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08.12.2018, 22:40

Deutscher Wide Receiver äußerst sich zu seiner Entwicklung

St. Brown und eine "10.000 US-Dollar"-Rechnung

Die Green Bay Packers erleben eine mehr als durchwachsene Saison, die Play-offs sind nach einer Bilanz von 4:7:1 fast nicht mehr erreichbar. Das zog jüngst auch die Entlassung von Trainer Mike McCarthy nach sich. Mittendrin statt nur dabei ist hier ein deutsch-amerikanischer Wide Receiver, Equanimeous St. Brown. Der 22-Jährige spricht exklusiv gegenüber dem kicker über seine letzten Wochen, einen gemeinen Trick seiner erfahrenen Kollegen - und über seine Vorstellungen für die Zukunft.

Equanimeous St. Brown
Blickt voraus: Equanimeous St. Brown.
© imagoZoomansicht

Football-Profi Equanimeous St. Brown, US-Football-Athlet mit deutsch-amerikanischen Wurzeln (Vater John Brown, Mutter Miriam), hat vor dieser Saison den Sprung in den finalen Roster der Green Bay Packers geschafft. Seitdem hat sich der 22-Jährige auch immer etwas mehr gesteigert, kommt auf Einsatzzeit - und steht aktuell nach neun Spielen bei 13 Receptions, 215 Yards und einem Highlight-Catch von 54 Yards. Der erste Touchdown in der NFL fehlt aber noch - was natürlich das Ziel ist. Das hatte "EQ" schon vorher einmal gesagt: "Wenn ich meine Chance bekomme, Plays zu machen, will ich sie nutzen. Ich möchte meine Plays machen und dem Team zeigen, was ich leisten kann."

Inmitten der aktuell schwierigen Phase für The Pack, das alle sechs Auswärtspartien verloren hat, nur bei 4:7:1 steht, am Sonntag (19 Uhr) auf Atlanta (4:8) trifft, kaum mehr Endrunden-Chancen besitzt und jüngst auch noch Trainer Mike McCarthy entlassen sowie für Diskussionen gesorgt hat, berichtet der Sechstrunden-Pick (207. Stelle) von seinem aktuellen Werdegang - und erzählt von einem kuriosen Vorfall rund um ein Abendessen.

kicker: Vor einigen Wochen war bekanntlich Thanksgiving, einer der größten Feiertage in den USA - der vor allem auch für Football-Schauen genutzt wird. Wie wurde Thanksgiving verbracht?
Equanimeous St. Brown: Thanksgiving konnte ich leider nicht in Kalifornien mit meiner Familie verbringen. Ich war bei Marquez Valdes-Scantling (Receiver- und Rookie-Kollege, ebenfalls Wide Receiver; Anm.d.Red.) eingeladen. Es war ein ruhiger Abend, wir waren nur zu viert. In Kalifornien wäre ich mit meinen Eltern und Freunden gegangen, wo wir immer Thanksgiving, Weihnachten und Ostern feiern. Da sind dann immer ungefähr 30 Leute anwesend."

kicker: Wie verläuft die Saison bislang persönlich, abseits vom durchschnittlichen Abschneiden des gesamten Teams?
St. Brown: In Green Bay und im Team direkt fühle ich mich inzwischen sehr gut. Ich bin ein Starter, Rookie, und weiß ganz genau, was das zu bedeuten hat. Ich muss jetzt und auch nach dieser Saison in der Offseason sehr hart weiterarbeiten, um noch viel besser zu werden.

kicker: Marquez Valdes-Scantling ist 24 Jahre alt, also vielleicht etwas erfahrener. Er steht als Rookie in zwölf Spielen schon bei 27 Receptions, 432 Yards, einem Catch über 60 Yards und zwei Touchdowns. Wie ist das Verhältnis?
St. Brown: Mit all den anderen Receivern bin ich befreundet - und manchmal machen wir auch abseits des Platzes was zusammen, zum Beispiel zusammen Essen gehen und danach Football gucken. Mit Valdes-Scantling direkt verstehe ich mich sehr gut. Er ist ein Freund, aber zur gleichen Zeit natürlich auch ein Konkurrent. Da wird sich auch nichts dran ändern.

Equanimeous St. Brown (links) und Aaron Rodgers
Für einen Touchdown hat es noch nicht gereicht: Equanimeous St. Brown (links) im Zusammenspiel mit Aaron Rodgers.
© imago

kicker: Gab es irgendwelche besonderen Treffen untereinander? Etwas, was in Erinnerung geblieben ist?
St. Brown: Wir alle hatten letztens zusammen unser "Rookie-Dinner". Das ist Tradition. Da müssen sämtliche Rookies aus dem Team alle Spieler plus Frauen oder Freundinnen von ihrer Position, in meinem Fall Wide Receiver, zum Essen einladen. Wir waren 20 Leute - und als später die Rechnung kam, hieß es plötzlich 10.000 US-Dollar. Valdes, D.J. (J'mon Moore; Anm.d.Red.) und ich waren ziemlich geschockt... Wir als Rookies hätten uns das ja alles teilen müssen. Aber... Es war ein Streich von den anderen. Der wirkliche Betrag war 1000 US-Dollar - und den hat netterweise Randall Cobb (28, seit 2011 im Team; Anm.d.Red.) übernommen.

Mit Aaron Rodgers spreche ich zu 95 Prozent über Football.Equanimeous St. Brown

kicker: Vieles dreht sich im Falle von Green Bay natürlich häufig um Star-Quarterback Aaron Rodgers. Wie sieht die tägliche Arbeit aus, wie ist das Verhältnis? Was stellt man sich außerdem bis Saisonende in diesem besonderen 100. Football-Jahr in Wisconsin sowie in dieser schwierigen Saison noch vor?
St. Brown: Mit Aaron Rodgers spreche ich zu 95 Prozent über Football, meistens über die einzelnen Spielzüge. Wir bekommen ja jetzt einen neuen Coach nach der Entlassung von Mike McCarthy (interimsweise übernimmt Joe Philbin; Anm.d.Red.) - und dann hoffen wir natürlich, dass wir alle restlichen Spiele gewinnen. Unsere Play-off-Chancen sind aber natürlich im Moment wohl nicht mehr allzu groß...

Familie von Equanimeous St. Brown: Vater John Brown (links), Onkel Mike Steyer (2.v.l.), Mutter Miriam (2.v.r.) und Bruder Osiris.
© Mike Steyer

kicker: Ihre jüngeren Brüder Osiris, Wide Receiver an der Stanford University, und Amon-Ra, Wide Receiver bei den USC Trojans spielen parallel Football. Sie hoffen natürlich ebenfalls auf den Sprung in die NFL. Wie fällt der tägliche Kontakt aus - eben weil jeder woanders spielt und seine eigenen Ziele verfolgt?
St. Brown: Mit meinen Brüdern spreche ich hauptsächlich über "Snapchat" oder über "Xbox". Beide hatten eine persönlich gute Saison. Amon-Ra hat die meisten Receptions diese Spielzeit gehabt und Osiris, der ja gerade von einer Fußverletzung zurückgekommen ist, hatte auch einige lange Catches und zuletzt auch noch seinen ersten Touchdown.

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© imago

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Vereinsdaten

Vereinsname:Green Bay Packers
Gründungsdatum:11.08.1919
Vereinsfarben:Dunkelgrün, gelb, weiß
Anschrift:Green Bay Packers
1265 Lombardi Avenue
Green Bay, Wisconsin, USA 54304
Internet:http://www.packers.com/

Lambeau Field

Stadionkapazität: 81.435

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