Matt LaFleur coacht die Packers, Bruce Arians die Bucs

Noch zwei übrig: Sechs Teams beenden Head-Coach-Suche

NFL - 10.01. 11:20

Die Green Bay Packers haben ihren neuen Head Coach gefunden: Matt LaFleur (39) soll Aaron Rodgers & Co. zurück in die Play-offs führen. Inzwischen haben fünf weitere NFL-Teams ihre Trainersuche beendet.

Neue Aufgaben in der NFL: Adam Gase, Matt LaFleur und Bruce Arians. © picture-alliance (3)

Die Packers gehen einen neuen, mutigeren und modern gewordenen Weg: Nach der Entlassung von Mike McCarthy (55) Anfang Dezember hat Green Bay sich Zeit genommen und mit Matt LaFleur nun einen neuen Head Coach gefunden. Der gerade einmal 39-Jährige war in der vergangenen Saison als Offensive Coordinator unter Trainer-Neuling Mike Vrabel in Tennessee tätig und verpasste mit den Titans nur knapp den Einzug in die Play-offs.

Obwohl Tennessees Offense unter LaFleur, der die Spielzüge angesagt hatte, im Gesamtranking nur 25. in Total Yards, 29. in Passing Yards und 27. in Punkten wurde, soll er Packers-Präsident Mark Murphy und General Manager Brian Gutekunst vor allem mit seinen beiden vorherigen Stationen überzeugt haben. 2016 war LaFleur als Quarterbacks-Coach in Atlanta tätig, hatte seinen Anteil an Matt Ryans MVP-Auszeichnung und dem Super-Bowl-Einzug der Falcons.

Daraufhin holte Sean McVay (32) , damals gerade bei den Rams als jüngster Head Coach der NFL-Geschichte vorgestellt, LaFleur als Offensive Coordinator nach Los Angeles; obwohl McVay dort die Plays ansagte. Der Erfolg spricht für sich: McVay und LaFleur machten aus der schlechtesten die beste Offense und formten Jared Goff zum NFL-Quarterback.

"Matt ist schlau, organisiert und hat eine klare Vision im Kopf"

LaFleur soll die Packers nun nach einer enttäuschenden Saison ( der 100. Packers-Saison ) zurück in die Play-offs führen und vor allem Quarterback Aaron Rodgers wieder auf MVP-Level bringen. Der "Gunslinger", immerhin nur vier Jahre jünger als LaFleur, beendete das Jahr mit seiner schlechtesten Quote für angekommene Pässe (62,3 Prozent), den wenigsten Touchdown-Pässen (25, mindestens 15 Starts vorausgesetzt) sowie dem zweitschlechtesten Passerrating seiner Karriere (97,6). Kurzum: Der Angriff der Käsestädter soll überholt, aufgefrischt und vor allen Dingen vielseitig aufgestellt werden.

General Manager Gutekunst zeigt sich von der Verpflichtung des insgesamt 15. Head Coaches im 100-jährigen Bestehen der Green Bay Packers äußerst angetan: "Matt ist schlau, organisiert und hat eine klare Vision im Kopf, wie unser Team in Zukunft auftreten soll. Seine Persönlichkeit passt bestens zur Kultur dieser Organisation."

Mit 66: Arians ist zurück in der NFL

Zurück im Trainer-Business der NFL: Bruce Arians. © imago

"The Pack" hatte im Übrigen als erstes von insgesamt acht Teams Nägel mit Köpfen in Sachen Trainersuche gemacht. Inzwischen sind weitere nachgezogen: Die Tampa Bay Buccaneers heuerten den 66-jährigen und zuletzt eine Auszeit nehmenden Bruce Arians (Vierjahresvertrag mit einjähriger Option), früherer Trainer der Arizona Cardinals (2013 bis 2017), an. "Bruce Arians ist einer der anerkanntesten Head Coaches in der NFL in den vergangenen zwanzig Jahren. Wir freuen uns sehr, dass er nun unser Team als Head Coach führen wird", so Bucs-Besitzer Bryan Glazer über die Verpflichtung.

Die Cards selbst heben indes den ehemaligen Texas-Tech-Verantwortlichen Kliff Kingsbury (39) in den Chefsessel - er erhält ebenfalls einen Kontrakt über vier Jahre plus Option. Kurios dabei: Kingsbury, der im College MVP-Kandidat Patrick Mahomes trainiert hat, hatte eigentlich schon als Offensive Coordinator an der USC unterschrieben, jetzt aber doch den Sprung in die NFL gewagt.

Browns sehen sich im Haus um, Jets in Miami

Die Cleveland Browns, die vergeblich auf Offensive Coordinator Josh McDaniels von den New England Patriots (hat sich nur mit den Packers unterhalten, wird nun an der Seite von Trainer Bill Belichick bleiben) gehofft hatten, haben sich für eine hausinterne Lösung entschieden. Freddie Kitchens (48) wird der neue und insgesamt 18. Head Coach des Franchises aus Ohio, das sich nach Jahren der Tristesse in der abgelaufenen Saison vor allem dank Rookie-Quarterback Baker Mayfield gut verkauft hat (7:8:1). Das Vertrauen hat sich der ehemalige Running-Backs-Betreuer, Offensive Coordinator und Interimstrainer in den letzten acht Spielen der Regular Season erarbeitet. Gregg Williams, dem ebenfalls Chancen eingeräumt wurden, muss derweil gehen.

Auch die Denver Broncos haben eine Entscheidung gefällt: Von den Chicago Bears konnte Defensive Coordinator Vic Fangio (60), der auf stolze 32 Jahre Erfahrung im Trainerbereich der NFL zurückblickt, losgeeist werden. Auch er erhält einen Vierjahresvertrag mit Option auf eine weitere Spielzeit. Ebenso nicht mehr auf der Suche: Die New York Jets haben sich gegen Ex-Packers- (Mike McCarthy, 55) und für Ex-Dolphins-Coach Adam Gase (40) entschieden.

Somit verbleiben jetzt noch zwei NFL-Teams auf der Suche nach einem neuen Trainer für die kommende Saison: Miami und die Cincinnati Bengals, bei denen alles auf Rams-Quarterbacks-Coach Zac Taylor hinausläuft.

mkr/mag

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