Super-G: Sander als bester Deutscher Achter

Mayer lässt Österreich jubeln - Jansrud geschlagen

Olympia - 16.02. 05:24

Die deutschen Herren bleiben im Alpin Ski in den Speed-Disziplinen ohne Medaille. Während Matthias Mayer einen Tag nach dem kleinen Debakel des österreichischen Teams in der Abfahrt mit seinem überraschenden Super-G-Triumph Gold holte, musste sich Topfavorit Kjetil Jansrud aus Norwegen mit der Bronzemedaille zufrieden geben.

Bejubelt das ersehnte Alpin-Gold für Österreich: Matthias Mayer. © picture alliance

Matthias Mayer hat der Skifahrer-Nation Österreich einen Tag der nach dem olympischen Abfahrts-Debakel mit Gold im Super-G einen unverhofften Glücksmoment beschert. Der 27 Jahre alte Skirennfahrer triumphierte am Freitag in Pyeongchang vor dem Schweizer Beat Feuz und Jansrud aus Norwegen, der vor vier Jahren in Sotschi den Super-G gewonnen hatte. Die deutschen Starter Andreas Sander, Thomas Dreßen und Josef Ferstl gingen wie erwartet leer aus.

"Ich bin zufrieden, weil ich es probiert habe. Ich hatte einen kleinen technischen Fehler drin, der schwer auszubessern ist", sagte Sander. Der Ennepetaler war als Achter bester Deutscher. Dreßen belegte Rang zwölf. Am Vortag hatte der Mittenwalder als Fünfter der Abfahrt knapp eine Medaille verpasst. Für Ferstl, der im Dezember den Super-G in Gröden für sich entschieden hatte, reichte es nicht zu einem Platz unter den besten 25. "Ich bin deutlich besser gefahren als in der Abfahrt. Ich habe mir mehr zugetraut", meinte Sander, der in der Abfahrt Zehnter geworden war, im ZDF. Ganz zufrieden war er aber nicht: "Ich bin schon einmal besser Ski gefahren. Schade, dass ich das bei einem Großereignis nicht abrufen kann."

Mayer: Vom Behandlungstisch zur Goldmedaille

Der Österreicher Mayer ließ sich auch von einem Bluterguss nicht stoppen und ist nach dem Norweger Aksel Lund Svindal der zweite Mann, der bei Winterspielen eine Abfahrt und einen Super-G gewonnen hat. Zuletzt hatte Hermann Maier in Nagano 1998 Gold für Österreich in dieser Disziplin geholt. Danach triumphierten stets die Norweger. Kjetil-Andre Aamodt gewann nach 1992 auch 2002 und 2006. In Vancouver 2010 war Svindal der Beste, in Sotschi dann Jansrud. "Matthias und Beat waren einfach besser heute. Ich bin ein bisschen enttäuscht, aber auch glücklich mit Bronze", sagte Jansrud bei Eurosport.

Beim Sieger überwog die Freude: "Das vorletzte Tor habe ich gerade noch erwischt, und dann habe ich grün gesehen", sagte der überglückliche Mayer, der nach seinem Sturz drei Tage zuvor vor allem seinen beiden Physiotherapeuten dankte, die ihn noch bis kurz vor dem Rennen behandelt hatten, und strahlend hinzufügte: "Heute ist ein großartiger Tag!"