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06.01.2019, 22:45

NFL, Wild-Card-Round 2019: Jackson leistet sich drei Fumbles

Ravens-Fans entsetzt: Chargers schießen sich zum Sieg

Lautstarke Pfiffe, Wut und Entsetzen: Bis auf einen kurzen Hoffnungsschimmer kurz vor Schluss hatten die Fans der Baltimore Ravens nichts zu lachen in der Wild-Card-Round. Denn der Gast aus Los Angeles, genauer gesagt die Chargers, dominierte und siegte letztlich verdient mit 23:17 besonders dank einer Reihe von Field Goals. Im Mittelpunkt der Kritik stand Quarterback Lamar Jackson, der sich krasse Fehler leistete.

Los Angeles Chargers vs. Baltimore Ravens
Obenauf: Die Los Angeles Chargers behielten in Baltimore die Oberhand beim 23:17.
© Getty ImagesZoomansicht

Lange sechs Jahre hatte es gedauert, ehe die Baltimore Ravens (Super-Bowl-Champion von 2013, 34:31 gegen die San Francisco 49ers) wieder ein Heimspiel in den Play-offs austragen durften - dabei war das Team aus Maryland seit dem großen und bis dato zweiten Titel der Franchise-Geschichte auch lediglich einmal für die Endrunde qualifiziert (2014).

Vor heimischer Kulisse im mit über 70.000 Zuschauern ausverkauften M&T Bank Stadium erwarteten die für ihre bärenstarke Abwehr gefürchteten Ravens (nur 4687 zugelassene Yards, Platz 1) die Los Angeles Chargers, bei denen der inzwischen 37-jährige Quarterback Philip Rivers abermals von seinem ersten Super-Bowl-Sieg träumt.

Fumble - und noch ein Fumble hinterher

Etwas nervös und ohne Highlight-Plays startete schließlich die Partie, kein Team wusste sich in den ersten Minuten zu behaupten. Baltimores Rookie-Quarterback Lamar Jackson, der mit seinen 21 Jahren (Geburtstag am 7. Januar) der jüngste Starting Play-off-Quarterback der NFL-Geschichte wurde, passte sich der unrunden Eröffnung an - und leistete sich direkt im zweiten Drive einen Fumble (13. Fumble in dieser Saison, ein Fumble in neun Spielen am Stück), den ein Kollege erobern konnte. Doch damit nicht genug: Nur eine Aktion später unterlief auch Running Back Kenneth Dixon ein Fumble, diesmal schlug L.A. zu. Allerdings sprang nur ein Field Goal heraus (3:0) - wenig später bei Gegenwind immerhin noch ein weiteres (6:0).

Richtig ansehnlich war im ersten Viertel allerdings wenig - auch auf Seiten der leicht favorisierten Chargers. Auch bis zur Pause änderte sich nichts: Eine unglückliche Interception vom teilweise überfordert wie überhastet wirkenden Jackson (nur zwei angebrachte Zuspiele, 17 Yards, zwei Fumbles, Rating von 0,0) hier, zwei weitere und damit insgesamt vier erfolgreiche Field Goals (21, 53, 40 und 34 Yards von Kicker Mike Badgley) dort - 12:0 für L.A. somit nach 30 gespielten Minuten. Star-Quarterback Philip Rivers (nur 99 Yards mit 15 erfolgreichen Pässen bis dato) konnte sein Können gar nicht so zeigen (kein TD, keine Int.).

Lamar Jackson
Über weite Strecken ganz, ganz schwach: Lamar Jackson.
© Getty Images

Tucker patzt erstmals - Flacco mit Helm

Rivers fand auch mit direktem Ballbesitz nach Wiederbeginn nicht in die Endzone, stattdessen wurde erneut ein Field Goal versucht - und dieses Mal verschossen. Außerdem unterlief auch den Gästen nun ein Turnover (Fumble von Virgil Green). Ein Hoffnungsschimmer für Baltimore? Bedingt: Nach weiteren Fehlern von Rookie Jackson, der dafür Pfiffe kassierte, sprang nur ein Field Goal von Experte Justin Tucker heraus - 3:12 (33 Yards). Allerdings verschoss der 29-Jährige auch in der Folge sein erstes Field Goal in seiner Play-off-Karriere (acht von acht bis dato) - und das, nachdem Tucker während der Saison erst seinen ersten Extrapunkt seiner gesamten Laufbahn verballert hatte.

An der Seitenlinie hatte sich da längst Super-Bowl-Sieger, Ersatz-Quarterback sowie der frühere Starter Joe Flacco (33) mit Helm für einen möglichen Einsatz bereitgemacht.

Es ist passiert: Touchdown Nummer eins

Doch Flacco durfte weiterhin nicht ran. Stattdessen versiebte Jackson eine Chance nach der anderen - während auf der anderen Seiten Rivers erstmals erfolgreich am Zug war: Der Routinier arbeitete sich bis an die 1-Yard-Linie vor und nach kuriosen Szenen (Touchdown L.A.? Fumble Melvin Gordon? Return-Touchdown Ravens?) war Läufer Gordon über ein Yard durch, erzielte damit den ersten Touchdown dieser teilweise aus neutraler Sicht quälend langen Partie, verwandelte selbst auch noch die Two-Point-Conversion - und so stand ein 20:3 für die Chargers zu Buche. Die Fans aus Baltimore hatten zu diesem Zeitpunkt längst genug, sie pfiffen lautstark und forderten Flacco.

Joe Flacco
Durfte nicht ran - und wird Baltimore wohl in diesem Jahr verlassen: Joe Flacco.
© Getty Images

Jackson zeigt was - doch alles kommt zu spät

Zwar blies Baltimore nochmals zur Aufholjagd, wobei Jackson gar mit guten Würfen seinen ersten Touchdown der Partie und damit den ersten Score seiner Play-off-Laufbahn erzielte, mehr als ein 10:23-Anschluss und der 7-Yard-TD von Receiver Michael Crabtree zum 17:23 sprang aber nicht heraus. Unter anderem glückten auch zwei Onside Kicks, von denen die Seattle Seahawks einen Tag zuvor schon einen vergeben hatten, nicht. Zudem unterlief dem zu diesem Zeitpunkt besseren Jackson wenige Sekunden vor Schluss, wo wohl sowieso nur noch eine Hail Mary geholfen hätte, ein dritter und abschließender Fumble. Und somit zogen die ebenfalls nicht allzu überzeugenden Chargers, die vor allem an einer starken Ravens-Abwehr oftmals hängenblieben, mit einem insgesamt verdienten 23:17 in die Divisional Round ein. Dort bekommen es Rivers & Co. mit den ausgeruhten New England Patriots um den fünfmaligen Champion Tom Brady zu tun - und zwar auswärts im Gillette Stadium in Foxboro.


Video zum Thema
NFL, Play-offs- 06.01., 23:33 Uhr
Highlights: Ravens vs. Chargers
Die Chargers schlagen die Ravens im Wildcard Game.
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Statistiken der Quarterbacks:
Philip Rivers (Chargers): 22/32 Pässe, 160 Passing Yards, kein TD, keine Int., kein Fumble, 15 Rushing Yards
Lamar Jackson (Ravens): 14/29 Pässe, 194 Passing Yards, zwei TDs, eine Int., drei Fumbles, 54 Rushing Yards

Die Wild-Card-Games im Überblick:

Houston Texans - Indianapolis Colts 7:21
Dallas Cowboys - Seattle Seahawks 24:22
Baltimore Ravens - Los Angeles Chargers 17:23
Chicago Bears - Philadelphia Eagles

mag

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Das oberste Ziel eines jeden NFL-Teams ist es Jahr für Jahr, die Play-offs zu erreichen. Sicherlich kein leichtes Unterfangen - aber immerhin eines, das die meisten Franchises ab und an hinkriegen. Es gibt und gab aber auch Fälle, in denen die Fans einiger Klubs lange auf ein Play-off-Spiel ihres Lieblingsvereins warten mussten - extrem lange sogar.
© imago

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zum Thema

Vereinsdaten

Vereinsname:Baltimore Ravens
Gründungsdatum:09.02.1996
Vereinsfarben:Purpur, schwarz, gold
Anschrift:Baltimore Ravens
1101 Russell Street
Baltimore, Maryland, USA 21230 (410) 547-8100
Internet:http://www.baltimoreravens.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Los Angeles Chargers
Gründungsdatum:01.01.1960
Vereinsfarben:Marineblau, hellblau, weiß, gold
Anschrift:Los Angeles Chargers
Hoag Performance Center
3333 Susan Street
Costa Mesa, California, USA 92626
Internet:http://www.chargers.com/


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