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06.01.2019, 17:17

Wild-Card-Round: Seahawks scheiden in Dallas aus

"Einfach unglücklich": Seattles Onside-Desaster

Zugegeben: Ein Onside-Kick ist nicht leicht, die Erfolgswahrscheinlichkeit ist äußerst gering. Doch beim Betrachten der letzten Aktion der Seahawks beim Wild-Card-Spiel in Dallas (22:24) wanderten die Augenlider doch in entgegengesetzte Richtungen. Was war passiert?

Pete Carroll
Lange Gesichter: Seattles Trainer Pete Carroll & Co. hatten gegen Ende der Partie in Dallas noch gehofft - vergebens.
© imagoZoomansicht

Die Play-offs der NFL haben gerade erst begonnen - und doch sind sie für die ambitionierten Seahawks schon wieder vorüber. Mit 22:24 unterlag Seattle in der Wild-Card-Round bei den Dallas Cowboys. Ein knappes Ergebnis - und eines, das aus vielerlei Hinsicht so nicht hätte heißen müssen.

Warum? Ganz einfach: Weil Hawks-Quarterback Russell Wilson (233 Yards, ein Touchdown-Pass, keine Interception) kurz vor Ende des dritten Viertels selbst über vier Yards zum 14:10 in die Endzone stürmte und damit eine wichtige Führung herstellte. Weil sich das Gästeteam wegen reichlich Strafen im letzten Quarter halb selbst schlug. Weil offensiv insgesamt zu wenig Ideenreichtum vorhanden war. Und weil es der Offensive der Cowboys gerade beim 17:14-Führungswechsel und beim letztlich entscheidenden 24:14-Ausbau zu leicht gemacht wurde.

Fatal war außerdem die einmal mehr absehbare Play-Ausrichtung: Trainer Pete Carroll, der erst zu Weihnachten einen neuen Vertrag erhalten hatte, setzte mit seinem Coaching Staff einmal mehr auf den Run. Das ging an diesem Tag nach hinten los. Running Back Chris Carson, der den mit 2560 Rushing Yards besten Laufangriff der Regular Season mit 1151 Yards (neun TDs) angeführt hatte, holte in den Play-offs nur 20 Yards heraus. Abgesehen von Rashaad Pennys 28-Yard-Run hatte kein Running Back Seattles in Arlington einen Run über mehr als fünf Yards.

"Dies war ein besonderes, ganz besonderes Jahr", blickte ein etwas enttäuschter Spielmacher Wilson auf der Pressekonferenz zurück, um anzufügen: "Wir haben die Zweifler verstummen lassen, weil wir als Team stets zusammengehalten haben. Doch am Ende hat es für uns nicht gereicht."

Die Sache mit dem Kicker

Jene Seahawks-Zweifler fanden bei diesem Auftritt in Dallas und besonders im Finale der Partie allerdings frisches Futter. Denn eben beim Stand von 14:24 schwang sich das Team zunächst noch einmal auf, kam nach einem Touchdown und angeschlossener Two-Point-Conversion auf 22:24 ran - 1:18 vor Ablauf der Uhr.

Es brauchte also einen Onside-Kick (zehn Yards muss das Ei passieren, dann darf es jeder Spieler erobern) - und diesen musste Punter Michael Dickson ausführen, weil sich der etatmäßige Kicker Sebastian Janikowski bei einem Field-Goal-Versuch kurz vor der Halbzeit (Fehlschuss aus 57 Yards) am Oberschenkel verletzt hatte. Dieser versuchte es dabei nicht mit einem Kick vom Boden weg - wie üblich -, sondern wagte einen Dropkick, der laut Regelwerk absolut gestattet ist. Das Blöde nur dabei: Das Ganze verkam eher zu einer Art verkürztem Punt, der in halbhohen Bogen über 30 Yards weit sowie direkt in den Armen von Cowboys-Receiver Cole Beasley landete. Die Folge: Ballbesitz Dallas, Winning Formation der Texaner um Quarterback Dak Prescott (226 Yards, zwei Total Touchdowns, eine Interception), Ablauf der Uhr, Spiel verloren, Seattle aus den Play-offs ausgeschieden.

Michael Dickson
Kein ausgewiesener Kick-Experte: Seattles Punter Michael Dickson.
© imagoZoomansicht

"Er hat versucht, den Ball kurz über und hinter Reihen der Gegner zu spielen", so ein Erklärungsversuch von Seahawks-Trainer Carroll, der im Falle von drei benötigten Punkten eventuell seinen Punter auch mit einem Dropkick einen Field-Goal-Versuch hätte ausführen lassen, im Nachgang. "Doch leider war Beasley dann näher dran, als wir alle gedacht hätten. Er hat den Ball einfach ein bisschen zu weit gespielt. Ich hätte mir gewünscht, er hätte einen besseren Spot gefunden, sodass der Ball am Boden aufgekommen und wieder in unsere Richtung gesprungen wäre. Dann hätten wir eine realistische Chance auf den Sieg gehabt mit 1:18 auf der Uhr. Doch so ist es einfach nur unglücklich."

Eine Serie geht zu Ende

Damit endete zugleich eine beachtliche Serie: Zuvor hatten die Seattle Seahawks neunmal in Folge bei Erreichen der NFL-Endrunde das jeweils erste Spiel gewonnen. Doch der unglückliche "Dropkick-Onside-Kick", der in dieser Form erstmals seit 6. Dezember 2015 wieder angewandt wurde, begrub die letzten Hoffnungen des Teams - und erinnerte so manchen an das verpatzte Finale im Super Bowl XLIX.

"Es ist ein ganz besonderes Team"

Für Carroll ist die Pleite im Übrigen auch Sinnbild einer schwierigen Spielzeit: "Die Geschichte dieser Saison wurde heute weitergeschrieben. Wir mussten immer wieder zurückkommen und kämpfen und irgendetwas Besonderes probieren. Es ist schade, dass wir den nächsten Schritt nicht geschafft haben." Trotz der Enttäuschung blickt der 67-Jährige aber positiv gen Zukunft: "Ich könnte nicht zuversichtlicher sein. Es ist ein ganz besonderes Team."

mag

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Gründungsdatum:01.01.1960
Vereinsfarben:Dunkelblau, Marineblau, silber, schwarz, weiß
Anschrift:Dallas Cowboys
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Internet:http://www.dallascowboys.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Seattle Seahawks
Gründungsdatum:04.06.1974
Vereinsfarben:Dunkelblau, grün, grau
Anschrift:Seattle Seahawks
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Internet:http://www.seahawks.com/

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