Eine beeindruckende Vorstellung ausgerechnet der Gastgeberinnen hat am Dienstagabend das olympische Frauenfußballturnier in den Fokus gerückt. Vor der stattlichen Kulisse von 70 584 Zuschauern im neuen Wembleystadion - das größte Publikum bei einem Frauenfußballspiel auf britischem Boden - bezwang Großbritannien Brasilien mit 1:0 und sicherte sich durch den dritten Vorrundensieg im dritten Spiel den Gruppensieg.
"A night of power and glory", schrieb der "Guardian" über die Klassevorstellung der Britinnen, die mit den Brasilianerinnen eine der besten Mannschaften im Frauenfußball bezwingen konnten und die Medaillenhoffnungen der Gastgebernation nährten.
Beide Teams ließen den Ball zügig laufen in einem Vergleich ohne großen Druck - beide hatten das Ticket für die Viertelfinals schon gelöst. Doch immerhin ging es darum zunächst einmal Weltmeister Japan in der K.o.-Runde aus dem Weg zu gehen. Die Mannschaft von Trainerin Hope Powell bekam auch Brasiliens Star Marta in den Griff, die in 73 Länderspielen 80-mal getroffen hat. Wobei das schnelle Führungstor das Selbstbewusstsein entsprechend nährte. Steph Houghton traf schon nach 90 Sekunden - im Anschluss an eine schlecht verteidigte Ecke umspielte die Linksverteidigerin Keeperin Andreia und netzte ein.

Brasilien - nach zweimal Silber in Athen und Peking dieses Mal besonders gefordert - verkrampfte, während Großbritannien (eigentlich England, lediglich zwei Schottinnen stehen im Aufgebot) den Vorsprung clever verteidigte. Und auch in Hälfte zwei dem Spiel den Stempel aufdrückte. Selbst die Tatsache, dass die routinierte Kelly Smith (33) einen Foulelfmeter verschoss, konnte die Britinnen nicht mehr vom richtigen Weg abbringen. Am Ende stand ein hochverdienter und enthusiastisch gefeierter 1:0-Sieg.

Alles andere als überzeugend war die Leistung von Weltmeister Japan, das im letzten Vorrundenspiel gegen das zuvor noch punktlose Südafrika in der Gruppe F nicht über ein 0:0 hinaus kam. Nur Platz zwei steht für die Asiatinnen zu Buche, auf die im Viertelfinale auf Brasilien oder Großbritannien wartet.
Ebenfalls nur unentschieden spielte Schweden. Der WM-Dritte verspielte gegen Kanada einen 2:0-Vorsprung, verteidigte aber durch ein 2:2 (2:1) dennoch Platz eins in der Gruppe F. Die Kanadierinnen erreichten dank des Doppelpacks von Melissa Tancredi ebenfalls das Viertelfinale als einer der besten Gruppendritten.
Die Schwedinnen bekommen es nun mit Frankreich zu tun, das sein letztes Spiel in Gruppe G gegen Kolumbien 1:0 (1:0) gewann. Bereits für das Viertelfinale qualifiziert war Olympiasieger USA, die im politisch brisanten Duell gegen Nordkorea mit 1:0 (1:0) die Oberhand behielten. Der Titelverteidiger baute seine olympische Rekordserie auf acht Siege in Folge aus und trifft als Gruppensieger auf Kanada, Neuseeland oder Kamerun.
Die deutschen Fußball-Frauen hatten die Olympia-Qualifikation durch das Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM im vergangenen Sommer verpasst.
| Mannsch. I | Mannsch. II | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Schweden | - | Frankreich | 1:2 (1:2) | |
USA | - | Neuseeland | 2:0 (1:0) | |
Brasilien | - | Japan | 0:2 (0:1) | |
Großbritannien | - | Kanada | 0:2 (0:2) | |