Langlauf: 30 km der Frauen schließen die Spiele ab

Björgen historisch - Stadlober verläuft sich!

Olympia - 25.02. 09:26

Das achte Gold! Marit Björgen übertrumpft Biathlon-Ikone Ole Einar Björndalen und wird zur erfolgreichsten Sportlerin in der Geschichte der Olympischen Winterspiele. Die Norwegerin krönt sich über 30 Kilometer.

Auf und davon: Marit Björgen war über die Langdistanz das Maß aller Dinge. © Getty Images

Mit ihrem nächsten Olympia-Coup von Pyeongchang hat sich die Norwegerin Marit Björgen zur erfolgreichsten Teilnehmerin bei Olympischen Winterspielen gekürt. Die 37 Jahre alte Langläuferin siegte am Sonntag über 30 Kilometer in der klassischen Technik und wiederholte ihren Triumph von Sotschi 2014. Mit nun acht Gold-, vier Silber- und drei Bronzemedaillen überholte Björgen den Biathleten und Landsmann Ole Einar Björndalen, der in seiner Olympia-Laufbahn zwei Bronze-Medaille weniger geholt hatte. Silber ging an die Finnin Krista Parmakoski, Bronze an die Schwedin Stina Nilsson.

Stadlober: "Es gehört dazu, die Strecke zu kennen"

Einen bizarren Verlauf nahm das Rennen aus Sicht der starken Österreicherin Teresa Stadlober, die auf Silberkurs liegend falsch abbog und dadurch alle Chancen auf Edelmetall verlor. "Ich kann es mir auch nicht erklären, ich bin auf die falsche Runde gelaufen", sagte Stadlober hinterher und zeigte sich selbstkritisch: "Es gehört halt auch dazu, die Strecke zu kennen." Sie habe nicht attackieren wollen, jedoch: "Ich konnte mich nicht bremsen. So ist das Leben. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll."

Zurück zur Siegerin: Seit Björgens Olympia-Debüt 2002 in Salt Lake City hat die 18-malige Weltmeisterin bei jeder Teilnahme mindestens einmal Edelmetall geholt. In Pyeongchang sammelte sie Silber im Skiathlon, Bronze über 10 Kilometer, Gold in der Staffel, Bronze im Teamsprint und nun noch einmal Gold im Königswettbewerb, in der letzten von 102 Entscheidungen der Winterspiele in Pyeongchang.

Edelmetall bei allen Starts

Björgen war wieder die schillernde Persönlichkeit im Alpensia Nordic Park. Die Mutter eines zweijährigen Sohnes holte in allen Wettbewerben, in denen sie an den Start ging, Edelmetall und demonstrierte damit ihre Ausnahmestellung. Doch mit dem Sieg am Sonntag ist ihre olympische Laufbahn beendet. Die Spiele 2022 in Peking wird die dann 41 Jahre alte Björgen nicht mehr in Angriff nehmen. Die Norwegerin könnte schon nach diesem Jahr und ihrem historischen Olympia-Coup ein Karriereende erwägen.

Auf Olympia in Korea bereitete sich die Ausnahmeathletin noch intensiver vor als früher. Mitte Dezember verabschiedete sie sich aus dem Weltcup und kehrte erst kurz vor den Spielen in Seefeld wieder zurück. Dem Ziel, in Pyeongchang noch einmal erfolgreich zu sein, ordnete sie alles unter. Wie bei ihren drei Olympiasiegen in Vancouver und ihren drei Goldmedaillen von Sotschi wurde sie auch bei den letzten Spielen dafür belohnt.

dpa