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29.01.2018, 10:54

DBS übt deutliche Kritik an der Entscheidung

Wie bei Olympia: Russen bei Paralympics unter neutraler Flagge

Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Nach dem Startverbot für die Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro folgte des IPC für Pyeongchang dem Vorbild des IOC und lässt ausgewählte russische Sportler unter neutraler Flagge zu. Der Deutsche Behindertensportverband kritisierte die Entscheidung.

Logo der Paralympics von Pyeongchang
Bei den Paralympics von Pyeongchang werden Russen unter neutraler Flagge starten.
© picture allianceZoomansicht

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) ist dem Vorbild des IOC gefolgt und erlaubt ausgewählten russischen Athleten die Teilnahme an den Winter-Paralympics in Pyeongchang vom 9. bis 18. März. Das IPC gab am Montag in Bonn bekannt, dass der Ausschluss des Nationalen Paralympischen Komitees Russland bestehen bleibe, nachweislich saubere Sportler aber unter neutraler Flagge teilnehmen dürfen. Das IPC rechnet mit 30 bis 35 russischen Startern in Südkorea.

Von den Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro waren die russischen Athleten noch komplett ausgeschlossen worden. Das Internationale Olympische Komitee hatte für seine Winterspiele in Südkorea vom 9. bis 25. Februar ebenfalls das Nationale Komitee Russlands gesperrt, bisher aber 169 als sauber geltende Sportler eingeladen. Sie dürfen unter neutraler Flagge und ohne Hymne starten.

Obwohl das RPC suspendiert bleibt, haben sie erhebliche Fortschritte gemacht. Das müssen wir anerkennen.IPC-Präsident Andrew Parsons

Das IPC unter dem Vorsitz seines neuen Präsidenten Andrew Parsons ließ diese Hintertür ebenfalls offen. Das Russische Paralympische Komitee (RPC) war nach Rio zu zahlreichen Maßnahmen aufgefordert worden - unter anderem der Akzeptanz und Anerkennung des McLaren-Berichts, in dem Russland flächendeckendes Doping bescheinigt wird. "Obwohl das RPC suspendiert bleibt, haben sie erhebliche Fortschritte gemacht. Das müssen wir anerkennen", sagte Parsons. Starten dürfen einzelne Sportler im Biathlon, Ski Alpin, Langlauf, Snowboard und im Rollstuhl-Curling. Im Sledge-Eishockey darf kein russisches Team teilnehmen.

Im Weltcup durften russische Athleten in diesem Jahr provisorisch unter neutraler Flagge starten, damit sie im Falle einer Paralympics-Zulassung die Qualifikations-Kriterien erfüllen konnten. Zahlreiche Athleten führen dabei ihre Weltcup-Wertung an. Auch bei den vorigen Winterspielen 2014 im heimischen Sotschi dominierten die Russen den Medaillenspiegel.

Mit 30 Gold-, 28 Silber- und 22 Bronzemedaillen und damit insgesamt 80 Podestplätzen lagen sie weit vor den zweitplatzierten Deutschen (9/5/1/15). Der Deutsche Behindertensportverband hatte im Vorfeld der Entscheidung vehement einen Komplett-Ausschluss der Russen gefordert.

Deutliche Kritik kommt vom DBS

Mit 30 Gold-, 28 Silber- und 22 Bronzemedaillen und damit insgesamt 80 Podestplätzen lagen sie weit vor den zweitplatzierten Deutschen (9/5/1/15). Der Deutsche Behindertensportverband hatte im Vorfeld der Entscheidung vehement einen Komplett-Ausschluss der Russen gefordert und kritisierte die Entscheidung des IPC umgehend: "Die Entscheidung des IPC ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Es ist schade, dass das IPC von seiner konsequenten Anti-Doping Politik abgerückt ist. Alle bisherigen, vor der Neuwahl des IPC Boards in Abu Dhabi, gemachten Aussagen lassen einen Start von Athletinnen und Athleten aus Russland nur zu, wenn die Auflagen des Governing Boards auf der Basis des McLaren Reports erfüllt sind. Das ist aus unserer Sicht nicht vollständig erfolgt. Leider hat sich das IPC nun irgendeinem Druck gebeugt", äußerten sich DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher und DBS-Vizepräsident Dr. Karl Quade in einem offiziellen Statement. "Ein Start von Athleten aus Russland nach dem Sündenfall von Sotschi ist aus unserer Sicht ein Schlag ins Gesicht der sauberen Sportler und der manipulationsfreien Sportstrukturen."

dpa/bru

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© imago/Getty Images

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