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12.02.2010, 23:22

Georgier Kumaritaschwili verstorben

Tödlicher Unfall beim Rodeln

Der Beginn der Olympischen Winterspiele wird vom Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili überschattet. Der Athlet war beim Abschlusstraining im Olympic Sliding Centre in Whistler kurz mit 144,3 km/h aus der Bahn geschleudert worden und gegen einen ungeschützten Stahlträger geprallt. Die Helfer vor Ort leiteten zwar sofort Reanimierungsmaßnahmen ein, doch jede Hilfe kam zu spät.

Nach dem Unfall wurde Kumaritaschwili sofort ins Krankenhaus gebracht. Doch jede Hilfe kam zu spät.
Nach dem Unfall wurde Kumaritaschwili sofort ins Krankenhaus gebracht. Doch jede Hilfe kam zu spät.
© picture-allianceZoomansicht

Der Tod des 21-Jährigen ist der erste tödliche Unfall bei Olympischen Winterspielen überhaupt. IOC-Vizepräsident Thomas Bach musste nur wenige Stunden nach seiner Wiederwahl die traurige Nachricht verkünden: "Die ersten Gedanken sind bei seiner Familie und seiner Mannschaft. Das wirft einen tragischen Schatten auf die Eröffnung der Spiele, die mit so viel Vorfreude erwartet worden sind." Auch IOC-Präsident Jacques Rogge zeigte sich entsetzt: "Wir sind geschockt von dieser Tragödie", sagte Rogge mit tränenerstickter Stimme am Freitag, "sie wird ganz sicher einen Schatten auf diese Spiele werfen." John Furlong, Chef des Organisationskomitees VANOC, war sichtlich gezeichnet von dem Unglück: "Ich bin traurig und mein Team ist am Boden zerstört." Die georgische Olympiamannschaft erwägt, von den Spielen wieder abzureisen. Die Eröffnungsfeier in der Nacht zum Samstag (MEZ) soll trotzdem stattfinden.

Kumaritaschwili war in der "Thunderbird"-Kurve, der letzten der 16 Kurven des 1374 Meter langen Hochgeschwindigkeitskurses, in große Schwierigkeiten geraten. Nach der Ziellinie flog er dann aus der Eisrinne und mit Rücken und Hinterkopf gegen den Stahlträger, an dem das Dach über der Bahn befestigt ist.

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Der deutsche Cheftrainer der Bob- und Skeletonathleten, Raimund Bethge, kritisierte nach dem Sturz die Beschaffenheit der Rodelbahn: "Alle Fachleute, die von Anfang an mit der Bahn zu tun hatten, haben vor der hohen Geschwindigkeit gewarnt", so Bethge. Ähnliche Kritik hatte zuvor schon Weltverbands-Präsident Joseph Fendt geübt: "Die Bahn ist zu schnell. Wir hatten sie für maximal 137 Stundenkilometer geplant. Aber sie ist fast 20 Stundenkilometer schneller. Wir sehen das als Planungsfehler."

Am Donnerstag war bereits Andi Langenhan im Training gestürzt. "Das war heftig. Und es tat extrem weh", sagte der 25-Jährige. Beim Weltcup-Finale 2009 und bei der internationalen Trainingswoche zu Beginn des Olympiawinters war es immer wieder zu Stürzen gekommen, die Athleten hatten teils große Probleme.

Wenige Minuten vor dem fatalen Unfall war auch Top-Favorit Armin Zöggeler (Italien) im Abschlusstraining gestürzt. Auch die Rumänin Violeta Stramaturaru kam am Donnerstag bei ihrem Trainingslauf auf der Hochgeschwindigkeitsbahn zu Fall. Sie war für kurze Zeit bewusstlos.

12.02.10
 
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