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16.09.2016, 22:49

Erfolgsserie hält: Deutsche Radsportler dominieren in Rio

Sieg von Durst und Bronze für Majunke

Wieder zweimal Gold und zweimal Bronze: Die Radsportler polieren bei den Paralympics in Rio weiter die Medaillenbilanz der gesamten deutschen Mannschaft auf.

Hans-Peter Durst
Zweites Gold: Hans-Peter Durst hat reichlich Grund zur Freude.
© picture allianceZoomansicht

Drei Tage, achtmal Gold: Die deutschen Radsportler sind bei den Paralympics nicht zu stoppen. Der zweifache Weltmeister Steffen Warias und erneut Hans-Peter Durst haben eine bemerkenswerte Erfolgsserie in Rio de Janeiro am Freitag einfach fortgesetzt.

Dreiradfahrer Durst feierte beim Straßenrennen in bereits seinen zweiten Sieg, nachdem er zuvor schon mit kaputtem Sattel das Zeitfahren gewonnen hatte. Warias sprintete auf den letzten Metern eines packenden Straßenrennens über 71,1 Kilometer noch an dem Belgier Kris Bosmans und dem Italiener Fabio Anobile vorbei.

Bahnradspezialistin Denise Schindler hatte in einem ähnlich engen Schlussspurt Pech und wurde nur Dritte. Jana Majunke holte danach ebenfalls Bronze. Die Gesamtbilanz von acht Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen seit Mittwoch zeigt die deutsche Dominanz auf dem schönen Straßenkurs am Strand des Stadtteils Barra.

"Wir sind eben die coolsten Hunde im deutschen Team", sagte der 31 Jahre alte Warias, der als Schwabe ansonsten nicht für flotte Sprüche bekannt ist. Die Erfolge der deutschen Paracycler haben aber auch ganz handfeste Gründe. Der Grad der Professionalisierung ist bei ihnen extrem hoch. Auch die hohen Kosten für ihre spezialgefertigen Räder sorgen dafür, dass in diesem Sport nur bestens ausgestattete und vorbereitete Sportler eine Chance haben.

Warias: "Das ist jetzt die Krönung"

"Wir haben alle unsere Heimtrainer, waren alle in mehreren Trainingslagern und haben sogar noch ein Extra-Höhentrainingslager vorgeschaltet", erklärte Warias. Auch Bundestrainer Patrick Kromer lobte sein Team: "Das Ziel war es, die 14 Medaillen von London zu wiederholen. Das haben wir geschafft. Jetzt sind wir völlig zufrieden. Ich bin riesig stolz auf diese Mannschaft."

Vor allem Warias gelang nach den WM-Titeln 2010 und 2013 sowie seiner Silbermedaille bei den Paralympics 2012 der bislang größte Erfolg seiner Karriere. "Ein Paralympics-Sieg ist das Größte, was man in unserem Sport erreichen kann. Das ist jetzt die Krönung", sagte er.

Der Mann mit zwei Klumpfüßen und einer nur eingeschränkten Unterschenkelmuskulatur profitierte bei seinem Rennen auch von seiner großen Erfahrung. "Ich wusste, dass die Anderen sehr, sehr stark sind. Also habe ich beim Sprint auch extra lange gewartet", sagte er. So fuhr er auf den letzten Metern aus dem Windschatten heraus noch an seinen beiden Rivalen aus Belgien und Italien vorbei.

Durst kam diesmal auf seinem Sattel ins Ziel. Der brach ihm nicht schon wieder nach wenigen Meter ab wie noch bei seinem denkwürdigen Zeitfahr-Triumph zwei Tage zuvor. "Ich hatte heute Morgen immer noch starke Schmerzen. Aber sobald man an der Startlinie steht, merkt man nichts mehr davon", sagte der 58-Jährige. "Ich weiß nicht, woher die Kraft kommt. Ich hätte mich auch über eine Goldmedaille gefreut. Jetzt sind es zwei. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl."

Schindler hadert mit Bronze

Während sich auch Majunke über Bronze über 30 Kilometer freute, war Schindler mit ihrem Abschneiden nicht zufrieden. "Es war mehr drin. Eigentlich wollte ich Gold holen", sagte die Bahnrad-Weltmeisterin von 2015. "Dass es Bronze geworden ist, ist ein bisschen schade. Aber: Es hätte ja auch gar nichts werden können."

Für die 30 Jahre alte Münchnerin endeten damit äußerst wechselhafte Paralympics. In ihrer Spezialdisziplin auf der Bahn wurde sie disqualifiziert. Silber und Bronze auf der Straße retteten aber ihre Bilanz. "Gold und Silber wären mir lieber gewesen", sagte Schindler, die sich am Freitag vor allem über die taktische Prägung des Straßenrennens beklagte. "Wir hätten zwischendurch auch Kaffee trinken können. Keiner wollte das Tempo machen", sagte sie.

dpa

 

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