23. Juli 2008 zum Verhängnis. Dabei nahmen ihm die italienischen Kontrolleure Blut ab. Mit Hilfe eines so ermöglichten DNA-Abgleichs will Torri nach eigener Aussage nachweisen, dass sich in einem der bei Fuentes beschlagnahmten Blutbeutel Valverdes Blut befindet.

Bei der "Operation Puerto" genannten Razzia im Mai 2006 wurden in den Labors und Privaträumen von Fuentes Blutbeutel mit der Aufschrift "Valv-Piti" sichergestellt. Dieser Code soll auf Valverde hinweisen.

Allerdings ist umstritten, ob die italienischen Behörden überhaupt für den Fall zuständig sind. Zwischen Spanien und Italien entbrannte über diese Frage ein Rechtsstreit. So hatte ein Madrider Gericht den Italienern untersagt, in dem Verfahren Beweismittel der spanischen Ermittler zu verwenden. So will Valverde nun auch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einschalten, wie er Montagabend mitteilte. "Am Nachmittag ist der Antrag abgeschickt worden. Bei der ganzen Angelegenheit sind zahlreiche gravierende und irreguläre Dinge vorgefallen. Das CONI ist nicht befugt, solche disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen. Die einzig zuständige Organisation ist der spanische Verband", so Valverde.

Valverde selbst und seine Anwälte erkennen also die Rechtmäßigkeit des Verfahrens nicht an. Aus diesem Grund hat Valverde, der persönlich nicht in Rom erschien, sondern von seinen Rechtsbeiständen vertreten wurde, in Spanien Klage gegen Torri eingereicht.

Hinzu kommt, dass er selbst nie positiv getestet wurde. Bei einer Anhörung vor dem CONI hatte er an 19. Februar alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

Was macht der Radsport-Weltverband?

Vieles wird nun davon abhängen, wie der Radsport-Weltverband (UCI) entscheiden wird. UCI-Justiziare waren in Rom anwesend und werden das Urteil nun prüfen. Sollten sie zu einem positiven Fazit kommen, könnte die UCI die ausgesprochene Sperre weltweit ausdehnen. In einem ähnlichen Fall hatte die UCI zuletzt eine von der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD) ausgesprochene Zwei-Jahres-Sperre gegen Stefan Schumacher übernommen.

Alejandro Valverde gilt als einer der besten Allrounder seiner Generation. Er konnte bereits etliche Klassiker für sich entscheiden, allerdings blieb ihm bei den großen Landes-Rundfahrten ein Erfolg bisher versagt. Zweimal konnte er die Gesamtwertung der ProTour für sich entscheiden.

11.05.09
 
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