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21.01.2019, 13:40

Los Angeles Rams kommen davon - und ziehen in Super Bowl ein

Geschichte verfälscht? Saints schimpfen auf Schiedsrichter

Über 73.000 Zuschauer im bombastischen Mercedes-Benz Superdome hatten mit purer Lautstärke den Grundstein gelegt, damit die heimischen New Orleans Saints in den Super Bowl einziehen können. Doch die Los Angeles Rams ließen sich nicht abschütteln - und zogen in der Verlängerung selbst ins NFL-Finale ein. Dabei hätte es womöglich gar keine Overtime gegeben - wenn das Schiedsrichtergespann ein klares Vergehen nicht übersehen hätte.

Sean Payton
Fassungslos: Saints-Trainer Sean Payton.
© imagoZoomansicht

Mit frischgebackenen 40 Jahren wollte sich Saints-Quarterback Drew Brees ein weiteres Mal in seiner langen wie erfolgreichen Karriere in einem Super Bowl präsentieren - und seiner Stadt New Orleans nach dem 31:17 gegen die Indianapolis Colts am 7. Februar 2010 zum zweiten Mal die Vince Lombardi Trophy präsentieren.

Doch am Ende wurde nichts daraus - trotz einer zwischenzeitlichen 13:0-Führung nach Quarter eins, trotz eines 20:10-Vorsprungs Mitte des dritten Viertels und trotz eines verwandelten Field Goals von Kicker Wil Lutz aus 31 Yards zum 23:20 genau 1:41 Minuten vor Ablauf der Uhr. Der Kontrahent aus L.A. ließ sich einfach nicht abschütteln, kam immer wieder zurück - und siegte schlussendlich auf dramatische Weise mit 26:23 in der Verlängerung.

Die Szene des Spiels

Während Rams-Spielmacher Jared Goff (297 Yards, ein Touchdown, eine Interception) in fremder Stätte mit seinen Kollegen ausgiebig feierte, blieben ratlose und besonders wütende Gesichter im Lager der Saints zurück. Allen voran Head Coach Sean Payton musste sich mehrfach zusammenreißen, nicht komplett die Fassung zu verlieren. Warum? Weil sich der Trainer mitsamt seines Teams und der gellend laut pfeifenden Saints-Anhängerschaft vollends vom Schiedsrichtergespann betrogen fühlte.

Und diese Wut war absolut nachvollziehbar. Denn als Star-Quarterback Brees einen Pass 1:48 Minuten vor Spielschluss rechts raus in Richtung Seitenlinie zu Wide Receiver Tommylee Lewis warf und dieser vom nicht einmal zum Ball blickenden Rams-Cornerback Nickell Robey-Coleman weggerammt wurde, sah sich keiner der Referees genötigt, die gelbe Flagge für einen Pass-Interference-Call zu werfen. All das ungläubige Kopfschütteln, das Abwinken, all das Beschweren half nicht - genauso wenig wie eben Trainer Payton, der an der Seitenlinie immer wieder wutentbrannt das Gespräch mit den Offiziellen suchte.

Tommylee Lewis und Nickell Robey-Coleman
Die Szene des Spiels: Rams-Cornerback Nickell Robey-Coleman behindert Saints-Receiver Tommylee Lewis.
© imagoZoomansicht

Das Fatale dabei: Wäre das Foul geahndet worden, wäre das Spiel mit großer Wahrscheinlichkeit zugunsten der Saints ausgegangen. Denn Brees & Co. hätten die Uhr im Anschluss bis auf wenige Sekunden ablaufen lassen können, ehe Kicker Lutz ein Field Goal der einfacheren Sorte zum 23:20-Ende hätte verwandeln können. So aber war nach dem 23:20 noch Zeit auf der Uhr - und das brachte letztlich Los-Angeles-Kicker Greg Zuerlein zweimal zum Zug. Der 31-Jährige mit dem Spitznamen "Greg the Leg" sicherte zunächst aus 48 Yards die Verlängerung, ehe er nach einer Interception von Brees (249 Yards, zwei TDs, eine Int.) mit dem längsten Field Goal der Rams-Franchise-Geschichte (57 Yards) die Super-Bowl-Teilnahme für den Gast sicherte - und den jüngsten Trainer der NFL-Geschichte, Sean McVay (32), vom ersten Meilenstein seiner Karriere träumen lässt.

Payton, Brees, Lewis - allesamt entsetzt

Das Wort Geschichte ist derweil in diesen Stunden in der Stadt New Orleans nicht gern gehört - denn genau um diese fühlen sich die Beteiligten nach wie vor aufgrund der nicht gegebenen Pass Interference betrogen. "Ich weiß nicht, ob es jemals einen offensichtlicheren Call gegeben hat", so ein nach Spielschluss fassungsloser Payton. Der 55-jährige Trainer weiter: "Dass so ein Call nicht kommt, ist schwer zu akzeptieren. Ein Spiel in dieser Situation zu verlieren, ist bitter. Dieser Call hat uns die Chance auf den Super Bowl gekostet. Ich weiß nicht, ob wir das jemals verkraften werden." Sein Quarterback Brees sah es ähnlich: "Es war eine Situation, die jeder auf der Welt gesehen hat. Das ist bitter, sehr bitter." Und auch der für sämtliche Experten klar gefoulte Saints-Receiver Lewis konnte die Entscheidung nicht verstehen: "Es war einfach offensichtlich. Jeder weiß, dass es offensichtlich war. Ich weiß nicht, was man dazu noch sagen kann..."

Wenig tröstend war anschließend für Payton & Co. auch noch, dass NFL-Schiedsrichter-Boss Al Riveron den Fehler später in einem Telefonat offen eingestand. Der Saints-Coach erklärte nämlich, dass Riveron ihm in dem Gespräch erklärte habe, dass sie "Mist gebaut" hätten. "Er hat gesagt, dass es nicht nur eine Interference war, sondern auch helmet-to-helmet. Er konnte es selbst nicht glauben." Genauso wenig wie "Übeltäter" Robey-Coleman, der sich mit mächtig Glück im Bunde wähnte: "Ich schritt zur Seitenlinie, blickt den 'Football-Göttern" ins Auge - und dachte einfach nur: Danke! Ich dachte, dass die Flagge kommt. Aber der Referee sagte zu mir 'incomplete'. Sie dachten vielleicht, der Ball wäre vielleicht abgefälscht."

Brees greift wieder an

Drew Brees
Im zweiten Jahr in Folge dramatisch in den Play-offs gescheitert: Drew Brees und die Saints.
© imago

Sicher ist: Nachdem die Entscheidung des Gespanns getroffen war, konnte nichts mehr revidiert werden. Der Videobeweis in der National Football League kann auf Szenen wie vermeintliche Fouls nicht angewandt werden - hier handelt es sich um Tatsachenentscheidungen. Und genau eine solche Tatsachenentscheidung hat nach "The Minneapolis Miracle" aus dem Vorjahr auch in diesem Jahr ("The Missed Pass Interference Call") dafür gesorgt, dass die New Orleans Saints trotz einer bärenstarken Saison nicht im Super Bowl präsent sein werden. Doch Star-Quarterback Brees hat all die Enttäuschung bereits in eine Kampfansage für die neue Saison umgemünzt - er zeigt sich schon jetzt wieder hochmotiviert: "Ich bin mit meinen Gedanken noch nicht voll da, das ist klar. Alles ist noch frisch. Doch ich rechne fest damit, dass ich auch nächstes Jahr noch hier sein und einen neuen Versuch starten werde."

mag

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Vereinsdaten

Vereinsname:New Orleans Saints
Gründungsdatum:01.11.1966
Vereinsfarben:gold, schwarz, weiß
Anschrift:New Orleans Saints
5800 Airline Drive
Metairie, Louisiana, USA 70003
Internet:http://www.neworleanssaints.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Los Angeles Rams
Gründungsdatum:01.01.1936
Vereinsfarben:Dunkelblau, gold, weiß
Anschrift:Los Angeles Rams
29899 Agoura Road
Agoura Hills, CA, 91301
Internet:http://www.therams.com/

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