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06.09.2018, 15:15

NFL, Vorschau: Potenzielle Überraschungsteams

Browns, 49ers, Bears: Trio vor dem Turnaround?

Draft-System und Salary Cap machen es möglich: Jede Saison gelingt NFL-Teams, die über Jahre hinweg keine Rolle spielten, der Sprung in die Play-offs. In der vergangenen Saison machten es Jacksonville und die L.A. Rams vor, nun wollen andere chronische Verlierer der Vergangenheit den Turnaround vollziehen - mit jungen Spielern, jungen Coaches und teils neuer Philosophie. Drei Außenseiter, die 2018 überraschen könnten.

Jarvis Landry, Jimmy Garoppolo, Matt Nagy
Schaffen sie 2018 den Sprung auf die Erfolgsspur? Browns-Receiver Jarvis Landry, 49ers-Quarterback Jimmy Garoppolo und Bears-Coach Matt Nagy (v.l.)
© getty images (2), imagoZoomansicht

Building the Browns: Generalüberholtes Cleveland endlich ernstzunehmen?

Das Team mit der Chance auf den größten Leistungssprung dürften die Cleveland Browns sein. Zugegebenermaßen: Schlechter als in den vergangenen beiden Jahren kann es für das Franchise aus Ohio auch nicht mehr laufen. Ein Sieg aus 32 Spielen, so die historisch schlechte Bilanz der Browns seit 2016. Nach der desolaten abgelaufenen Saison, in der Cleveland als zweites Team seit der Umstellung auf 16 Saisonspiele keinen einzigen Sieg einfahren konnte, setzte sich das Franchise selbst mit dem Titel einer Miniserie ein Motto für den Sommer: Building the Browns.

Die Möglichkeiten, ein Fundament für eine erfolgreiche Zukunft zu errichten, sind in Cleveland definitiv vorhanden: Durch das schlechte Abschneiden der Vergangenheit hatten die Browns zuletzt zahlreiche hohe Draft Picks, durch die Absenz von Top-Stars im Kader reichlich Cap Space für neue Spieler. Das alles soll nun den zuvor nicht zu übersehenden Mangel an Talent im Team wettmachen.

Taylor oder Mayfield? Zwei Anwärter für die Quarterback-Position

Im Fokus stand - wie in fast jeder Offseason in Cleveland - die Quarterback-Position. Seit 1999 starteten 28 (!) verschiedene Spielmacher für die Browns. Das letzte Mal, dass ein einziger Quarterback alle 16 Saisonspiele machte, liegt bereits 17 Jahre zurück. Gut möglich, dass das auch nach der kommenden Saison so bleibt, denn die Browns holten gleich zwei potenzielle Starting Quarterbacks. Die Zukunft gehört dabei Baker Mayfield, den Cleveland im April mit dem ersten Pick des Drafts zog. Der letztjährige Gewinner der Heisman Trophy (höchste individuelle Auszeichnung im College Football) wird als Zukunft der Franchise gesehen und soll dem ständigen Wechselspiel auf der Spielmacher-Position langfristig ein Ende bereiten.

Tyrod Taylor
Zwei Quarterbacks für Cleveland: Routinier Tyrod Taylor (li.) und Rookie Baker Mayfield.
© imagoZoomansicht

Mayfield soll allerdings - anders als im vergangenen Jahr DeShone Kizer (jetzt Green Bay) - nicht zu früh ins kalte Wasser geworfen werden. Deshalb verpflichteten die Browns bereits vor dem Draft den 29-jährigen Tyrod Taylor, der im vergangenen Jahr die Buffalo Bills erstmals seit 1999 wieder in die Play-offs führte. Taylor, der als solider, wenn auch nicht überragender Spielmacher gilt, wird als Starter in die Saison gehen und als sogenannter "Bridge Quarterback" fungieren, bis Mayfield bereit für den NFL-Football ist.

Durch viele weitere hohe Draft Picks in den vergangenen beiden Jahren gehen die Browns beinahe generalüberholt in die Saison 2018. Den Neuzugang mit dem größten Namen sicherte sich Cleveland aber via Tauschgeschäft: Aus Miami kam in Jarvis Landry einer der profiliertesten Slot Receiver der NFL nach Ohio. Der 25-Jährige wurde mit über 75 Millionen Gehalt prompt langfristig an das Franchise gebunden und könnte mit dem hochveranlagten, aber für seine Probleme außerhalb des Platzes bekannten Josh Gordon ein hervorragendes Receiver-Duo bilden. Als Team mit "Play-off-Kaliber" sieht Landry die Browns - eine etwas gewagte Aussage nach den beiden historisch schlechten Jahren zuletzt. Und dennoch: Der Trend in Cleveland geht nach oben - und das nicht nur, weil es nicht anders geht.

Hype um "Jimmy G": Ein Quarterback lässt San Francisco träumen

Lange Zeit gleichauf mit den Browns lagen in der vergangenen Saison die San Francisco 49ers. Die ersten neun Partien gingen allesamt verloren, selbst nach dem ersten Sieg mit Rookie-Quarterback C.J. Beathard drohte eine weitere Saison zum Vergessen für den fünfmaligen Super-Bowl-Champion. Doch dann kam Jimmy Garoppolo. Bereits nach dem achten Spieltag war der Quarterback via Trade von den New England Patriots gekommen, für die letzten fünf Saisonspiele übernahm er als Signal Caller bei den 49ers - und führte das Team prompt zu fünf Siegen zum Abschluss.

Duo für die Zukunft? Quarterback Jimmy Garoppolo und Head Coach Kyle Shanahan (re.).
© getty images

Seitdem rollt der "Jimmy G-Hypetrain" unaufhörlich über die Hügel der Stadt. Der 26-jährige Spielmacher, vormals Ersatzmann von Tom Brady, soll die einst so erfolgreiche Franchise aus der Depression der vergangenen fünf Jahre erlösen, in denen es die 49ers nicht mehr in die Play-offs schafften. Alles konzentriert sich auf den Arm des ehemaligen Garoppolo, der neben gewaltigen Erwartungen aufgrund seines vielversprechenden Starts nun auch die Bürde eines Mega-Vertrags mit sich trägt. 137,5 Millionen US-Dollar, so die stolze Summe, die den 49ers der Fünfjahresvertrag von Garoppolo wert war, zum Zeitpunkt der Unterschrift der volumenstärkste Vertrag der NFL-Geschichte - und das für einen Spieler, der gerade einmal sieben NFL-Spiele von Beginn an absolvierte.

Video zum Thema
NFL- 05.09., 03:09 Uhr
Preview: 49ers vs. Vikings
Die neue Saison der National Football League steht in den Startlöchern. Es wird naturgemäß wieder heiß hergehen. NFL Network-Experten Daniel Jeremiah und Bucky Brooks sprechen in diesem Video über das Spiel zwischen San Francisco 49ers um QB-Jimmy Garoppolo und Minnesota Vikings um QB-Kirk Cousins (in englischer Originalsprache).
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Auch die Erwartungen der Öffentlichkeit sind riesig, nicht wenige sehen die 49ers nach dem furiosen Saisonfinish des letzten Jahres als gefährlichen Kandidaten für die Play-offs. Ein weiterer Grund dafür: Die Verpflichtung von Star-Cornerback Richard Sherman, der vom Divisions-Rivalen Seattle Seahawks in die Bay Area wechselte und zeigen will, dass er auch nach seinem Achillessehnenriss im vergangenen Jahr noch zu den besten Spielern auf seiner Position gehört.

Knüpft "Mastermind" Shanahan an Falcons-Zeiten an?

Mit Garoppolo und Sherman hat San Francisco auch wieder starke Persönlichkeiten in einem Team, das in den vergangenen Jahren ohne ganz große Namen auskam - und nur selten überzeugte. Die Hoffnung, dass es jetzt besser wird, nährt auch Head Coach Kyle Shanahan. Der erst 39-Jährige geht in seine zweite Saison als hauptverantwortlicher Trainer in der NFL, nachdem er zuvor als Offensive Coordinator maßgeblich am Super-Bowl-Einzug der Atlanta Falcons beteiligt war.

Shanahan gilt als "Offense-Mastermind", das jetzt in Garoppolo das Komplementärstück gefunden hat, um auch den Angriff der 49ers zum Erfolg zu führen. Das Problem: Auf den weiteren Positionen in der Offensive hat der Kader der 49ers nicht die Qualität, die Shanahan noch in Atlanta zur Verfügung hatte. Da es auch in der Defense noch einige Fragezeichen gibt, dürfte der teils prognostizierte Super-Bowl-Run der 49ers wohl noch unwahrscheinlich sein. Doch in der NFC West, in der sich sowohl die Seattle Seahawks als auch die Arizona Cardinals im Umbruch befinden, ist der zweite Platz durchaus realistisch - vielleicht sogar verbunden mit einer Play-off-Teilnahme.

Chicago hofft auf L.A.-Transformation: Macht Nagy den McVay?

Matt Nagy
Hat nun das Sagen in Chicago: Matt Nagy, neuer Head Coach der Bears.
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Eine Verbesserung innerhalb der Division dürfte auch das erste Ziel der Chicago Bears sein. Das traditionsreiche Team aus der "Windy City" hatte zuletzt ein Dauer-Abo auf den letzten Platz in der NFC North, landete ganze viermal in Folge hinter den Teams aus Green Bay, Minnesota und Detroit. Die letzte Saison mit mehr Siegen als Niederlagen datiert sogar aus dem Jahr 2012.

Die drei Divisions-Rivalen haben auch im kommenden Jahr hohe Ambitionen. Warum es gerade jetzt für die Bears besser werden sollte? Der Blick geht in Richtung Westen. Dort hatten im vergangenen Jahr die Los Angeles Rams quasi aus dem Nichts die Liga im Sturm erobert - mit einem jungen Head Coach, unter dem ein junger Quarterback einen großen Sprung gemacht und die schlechteste Offensive der Liga zur besten Offensive der Liga geformt hatte.

Dieses L.A.-Prinzip, so hofft man in Chicago, soll nun auch bei den Bears greifen. Zumindest so ähnlich. Die Parallelen jedenfalls sind da. Die Bears stellten in der vergangenen Saison eine der schlechtesten Offensiven der Liga, nur 16,5 Punkte erzielte das Team im Schnitt. Bei den Rams waren es 2016 sogar nur 14, ehe sie 2017 unter Sean McVay zur besten Offensive der Liga wurden. Ein junger, offensiv denkender Head Coach, das ist nun auch die Hoffnung bei den Bears. Der 63-jährige John Fox ist Geschichte, neuer Trainer ist der 40-jährige Matt Nagy, zuletzt Offensive Coordinator bei den Kansas City Chiefs. Dort konzipierte er eines der variabelsten Angriffsspiele der NFL.

Spektakulärer Zugang: Mack der neue Star in Chicago

Die nächste Hoffnung in Chicago: Die Goff-Transformation von Quarterback Mitchell Trubisky. Wie auch Rams-Spielmacher Jared Goff ein Jahr zuvor war Trubisky hoch im Draft gepickt worden, gilt als hochveranlagt - und konnte die hohen Erwartungen in seiner ersten Saison nicht erfüllen. Unter Nagy soll der 24-Jährige nun im zweiten Jahr den Sprung machen, der Goff in Los Angeles unter McVay gelang.

Die im vergangenen Jahr bereits ordentliche Defense wurde kurz vor Saisonbeginn mit einem absoluten Paukenschlag verstärkt. In einem der spektakulärsten NFL-Tauschgeschäfte der letzten Jahre holten die Bears Khalil Mack von den Oakland Raiders. Der 27-jährige Pass Rusher wurde 2016 zum Defensive Player of the Year gewählt, gilt als einer der besten NFL-Spieler momentan und unterschrieb in Chicago nun einen Sechsjahresvertrag über 141 Millionen US-Dollar - Rekord für einen Defensivspieler in der NFL.

Gemeinsam mit Erstrunden-Draftpick Roquan Smith soll Mack in Chicago die Tradition der legendären Bears-Linebacker der Vergangenheit fortführen, die Chicago unter anderem zum Super-Bowl-Sieg 1985 verhalfen. Dass es in diesem Jahr so weit kommt, scheint sehr unwahrscheinlich. Dennoch: Mit neuem Coach und vielen jungen Spielern ist Chicago eine Wundertüte - und könnte eine der Überraschungen der neuen Saison werden.

mib

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Vereinsname:Cleveland Browns
Gründungsdatum:01.01.1946
Vereinsfarben:Braun, orange, weiß
Anschrift:Cleveland Browns
76 Lou Groza Boulevard
Berea, Ohio, USA 44017
Internet:http://www.clevelandbrowns.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:San Francisco 49ers
Gründungsdatum:01.01.1946
Vereinsfarben:Rot und gold
Anschrift:San Francisco 49ers
4949 Centennial Boulevard
Santa Clara, California, USA 95054
Internet:http://www.sf49ers.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Chicago Bears
Gründungsdatum:01.01.1919
Vereinsfarben:Dunkelblau, orange, weiß
Anschrift:Chicago Bears
1000 Football Drive
Lake Forest, Illinois, USA 60045
Internet:http://www.chicagobears.com/


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