Aus London berichtet Jörg Jakob
Die Olympic Lane sorgt weiter für Aufregung, denn die Vorfahrtsstraße für die olympische Familie war vorübergehend an manchen Stellen auch für den sonstigen Verkehr geöffnet worden - und die Verwirrung damit perfekt: Ja was denn nun, schimpften die Taxifahrer. Man sollte die Linie nicht zu oft wechseln. Der Zickzack-Kurs von Gareth Bale jedenfalls spricht nicht für den Tottenham-Star. Aus dem Team GB von Stuart Pearce hatte sich der Waliser wegen einer Rückenverletzung abgemeldet, doch zum Vorbereitungsspiel gegen LA Galaxy (1:1) lief der 23-Jährige aus heiterem Himmel auf und erzielte prompt den Führungstreffer. Dabei hatte ausgerechnet Bale noch in PR-Spots für Großbritanniens ersten Auftritt im olympischen Fußballturnier geworben.
Kein Beckham, kein Bale, 200 000 Tickets für den Wettbewerb vor einer Woche aus dem Verkehr gezogen - Fußball spielt für die Fans im Mutterland bei den Sommerspielen die zweite Geige, abgesehen vom Hype um die Brasilianer um Neymar.
Stuart Pearce und seine Mannen werden das nur mit Siegen ändern können. Pearce, der Altstar Beckham nicht nominiert hatte (worüber in England immer noch heftig diskutiert wird), verzichtet auf eine formale Beschwerde gegen Bale, die zur Folge hätte, dass die FIFA ihn für die Zeit der Sommerspiele für alle Testpartien mit den Spurs sperren würde.
Alte Bekannte wie Bale und neue Gesichter wie der Ex-Dortmunder Shinji Kagawa, der mit Manchester United auf World Tour ist, sehen die Premier-League-Klubs lieber im neuen Auswärtstrikot. Saisonvorbereitung statt Sommerspiele ist ja auch den Bundesligisten lieber und die Bale-Episode ist somit nur ein weiteres Indiz dafür, dass der Wunsch von Thomas Bach nur ein frommer bleiben wird.
Der Präsident des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB) hofft darauf, dass der Fußball in Zukunft einmal wirklich in Bestbesetzung bei Olympia antreten wird. Wer an das Abstellungsgerangel auch vor Asienspielen und dem Afrika-Cup denkt, der muss zu dem Schluss kommen: Der Zug ist längst abgefahren.