Mit großen Medaillenhoffnungen starteten die deutschen Athleten in den Mannschaftswettbewerb der Nordischen Kombination bei den Olympischen Winterspielen von Vancouver. Nachdem im ersten Einzelwettbewerb die Vergabe der Medaillen ohne deutsche Beteiligung über die Bühne gegangen war, hatten sich Tino Edelmann, Björn Kircheisen, Johannes Rydzek und Eric Frenzel viel vorgenommen.
Die Konkurrenz war aber stark im Whistler Olympic Park. Mit dem amtierenden Weltmeister Japan, den USA, Österreich, Finnland, Norwegen und Frankreich um Einzel-Olympiasieger Jason Lamy Chappuis war einigen Teams die Medaillenränge zuzutrauen.
Der Wettbewerb begann mit einer kalten Dusche für die deutschen Kombinierer. Tino Edelmann setzte seinen Sprung als erster Springer bereits bei 123 Metern in den Schnee und verlor bereits umgerechnet über 30 Sekunden auf die in Führung liegenden Teams.
An der Spitze sprangen die USA, die mit Brett Camerota, Bob Lodwick, Bill Demong und Johnny Spillane ein starkes Team an den Start brachten. Die US-Amerikaner verloren nach vier Sprüngen nur zwei Sekunden auf die nach dem Springen führenden Finnen. Dahinter tat sich ein Loch auf. Österreich mit seinen starken Läufern lag mit 36 Sekunden Rückstand auf Platz drei, im Schlepptau befand sich Japan (41 Sekunden Rückstand), Frankreich (43) und das deutsche Team (45).
Die finnische und US-amerikanische Mannschaft traten im 4x5 km Rennen nach der Gundersen-Methode die Flucht nach vorne an. Schnell wurde klar, dass die Skandinavier das Tempo des US-Teams nicht halten konnten. Janne Ryynänen und Jakko Tallus verloren schnell an Boden, während die Österreicher mit Bernhard Gruber und David Kreiner schnell näher kamen. Dahinter beharkten sich die Verfolger, wobei Tino Edelmann Pech hatte und bei einem Sturz wertvolle Sekunden verlor. Bei einem Anstieg war der Thüringer ins Straucheln geraten: "Das ist mir das letzte Mal ohne Fremdeinwirkung passiert, als ich zwölf war. Ich hätte mich am liebsten im Boden vergraben", konnte Edelmann nach dem Wettbewerb über die Szene ob des tröstenden Edelmetalls um seinen Hals sogar schon wieder schmunzeln.
Während der dritten Schleife hatten sich die Fronten geklärt. Vorne liefen Österreich und die USA um Gold. Mit knapp 20 Sekunden Rückstand kämpften Frankreich und Deutschland um Bronze. Vor dem letzten Wechsel konnte sich Felix Gottwald für Team-Austria vom US-Team absetzen und Erik Frenzel konnte einen 20-Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Lacroix herauslaufen.
In der Schlussrunde versuchte Björn Kircheisen noch einmal alles und verkürzte schnell den Abstand zu den führenden Mario Stecher und Bill Demong. Zwischenzeitlich kam der Sachse bis auf neun Sekunden an das Führungs-Duo heran, er konnte aber die beiden Top-Läufer nicht mehr angreifen.
Mario Stecher und Bill Demong kamen zusammen auf die Ziellinie, so dass der Endspurt entscheiden musste. Der Österreicher überholte dabei Demong rund 100 Meter vor dem Ziel aus dem Windschatten heraus und ließ seinen Konkurrenten förmlich stehen. Mit letztlich 5,2 Sekunden Vorsprung sicherte er die Goldmedaille vor den USA. Dahinter kam Björn Kircheisen auf dem sicheren dritten Platz ein.
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