Die nach einem Reitunfall querschnittsgelähmte Brenner ließ sich im Greenwich Park von London mit "Women of the World" auch von einem Punktabzug nicht vom Goldkurs abbringen. "Ich hatte wegen des Drucks einen kurzen Blackout. Aber zum Glück machte mein Pferd einfach weiter, bis ich wieder zu mir gefunden hatte", sagte die 49-Jährige, die kurzzeitig über die Reihenfolge der Choreographie ins Grübeln geraten war. Auch in der Mannschaftswertung gab es eine Medaille: Zusammen mit Angelika Trabert und Britta Näpel reichte es hinter Großbritannien zu Silber.
Wollmert (47) gewann sein Finale gegen den Briten William Bayley in nur 23 Minuten mit 3:1 und feierte damit sein bereits fünftes Gold bei Paralympics. Das britische Publikum feierte ihn, nachdem er sich rührend um seinen in Tränen aufgelösten Konkurrenten gekümmert hatte. Wollmerts Teamkollege Thomas Schmidberger wurde Dritter, im kleinen Finale seiner Klasse bezwang er den Franzosen Florian Merrien. "Die Bronzemedaille fühlt sich wie Gold an", sagte der 20-Jährige.
Zuvor gab es auf dem Dorney Lake zudem Silber für den gemischten Ruder-Vierer mit Steuerfrau Katrin Splitt, Astrid Hengsbach, Anke Molkenthin, Tino Kolitscher und Kai-Kristian Kruse, der sich nur Großbritannien geschlagen geben musste. "Geil. Es war ein tolles Gefühl hier zu rudern. Wir haben Alles gegeben, uns voll ausgepowert und es hat tierisch viel Spaß gemacht", jubelte Kolitscher.
Schwimmerin Daniela Schulte verpasste dagegen auch bei ihrem dritten Start in London die erhoffte Medaille. Über 100 Meter Rücken wurde die sehbehinderte deutschen Fahnenträgerin Vierte.
Sensationell mutete zum Abschluss am Sonntag die Niederlage von Oscar Pistorius im Finale über 200 Meter an. Der Südafriker, der im Vorlauf seinen eigenen Weltrekord pulverisiert hatte, musste sich überraschend dem Brasilianer Alan Fonteles Cardoso Oliveira geschlagen geben.
Hinterher beklagte sich Pistorius über zu hohe Stelzen der Rivalen, die durch das neue Reglement erlaubt sind. "Es war nicht unfair, er hat sich an die Regeln gehalten, aber Fakt ist: So schnell war er bisher noch nie. Auch nicht annähernd", sagte der Südafrikaner, dem zahlreiche Konkurrenten beipflichteten. Hier droht die nächste Diskussion über "Techno-Doping".
Pferdesport/Dressur:
Einzel - Klasse III:
Gold: Hannelore Brenner (Wachenheim) - Women of the World 73,467Prozentpkt.
Mannschaft: Silber:Deutschland440,970 Pkt.(Angelika Trabert/Dreieich - Ariva-Avanti, BrittaNäpel/Wonsheim - Aquilina 3, Steffen Zeibig/Arnsdorf -Waldemar, Hannelore Brenner/Wachenheim - Women of theWorld)
Rudern:
Mixed-Vierer mit St.:
Silber:Deutschland3:21,44 Min.(Anke Molkenthin/Ainring-Hammerau, AstridHengsbach/Hagen, Tino Kolitscher/Halle/Saale,Kai-Kristian Kruse/Hamburg, Katrin Split/Berlin)
Tischtennis:
Herren, Einzel - Klasse 7:
Gold: Jochen Wollmert (Stuttgart)
Herren, Einzel - Klasse 3:
Bronze: Thomas Schmidberger (Viechtach)
1. China 87 (35/24/28)
2. Großbritannien 54 (16/24/14)
3. Australien 43 (14/11/18)
4. Ukraine 33 (13/8/12)
5. Russland 34 (12/13/9)
6. USA 33 (9/8/16)
7. Brasilien 13 (7/3/3)
8. Deutschland 21 (5/8/8)
9. Frankreich 17 (4/7/6)
10. Nigeria 8 (4/4/0)
Erklärung: erste Zahl Summe, in Klammern Gold, Silber, Bronze
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| 18:15 | EURO | Darts |
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