Ex-NFL-Profi spricht auch über Kaepernick

Vollmer über Football: "Mein Körper fiel auseinander"

NFL - 12.09. 13:44

Sebastian Vollmer war acht Jahre Profi in der NFL. Dass das nicht immer gut war, gab der Deutsche offen zu. Darüber hinaus sprach der zweimalige Super-Bowl-Champion über Colin Kaepernick.

Jahrelang an der Seite von Tom Brady: Sebastian Vollmer. © picture-alliance

Den Traum eines jeden College-Spielers hat sich Sebastian Vollmer gleich zweimal erfüllt; 2014 und 2016 gewann der deutsche Ex-NFL-Profi mit den New England Patriots den Super Bowl. Als Offensive Tackle war es seine Aufgabe, Quarterback Tom Brady vor der gegnerischen Defense zu beschützen. "Da knallt man auf jeden Fall richtig aufeinander", erklärt Vollmer bei "t-online.de". "Auf Außenstehende wirkt das brutal, aber was das für Folgen hat, bekommen nur wenige mit."

Nach Spielen sei er morgens vor Schmerzen kaum aus dem Bett gekommen, gibt Vollmer zu. Deswegen war im Alter von 32 "schon" Schluss mit der aktiven Karriere. "Irgendwann habe ich gemerkt, dass es nicht mehr geht. Mein Körper fiel sozusagen schon auseinander. Aber nur die wenigsten Spieler können das selbst entscheiden. In den meisten Fällen trifft diese Entscheidung der Verein für den Spieler."

Körperliche Grenzen: Spieler spielten mit 40 Grad Fieber

Generell glaubt Vollmer, dass Verletzungen oder Krankheiten in der besten Football-Liga der Welt noch immer nicht ausreichend angesprochen werden. "Ich habe es auch schon erlebt, dass Spieler bis kurz vor dem Spiel mit 40 Grad Fieber noch am Tropf hingen, um Flüssigkeit in den Körper zu bekommen" - und dann aufgelaufen sind. "Man bringt den Körper an seine Grenzen."

Nun blickt Vollmer aus der Ferne auf das Geschehen und hat auch mitbekommen, dass die neue "Nike"-Kampagne mit Colin Kaepernick in aller Munde ist. "Kaepernick hat wohl am Anfang nicht damit gerechnet, dass sein Protest so hohe Wellen schlägt."

Kaepernick-Kampagne: "Man sollte ihm für die Courage applaudieren"

Der Quarterback, der seit seinem Hymnen-Protest gegen Rassismus immer noch ohne Verein dasteht , ist die Figur der neuen Kampagne des Sportartikelherstellers mit dem Slogan: "Glaube an etwas, auch wenn das bedeutet, alles andere zu opfern." Das führte dazu, dass viele Leute ihre Sportsocken oder Hosen nahmen, und dort das "Nike"-Emblem herauszuschneiden. "Grundsätzlich ist es so", sagt Vollmer, "dass zwei Jahre nach Beginn der Proteste das Problem immer noch nicht gelöst ist."

Das Feedback für Nike und Kaepernick war trotz einiger Ausreißer überwiegend positiv. Zu Recht, findet Vollmer: "Man sollte Kaepernick für die Courage applaudieren."

mkr

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