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30.07.2012, 22:33

Fechten: Finalniederlage im Sudden Death

Heidemann versilbert einen denkwürdigen Tag

Das lange Warten der deutschen Olympia-Fans hat ein Ende. Fechterin Britta Heidemann hat die erste Medaille für Deutschland geholt. Am Ende eines denkwürdigen Tages hatte sie um Gold gekämpft und hielt Silber in den Händen. Im letzten Gefecht unterlag die 29-jährige Kölnerin mit 8:9 im Sudden Death gegen Ukrainerin Jana Schemjakina.

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Siegerküsschen: Britta Heidemann gratuliert der Siegerin Jana Schemjakina aus der Ukraine (re.).
Siegerküsschen: Britta Heidemann gratuliert der Siegerin Jana Schemjakina aus der Ukraine (re.).
© picture alliance Zoomansicht

Nach einer bizarren Nervenschlacht im Halbfinale musste sich Heidemann, die Olympiasiegerin von Peking, diesmal im Finale denkbar knapp in der Verlängerung geschlagen geben. Die Weltmeisterin von 2007 holte aber am dritten Tag der Spiele von London die erste Medaille für die deutsche Mannschaft.

In der Vorschlussrunde gab es ein sportliches Drama gegen die Südkoreanerin Shin A Lam. 28 Minuten lang wurde diskutiert, ob der Treffer zum 6:5 von Heidemann im Sudden Death innerhalb der letzten angezeigten Sekunde gesetzt worden war. Funktionäre, Zeitnehmer und Trainer redeten sich die Köpfe heiß. Am Ende des skurrilen, beinahe unwürdigen Schauspiels leuchtete eine grüne "6" auf der Anzeigetafel auf, Heidemann verließ unter Jubelschreien erst mal die Halle.

Portrait

Dann spielten sich beinahe bizarre Szenen ab. Südkorea legte Protest ein, die Delegation allerdings hatte zunächst die dafür erforderliche Gebühr von 500 Schweizer Franken, umgerechnet 416 Euro nicht griffbereit. Ein Funktionär musste erst zu einem Bankautomaten eilen. Heidemann stand in der Zwischenzeit in den Katakomben und telefonierte, Shin A Lam saß wie in Trance auf der Planche. Um 20:12 Uhr Ortszeit, 1:42 Stunden nach Kampfbeginn, hatte Heidemann endlich gewonnen.

"Es gab nichts zu diskutieren, ich habe einen regulären Treffer gesetzt. Ich hätte mir allerdings einen anderen Finaleinzug gewünscht", sagte Heidemann.

Untröstlich: Die im Halbfinale gegen Heidemann unterlegene Südkoreanerin Shin A Lam.
Untröstlich: Die im Halbfinale gegen Heidemann unterlegene Südkoreanerin Shin A Lam.
© Getty Images Zoomansicht

Die Diskussionen waren entstanden, nachdem die Uhr im Sudden Death 00:01 gezeigt hatte. Heidemann hatte für die Verlängerung per Los den "Nachteil" zugelost bekommen, hätte bei Gleichstand demnach verloren. Sie griff an - Doppeltreffer. Die Uhr zeigte weiter 00:01. Heidemann attackierte erneut - Doppeltreffer. Zwei Treffer innerhalb einer Sekunde - das rief die österreichische Kampfrichterin Barbara Csar auf den Plan.

Csar ging zur Planche, befragte beide Fechterinnen, ob sie damit einverstanden seien, die Uhr nochmals auf 00:01 zurückzusetzen und das Gefecht ein letztes Mal freizugeben. Heidemann und Shin A Lam stimmten zu. Csar gab das Startsignal. Heidemann attackierte - und traf nach 0,84 Sekunden. Die Uhr zeigte 00:00.

Stark wie Heidemann den Krimi verarbeitete, ihre Kräfte im Finale gegen Schemjakina noch einmal sammelte und erneut in die Verlängerung kam. Dort hatte die 26-jährige Ukrainierin, Weltranglisten-Elfte und WM-Neunte von 2010 und 2011, aber das bessere Ende für sich.

Fotos: Der 3. Tag in London
Silber, Emotionen und ein Standortwechsel
Jana Schemyakina & Britta Heidemann
Spannung pur!

Für atemberaubende Spannung sorgte die deutsche Fechterin Britta Heidemann (re.), die sich in nervenaufreibenden Duellen bis ins Finale vorkämpfte. Gegen die Ukrainerin Jana Schemyakina (li.) ging es um Gold.
© Getty Images

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