Running Back der Pittsburgh Steelers unterschreibt nicht

Die Bell-Saga geht ins letzte Jahr

NFL - 17.07. 18:45

"Er wollte seine Karrriere eigentlich in Pittsburgh beenden. Da es nun aber keinen Deal gibt, wird die kommende wohl die letzte Saison als Steeler sein." Diese Worte schmetterte Le'Veon Bells Agent Adisa Bakari am Montag in Richtung der Medien - und sorgte damit für das, was sich Fans aus Pittsburgh nicht erhofft hatten: Der Running Back unterzeichnete keinen Langzeitvertrag.

Spielt voraussichtlich nur noch ein Jahr in Pittsburgh: Running Back Le'Veon Bell. © imago

Die Pittsburgh Steelers hatten es im März 2018 erneut getan - und Le'Veon Bell mit dem Franchise Tag versehen. Der überragende Running Back, der allein in der abgelaufenen Spielzeit 1291 Rushing Yards, 655 Receiving Yards und zusammengerechnet elf Touchdowns verzeichnete, ist damit zum zweiten Mal in Folge mit dem Tag versehen worden.

Das alles klang erst einmal recht vielversprechend aus Pittsburghs Sicht. Doch es steckte seither immense Spannung drin. Denn der erneute Tag bedeutete auch, dass sich die Verhandlungen um einen Langzeitvertrag weiter hinzogen - bis zum Montag, den 16. Juli 2018. Und dort passierte das, was aus Franchise-Sicht nicht hätte passieren sollen: Bell unterschrieb das Angebot nicht - und geht damit wohl in seine letzte Saison als Steeler.

Beide Parteien konnten sich somit in den Vertragsverhandlungen erneut nicht einigen. Laut NFL-Insider Ian Rapoport forderte Bell ein Jahresgehalt von 17 Millionen US-Dollar - wohl zu viel für die Franchise aus Pennsylvania. "Sie haben ganz deutlich gemacht, dass sie die Position und nicht den Spieler zahlen wollen", zeigte sich Bells Agent Bakari enttäuscht über seinen Schützling, der auch als Receiver glänzt und in bislang fünf NFL-Jahren (allesamt in Pittsburgh) stolze 5336 Rushing Yards plus zusätzliche 2660 Receiving Yards sowie 42 TDs (35 Rushing, sieben Receiving) erreicht hat. Obendrein ist der RB mit 129 Scrimmage-Yards im Schnitt pro Spiel der erfolgreichste Läufer in den letzten fünf Jahren. Bell selbst ergänzte: "Beide Seiten haben hart daran gearbeitet, dass wir uns doch noch einigen, aber die NFL ist nun mal ein knallhartes Geschäft."

In der kommenden Saison wird der Star, der als Läufer und Passempfänger schier unverzichtbar im Team der Steelers um Quarterback Ben Roethlisberger oder Wide Receiver Antonio Brown (zusammen die drei "Killer Bs") ist, zum wiederholten Male unter dem Franchise Tag auflaufen und dabei zirca 14 Millionen US-Dollar kassieren. Aller Voraussicht nach wird der Running Back außerdem am Trainings-Camp nicht teilnehmen, auch über einen Boykott von Saisonspielen wird spekuliert.

Was ist der Franchise Tag?

Der Franchise Tag ist eine Möglichkeit für NFL-Teams, einen Spieler aus dem aktuellen Roster mit auslaufendem Vertrag zumindest kurzfristig an sich zu binden. Seit 1993 ist der Tag zusammen mit dem Salary Cap (Gehaltsobergrenze der NFL-Teams) eine der Maßnahmen, um kleineren Teams zu ermöglichen, ihre Stars zu halten und damit für mehr Ausgeglichenheit zu sorgen. Der ausgewählte Spieler erhält dabei ein garantiertes Gehalt entsprechend dem Durchschnittseinkommen der fünf höchstbezahlten Spieler der Vorsaison auf der betreffenden Position - oder 120 Prozent seines vorherigen Jahresgehalts; je nachdem welches Gehalt höher ausfällt. Jedes Team kann nur einen Tag pro Jahr verwenden.

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